accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

Schott: Das Rothe Meer. 
33 
die Windstärke jetzt meist gering ist, auffallenderweise auch Südostwinde; auf- 
fallenderweise, denn im :Aden-Golf herrschen nicht etwa Ostwinde, sondern West- 
und Südwestwinde, letztere ebenfalls manchmal zu Stürmen ausartend. Wind- 
stillen sind sehr häufig zwischen 18° und 14° N-Br (19°/ bis 17°/o0) und im gesammten 
Aden-Golf (über 10°). 
Was -die beobachteten. Versetzungen anlangt, so sind sie, einheitlicher noch 
als im Juli, fast. durchweg nach SO gerichtet, aber außerordentlich unbedeutend 
ihrem Betrage nach; die Geschwindigkeit von 1 Knoten in der Stunde wird 
selten überschritten. Selbst in der Nähe der Perim-Strafse ist der Strom nicht 
kräftig, offenbar deshalb, weil er öfters durch die erwähnten Südostwinde gestoppt 
wird. In der Mitte und der nördlichen Hälfte des Golfes von Aden hat man 
etwas stärkeren Oststrom zu erwarten, besonders aber eine sehr kräftige westliche 
Gegenströmung nach der afrikanischen Seite hinüber (manchmal über 2 Knoten 
in der Stunde). , 
9. September. 
Von’ Suez bis nach 14° N-Br ist die Windrichtung meist aus NW, und 
zwar weht der Wind bis nach Djiddah hin mit mäfsiger Stärke‘ (Beaufort-Scala 4 
bis 6), südlich von Djiddah nur schwach, doch sind Windstillen nicht oft notirt, 
In den übrigen Abtheilungen aber, also im Perimfeld und Aden-Golf, sind die 
ebenfalls sehr leichten Winde noch aufserdem sehr variabel; in der Perim-Strafse 
kann man flaue Südostbriese erwarten, im Aden-Golf ist der‘ Luftzug bald. aus 
Ost, bald aus West, und: dabei sind Stillen ungemein‘ häufig... ‘Es ist. der 
September der. Uebergangsmonat zum winterlichen‘ Regime in‘ dieser südlichen 
Hälfte des. Rothen Meeres. ; 
Sturm aus NW-ist nur ganz gelegentlich zwischen Suez uud: 26° N-Br 
beobachtet worden. 
Die Strömungen sind schwach, im nördlichen Theil des Rothen Meeres 
sehr verschieden, südlich von 22° N-Br an’ überwiegen aber südliche Versetzungen, 
besonders. zwischen 22° .'und ' 16° N-Br;- die Möglichkeit einer nordwestlichen 
Richtung mufs aber auch immer in das Auge gefalst werden.‘ Nahe den „Avocet“- 
Felsen hat- man‘. auch West—Ost, also quer zum, Kurs setzenden Strom ge- 
fanden. In der Bab-el-Mandeb-Strafse fliefst das Wasser meist nach NW, des- 
gleichen 'hat man auch zwischen Aden und Perim Weststrom. - Starker Oststrom, 
welcher in der Mitte.des Aden-Golfes: oft nördliche Richtung annimmt, ist erst 
östlich von Aden zu finden. ‚Der in ‚den ‘vorhergelienden Monaien unter der 
afrikanischen Küste konstatirte westliche Gegenstrom ist jetzt kaum nachweisbar, 
10. Oktober. 
Die im Ganzen nur, leichten Nordwestwinde reichen in diesem Monate 
nicht südlicher als zur‘ Breite‘ von Djiddah, haben‘ also im Vergleich zu ‚den 
Verhältnissen im September ganz bedeutend an Terrain verloren. Sie sind jetzt 
im‘ gesammten südlichen Rothen Meere: durch‘ Süd- und Südostwinde ersetzt, 
welche im Perimfeld meist ziemlich kräftig wehen. Auch‘ im Golf von Aden 
ist jetzt bereits jede Spur von Sommermonsun verschwunden, und Winde aus Ost 
überwiegen wieder, sind jedoch hier durchschnittlich noch sehr. schwach. : 
Windstillen sind überall mit Ausnahme, der Gegend von Perim bis Aden 
recht häufig, besonders zwischen 22° und 16° N-Br. Sturmstärke ist sehr selten, 
nur im Perimfeld aus SE, beobachtet. .. . . 
Während im Luftmeere der September der eine Uebergangsmonat zwischen 
den nur im südlichen Rothen Meere und Aden-Golf vorhandenen Monsunen 
ist, findet im Wasser der Wechsel der vorherrschenden Bewegungsrichtungen 
erst im Oktober statt. Ungemein‘ häufig notiren dabei jetzt die Schiffe gar keine 
oder nicht nennenswerthe Versetzungen; im äufsersten Norden, wo ja auch die 
Windrichtnng ziemlich konstant ist, überwiegen leichte südliche Ströme, für das 
ganze übrige Rothe Meer läfst sich durchaus nichts‘ Bestimmtes sagen; das 
Wasser wird eben im Wesentlichen bewegungslos sein. Selbst aus der Gegend 
der Bab-el-Mandeb-Strafse fehlen Berichte‘ von beträchtlichem Strom. Dagegen 
zeigt der Golf von Aden auf seiner Nordseite ziemlich- gut ausgesprochenen und 
nicht unbedeutenden‘ Weststrom (also eine genau der ‘des September - entgegen: 
gesetzte. Richtung), von. welchem nach Süden und Osten hin Wasser zurückkurvt. 
Ann. d. Hyär. otc., 1896, Heft I,
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.