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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

444 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1896, 
Bluff her längs der Küste, in der Richtung vom Schiffe nach der Flufsmündung, 
so dafs an einem Tage nur ein einziges Flofs längsseits gebracht werden konnte. 
Wir vollendeten die Beladung deshalb auch erst am 7. Juli, nach Verlauf von 
16 Tagen. Nachdem wir Puntarenas nochmals am 8. Juli zwecks Ausklarirung 
und der erforderlichen Ausrüstung angelaufen waren, traten wir am 13. Juli die 
Reise nach Falmouth für Order an. 
Einiges über Trinidad, Westindien. 
Von Kapt. B. R. SCHOEMAKER, Führer des Schiffes „Therese“. 
Am Freitag den 27. Januar 1893 verliefsen wir Carlisle Bay (Barbados), 
um nach Port of Spain (Trinidad) zu versegeln. Es wurde zunächst Kurs auf 
die Insel Tobago gesteuert, und diese am 28. Januar um 8 Uhr morgens passirt. 
Von nun an steuerten wir auf den östlichen Theil der Nordküste von Trinidad, 
and als diese erreicht war, längs derselben nach den Bocas del Drago (Drachen- 
mündungen). Um 6 Uhr abends liefen wir bei frischem Ostwinde in die Boca 
de Huevos ein. Nachdem die Enge der Passage ungefähr durchsegelt war, wurde 
es windstill und das Schiff durch die starke Ebbe mit fliegender Fahrt wieder 
nordwärts zurückgetrieben. Um 11 Uhr kenterte der Strom, um dann mit grofser 
Geschwindigkeit nach SW, gerade auf die Insel Huevos zu setzen. Hierbei kam 
das Schiff den Klippen so nahe, dafs wir es mit Bootshaken von denselben frei 
zu halten suchten, was auch glücklich gelang. Nun.ging die Trift weiter längs 
der Ostküste von Huevos, bis wir so weit gekommen waren, dafs die Boca de 
Navios sich eben öffnete, dann setzte die Fluth das Schiff mit einer Geschwindigkeit 
von mindestens 3 Knoten nach SE. Nur ganz eben ging es von der Südwest- 
spitze der Insel Mona frei. 
Nach diesen Erfahrungen möchte ich einem jeden Schiffsführer rathen, 
wenn irgend möglich, nur die Boca Grande zu benutzen, denn hier hat man 
reichlich Platz und ist die Strömung bei Weitem nicht so stark als in den beiden 
anderen Passagen. Auch sollte kein Schiff in eine der drei Bocas zwischen 5 Uhr 
abends und 9 Uhr morgens einlaufen, weil dort um diese Zeit fast immer Wind- 
stille oder leichte umlaufende Winde vorhanden sind. Dafür, dafs ich diesen 
Fehler begangen habe, bin ich nicht wenig in die Klemme gerathen. 
Am 29. Januar gelangten wir in Port of Spain zu Anker. Am 31. Januar 
segelten wir weiter nach dem Platze La Brea, etwa 25 Sın südlicher an der 
Küste belegen, um dort eine Ladung Asphalt für Hamburg zu laden. Was die 
Strömung bei Brea anbelangt, so setzt die Fluth mit einer beständigen Ge- 
schwindigkeit von 2 Knoten nach WSW, die Ebbe mit einer solchen von */2 bis 
1 Knoten nach NNE—NE. Das Laden geht hier gewöhnlich schnell. Wir aber 
trafen es schlecht, indem vom 11. bis 13. Februar ein starker, von Regenböen 
begleiteter Nordwestwind wehte, der es unmöglich machte, einen Leichter längs- 
seits des Schiffes zu haben. Zwei Küstenfahrer gingen infolge der stürmischen 
Witterung hier zu Grunde. In der übrigen Zeit während unseres Aufenthaltes 
im Golf von Paria, vom 29, Januar bis zum 18. Februar 1893, wehte am Tage 
von 9 Uhr vormittags bis 6 Uhr abends eine frische Briese aus der Richtung 
zwischen NE und Ost; während des Restes des Etmals herrschten, wie schon 
bemerkt, Windstille und leichte veränderliche Winde vor. 
Am 17. Februar 1893 verliefsen wir unseren Ladeplatz und segelten nach 
Port of Spain, um das Schiff auszuklariren. Nachdem dieses geschehen war, 
gingen wir am folgenden Tage nach Hamburg in See. Da ein frischer Ostnordost- 
wind wehte und eine günstige Strömung vorhanden war, so benutzten wir für 
das Inseegehen die Boca de Navios. Um 5 Uhr abends war die Passage durch- 
segelt, indem sich das Schiff unweit der Nordwestspitze der Insel Huevos befand.
	        
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