Schott: Das Rothe Meer.
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die Windstärke jetzt meist gering ist, auffallenderweise auch Südostwinde; auf-
fallenderweise, denn im :Aden-Golf herrschen nicht etwa Ostwinde, sondern West-
und Südwestwinde, letztere ebenfalls manchmal zu Stürmen ausartend. Wind-
stillen sind sehr häufig zwischen 18° und 14° N-Br (19°/ bis 17°/o0) und im gesammten
Aden-Golf (über 10°).
Was -die beobachteten. Versetzungen anlangt, so sind sie, einheitlicher noch
als im Juli, fast. durchweg nach SO gerichtet, aber außerordentlich unbedeutend
ihrem Betrage nach; die Geschwindigkeit von 1 Knoten in der Stunde wird
selten überschritten. Selbst in der Nähe der Perim-Strafse ist der Strom nicht
kräftig, offenbar deshalb, weil er öfters durch die erwähnten Südostwinde gestoppt
wird. In der Mitte und der nördlichen Hälfte des Golfes von Aden hat man
etwas stärkeren Oststrom zu erwarten, besonders aber eine sehr kräftige westliche
Gegenströmung nach der afrikanischen Seite hinüber (manchmal über 2 Knoten
in der Stunde). ,
9. September.
Von’ Suez bis nach 14° N-Br ist die Windrichtung meist aus NW, und
zwar weht der Wind bis nach Djiddah hin mit mäfsiger Stärke‘ (Beaufort-Scala 4
bis 6), südlich von Djiddah nur schwach, doch sind Windstillen nicht oft notirt,
In den übrigen Abtheilungen aber, also im Perimfeld und Aden-Golf, sind die
ebenfalls sehr leichten Winde noch aufserdem sehr variabel; in der Perim-Strafse
kann man flaue Südostbriese erwarten, im Aden-Golf ist der‘ Luftzug bald. aus
Ost, bald aus West, und: dabei sind Stillen ungemein‘ häufig... ‘Es ist. der
September der. Uebergangsmonat zum winterlichen‘ Regime in‘ dieser südlichen
Hälfte des. Rothen Meeres. ;
Sturm aus NW-ist nur ganz gelegentlich zwischen Suez uud: 26° N-Br
beobachtet worden.
Die Strömungen sind schwach, im nördlichen Theil des Rothen Meeres
sehr verschieden, südlich von 22° N-Br an’ überwiegen aber südliche Versetzungen,
besonders. zwischen 22° .'und ' 16° N-Br;- die Möglichkeit einer nordwestlichen
Richtung mufs aber auch immer in das Auge gefalst werden.‘ Nahe den „Avocet“-
Felsen hat- man‘. auch West—Ost, also quer zum, Kurs setzenden Strom ge-
fanden. In der Bab-el-Mandeb-Strafse fliefst das Wasser meist nach NW, des-
gleichen 'hat man auch zwischen Aden und Perim Weststrom. - Starker Oststrom,
welcher in der Mitte.des Aden-Golfes: oft nördliche Richtung annimmt, ist erst
östlich von Aden zu finden. ‚Der in ‚den ‘vorhergelienden Monaien unter der
afrikanischen Küste konstatirte westliche Gegenstrom ist jetzt kaum nachweisbar,
10. Oktober.
Die im Ganzen nur, leichten Nordwestwinde reichen in diesem Monate
nicht südlicher als zur‘ Breite‘ von Djiddah, haben‘ also im Vergleich zu ‚den
Verhältnissen im September ganz bedeutend an Terrain verloren. Sie sind jetzt
im‘ gesammten südlichen Rothen Meere: durch‘ Süd- und Südostwinde ersetzt,
welche im Perimfeld meist ziemlich kräftig wehen. Auch‘ im Golf von Aden
ist jetzt bereits jede Spur von Sommermonsun verschwunden, und Winde aus Ost
überwiegen wieder, sind jedoch hier durchschnittlich noch sehr. schwach. :
Windstillen sind überall mit Ausnahme, der Gegend von Perim bis Aden
recht häufig, besonders zwischen 22° und 16° N-Br. Sturmstärke ist sehr selten,
nur im Perimfeld aus SE, beobachtet. .. . .
Während im Luftmeere der September der eine Uebergangsmonat zwischen
den nur im südlichen Rothen Meere und Aden-Golf vorhandenen Monsunen
ist, findet im Wasser der Wechsel der vorherrschenden Bewegungsrichtungen
erst im Oktober statt. Ungemein‘ häufig notiren dabei jetzt die Schiffe gar keine
oder nicht nennenswerthe Versetzungen; im äufsersten Norden, wo ja auch die
Windrichtnng ziemlich konstant ist, überwiegen leichte südliche Ströme, für das
ganze übrige Rothe Meer läfst sich durchaus nichts‘ Bestimmtes sagen; das
Wasser wird eben im Wesentlichen bewegungslos sein. Selbst aus der Gegend
der Bab-el-Mandeb-Strafse fehlen Berichte‘ von beträchtlichem Strom. Dagegen
zeigt der Golf von Aden auf seiner Nordseite ziemlich- gut ausgesprochenen und
nicht unbedeutenden‘ Weststrom (also eine genau der ‘des September - entgegen:
gesetzte. Richtung), von. welchem nach Süden und Osten hin Wasser zurückkurvt.
Ann. d. Hyär. otc., 1896, Heft I,