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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

Von Santos über Diamond Island, Balasore und Gopalpore nach Cochin, 439 
erkundigte‘ sich. bei dem Kapitän .des Dampfers nach dem Landwege nach 
Balasore und bat gleichzeitiyz um Speise und Trank, da man .den ganzen Tag 
nichts gegessen ‚und. nur Trinkwasser im Boote hatte. ' Zwar waren am Nach- 
mittage einige am Ufer stehende von. Menschen bewohnte Hütten passirt, da 
man aber gleichzeitig ein aufserordentlich grofses Krokodil auf dem Ufer liegen 
sah, so wagte man sich. nicht an das Land. Kurze Zeit vorher sollte auf dem 
Flusse ein Krokodil erlegt sein, das eine Länge von 40 Fufs hatte und in dessen 
Magen 50 Armbänder, . wie. sie von den indischen Frauen getragen werden, vor- 
gefunden wurden.:.. ; ” 
* Der Kapitän .des..obenerwähnten‘ Dampfers,: ein Indier, bezeichnete den 
Reisenden einen ‚direkt. nach Balasore führenden Weg und rieth ihnen, denselben 
wegen der. vorgerückten Tageszeit sofort. anzutreten. Eben vorher hatten ‚sich 
drei .Mann . der Besatzung des Dampfers auf denselben Weg gemacht, um den 
nöthigen . Proviant an‘ Bord zu: holen. Zwei seiner. Leute begleiteten. Kapt. 
Rassmussen auf seinem Gange nach Balasore, die beiden anderen blieben: als 
Wache bei dem Boote zurück, Sie befreundeten sich bald mit den anwesenden 
Indiern und wurden von. diesen mit einer Mahlzeit Reis und Curry bewirthet,. 
. ‚Der Weg zur Stadt führte auf einem Deiche entlang. Nach einem 
8/4stündigen Marsche wurden die ersten Hütten von Balasore erreicht. Dieser 
fast nur..aus Indierhütten bestehende Ort ist sehr lang, und es‘ dauerte 
weitere .%/4 Stunden, bevor das eigentliche Reiseziel erreicht, war: -Auf dem 
ganzen Wege begegneten den Wanderern viele Eingeborene sowie Heerden von 
Kühen und Kälbern, Die Eingeborenen wichen den Fremden meistens scheu aus 
oder. konnten die Frage nach dem Wege nicht verstehen. Endlich gelang .es, 
einem Eingeborenen zu begegnen, der den Kapt. Rassmussen und seine beiden 
Begleiter durch‘ Gebüsch ‘auf allerlei Kreuz- und Querwegen nach einem kleinen 
Laden führte, der dem sogenannten Dubash (Händler) G..C. Neogy in.Kalkutta 
gehörte. Sie.fanden bald den ersten Handlungsgehülfen und etwas später den 
Chef des Hauses; der sie in einem öffentlichen Gebäude, dem sogenannten 
Sailorshome, . unterbrachte. Dasselbe enthält eine bessere‘ Stube mit Tisch, 
Stühlen und zwei Feldbetten, bestimmt für den Kapitän, und ein zweites, weniger 
gut mit Tisch, Bank und Pritsche ausgerüstetes Zimmer für die Leute. Aufser- 
dem sandie der Agent. zwei Eingeborene mit Lebensmitteln an die beim Boote 
gebliebenen Leute, welche dann auch gegen 12 Uhr nachts mit dem Boote an 
die Stadt kamen. . Letzteres wurde an der Staatswerft, wo es ganz sicher lag, 
festgemacht.” Die Leute übernachteten ebenfalls in dem Sailorshome, wohin sie 
das Bootsinventar mitgenommen hatten. 
„Um 12’ Uhr in ‘der Nacht vom Sonnabend auf Sonntag wurde nach 
einem etwa. 28stündigen Aufenthalte und. Beendigung der Geschäfte die Rück- 
reise von Balasore nach der Rhede angetreten. 3'/2 Stunden später, also um 
1/4 vor 4 Uhr. morgens, war die Flufsmündung erreicht und somit eine Entfernung 
von 16 bis 18 Sm zurückgelegt. *. Seit 1 Uhr wurde die Fahrt durch ‚einen 
starken Ebbestrom sehr beschleunigt. In nächster Nähe des rechten Flufsufers 
steht eine weifse, Stange mit einem Korbgeflecht auf der Spitze: Von hier führt 
ein Südsüdostkurs über die Barre nach einer schwarzen Tonne. Aufserdem wird 
diese Strecke des Fahrwassers noch .durch zwei weiße Baken in der Nähe der 
erstgenannten Stange mit dem Korbgeflechte bezeichnet, indem. man diese in 
Deckung: hält, Von. .der schwarzen Tonne führt ein Südostkurs weiter bis zu 
einer rothen Tonne und von dort ein Ostsüdostkurs nach einer kleinen weifsen 
Tonne, der äufsersten des Fahrwassers. . N Sa 
Das Boot. passirte glücklich. .die. rothe Tonne, bald darauf jedoch, etwa 
um 4°%4 Uhr, nachdem man eine. Zeit lang O0OSO gesteuert hatte, hörte man 
das Rauschen, der Brandung und spürte auch bald, dafs man sich auf flachen: 
Wasser: befand. Man kehrte ;daher um, gerieth aber in der Dunkelheit. auf 
einer Sandbank fest und lag nach Verlauf von *!/4 Stunde infolge des raschen 
Fallens des Wassers vollständig trocken. Um 7 Uhr schleppte man das Boot 
auf flottes Wasser und versuchte langsam vorwärts zu kommen. Dabei mufste 
mehrere Male ausgestiegen werden, um nicht wieder auf Grund zu gerathen. 
Es war indefs nicht möglich, die äußerste weiße Boje zu finden. Um 8 Uhr 
fuhr man bei steigendem Wasser nach einem vor Anker liegenden Leichter, um 
sich dort das Fahrwasser zeigen zu lassen. Dieses geschah, und da gleichzeitig
	        
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