Von Santos über Diamond Island, Balasore und Gopalpore nach Cochin, 439
erkundigte‘ sich. bei dem Kapitän .des Dampfers nach dem Landwege nach
Balasore und bat gleichzeitiyz um Speise und Trank, da man .den ganzen Tag
nichts gegessen ‚und. nur Trinkwasser im Boote hatte. ' Zwar waren am Nach-
mittage einige am Ufer stehende von. Menschen bewohnte Hütten passirt, da
man aber gleichzeitig ein aufserordentlich grofses Krokodil auf dem Ufer liegen
sah, so wagte man sich. nicht an das Land. Kurze Zeit vorher sollte auf dem
Flusse ein Krokodil erlegt sein, das eine Länge von 40 Fufs hatte und in dessen
Magen 50 Armbänder, . wie. sie von den indischen Frauen getragen werden, vor-
gefunden wurden.:.. ; ”
* Der Kapitän .des..obenerwähnten‘ Dampfers,: ein Indier, bezeichnete den
Reisenden einen ‚direkt. nach Balasore führenden Weg und rieth ihnen, denselben
wegen der. vorgerückten Tageszeit sofort. anzutreten. Eben vorher hatten ‚sich
drei .Mann . der Besatzung des Dampfers auf denselben Weg gemacht, um den
nöthigen . Proviant an‘ Bord zu: holen. Zwei seiner. Leute begleiteten. Kapt.
Rassmussen auf seinem Gange nach Balasore, die beiden anderen blieben: als
Wache bei dem Boote zurück, Sie befreundeten sich bald mit den anwesenden
Indiern und wurden von. diesen mit einer Mahlzeit Reis und Curry bewirthet,.
. ‚Der Weg zur Stadt führte auf einem Deiche entlang. Nach einem
8/4stündigen Marsche wurden die ersten Hütten von Balasore erreicht. Dieser
fast nur..aus Indierhütten bestehende Ort ist sehr lang, und es‘ dauerte
weitere .%/4 Stunden, bevor das eigentliche Reiseziel erreicht, war: -Auf dem
ganzen Wege begegneten den Wanderern viele Eingeborene sowie Heerden von
Kühen und Kälbern, Die Eingeborenen wichen den Fremden meistens scheu aus
oder. konnten die Frage nach dem Wege nicht verstehen. Endlich gelang .es,
einem Eingeborenen zu begegnen, der den Kapt. Rassmussen und seine beiden
Begleiter durch‘ Gebüsch ‘auf allerlei Kreuz- und Querwegen nach einem kleinen
Laden führte, der dem sogenannten Dubash (Händler) G..C. Neogy in.Kalkutta
gehörte. Sie.fanden bald den ersten Handlungsgehülfen und etwas später den
Chef des Hauses; der sie in einem öffentlichen Gebäude, dem sogenannten
Sailorshome, . unterbrachte. Dasselbe enthält eine bessere‘ Stube mit Tisch,
Stühlen und zwei Feldbetten, bestimmt für den Kapitän, und ein zweites, weniger
gut mit Tisch, Bank und Pritsche ausgerüstetes Zimmer für die Leute. Aufser-
dem sandie der Agent. zwei Eingeborene mit Lebensmitteln an die beim Boote
gebliebenen Leute, welche dann auch gegen 12 Uhr nachts mit dem Boote an
die Stadt kamen. . Letzteres wurde an der Staatswerft, wo es ganz sicher lag,
festgemacht.” Die Leute übernachteten ebenfalls in dem Sailorshome, wohin sie
das Bootsinventar mitgenommen hatten.
„Um 12’ Uhr in ‘der Nacht vom Sonnabend auf Sonntag wurde nach
einem etwa. 28stündigen Aufenthalte und. Beendigung der Geschäfte die Rück-
reise von Balasore nach der Rhede angetreten. 3'/2 Stunden später, also um
1/4 vor 4 Uhr. morgens, war die Flufsmündung erreicht und somit eine Entfernung
von 16 bis 18 Sm zurückgelegt. *. Seit 1 Uhr wurde die Fahrt durch ‚einen
starken Ebbestrom sehr beschleunigt. In nächster Nähe des rechten Flufsufers
steht eine weifse, Stange mit einem Korbgeflecht auf der Spitze: Von hier führt
ein Südsüdostkurs über die Barre nach einer schwarzen Tonne. Aufserdem wird
diese Strecke des Fahrwassers noch .durch zwei weiße Baken in der Nähe der
erstgenannten Stange mit dem Korbgeflechte bezeichnet, indem. man diese in
Deckung: hält, Von. .der schwarzen Tonne führt ein Südostkurs weiter bis zu
einer rothen Tonne und von dort ein Ostsüdostkurs nach einer kleinen weifsen
Tonne, der äufsersten des Fahrwassers. . N Sa
Das Boot. passirte glücklich. .die. rothe Tonne, bald darauf jedoch, etwa
um 4°%4 Uhr, nachdem man eine. Zeit lang O0OSO gesteuert hatte, hörte man
das Rauschen, der Brandung und spürte auch bald, dafs man sich auf flachen:
Wasser: befand. Man kehrte ;daher um, gerieth aber in der Dunkelheit. auf
einer Sandbank fest und lag nach Verlauf von *!/4 Stunde infolge des raschen
Fallens des Wassers vollständig trocken. Um 7 Uhr schleppte man das Boot
auf flottes Wasser und versuchte langsam vorwärts zu kommen. Dabei mufste
mehrere Male ausgestiegen werden, um nicht wieder auf Grund zu gerathen.
Es war indefs nicht möglich, die äußerste weiße Boje zu finden. Um 8 Uhr
fuhr man bei steigendem Wasser nach einem vor Anker liegenden Leichter, um
sich dort das Fahrwasser zeigen zu lassen. Dieses geschah, und da gleichzeitig