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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

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‚Annalen‘ der Hydrographie nud Maritimen Meteorologie, Oktober 1896. 
des Riffes von Diamond Island, für ein. gut mianövrirendes‘ Schiff ohne‘ Gefahr; 
vorausgesetzt, dafs eine stetige Briese weht. . . We 
Am 6. Januar 1893, nachdem das Schiff so viel als möglich‘ von den 
angesetzten Muscheln ‘befreit war, ging man morgens in’ See und steuerte den 
Kurs nach dem‘ Alguada-Riff. Um 12 Uhr mittags -peilte der Feuerthurm 
auf demselben SOzO, 2 Sm entfernt. Derselbe ist weils mit vier schwarzen 
borizontalen Ringen gestrichen. Von demselben führt in nordöstlicher Richtung 
eine kleine Brücke nach einem kleinen Hause, neben dem ein weifsgemalter 
Kraähn errichtet ist. Auf der Hinfahrt ‚näherte sich „Castor“ dem Feuerthurm 
les Alguada-Riffes an seiner Ostseite auf 1 bis 1'!/e, an seiner Südseite'auf 2 und 
an seiner Westseite auf 3 bis 4 Sm. ' Das englische Schiff „Orion“ aus Dundee 
hatte 1 Sm im Osten des Feuerthurmes vor Anker gelegen, um den Strom zu 
stoppen. 
PP Die Reise des „Castor“ nach Balasore nahm wegen des flauen Monsuns, 
der noch. dazu meistens eine nördliche, manchmal eine nordwestliche und nur 
zuweilen eine nordöstliche Richtung hatte, keinen schnellen Verlauf, Am 
13. Januar stand das Schiff auf 16,5° N-Br und 92,0° O-Lg — etwa 130 Sm von 
Jer Küste entfernt — und am 17. Januar um 6 Uhr abends ‘befand 63 sich 
wieder unter der Küste und peilte Foul Island NOzN, 6 Sm entfernt. Von nun 
an konnte meistens mit St. B.-Halsen weiter. gesegelt werden. Am 23. Januar 
war der Mittags Schiffsort 19,0° N-Br und 92,3° O-L, am 29 20,0° N-Br und 
90,1° O-Lg und am 1. Februar 21,0° N-Br und 88,9° O-Lg. Um 5 Uhr nach- 
mittags kam das Eastern Channel-Feuerschiff in Sicht. Es wehte eine leichte 
nördliche Briese, gerade eben genügend, um das Schiff gegen den Strom halten zu 
können. Bald nach. 12 Uhr nachts wurde das zuletzt genannte Feuerschiff 
passirt; . dann erhob sich ein etwas’ lebhafterer Wind, und unter beständigem 
Lothen’‘ weiter segelnd, sichtete man am 2. Februar um 11 Uhr vormittags in 
mw. WNW hohes Land, welches wohl 40 Si entfernt sein mochte. Um 
61/2 Uhr abends erreichte „Castor“ die Rhede von Balasore, woselbst auf 7,3 m 
(4 Faden) Wasser mit St. B.-Anker und 55m (30 Faden) Kette geankert wurde. 
Von diesem Ankerplatze aus peilten die. Sandhügel NzO, Sugar Peak W!/:N 
and der Flaggenmast an der Flufsmündung NWzW mw. Von dem Schnittpunkte 
dieser Peilungen aus sollte die schwarze Boje mit der Flaggenstange in Deckung 
zein; sie peilte aber 3'/2 Striche weiter nach rechts, also NzW'!/2W. Außer 
„Castor“ ankerten auf der Rhede noch zwei englische Schiffe, von denen das 
eine‘ zwei Tage nach der Ankunft von „Castor“ nach Mauritius in See ging, 
das andere, „Celestial Empire“ aus London, ebenfalls’ nach Cochin bestimmt war. 
Am Freitag den 3. Februar um 9'% Uhr vormittags verlief Kapt. 
Rassmussen mit vier Mann in seinem Boote das Schiff, um nach Balasore zu 
fahren, und steuerte zunächst auf geradem Wege nach dem Lande. Nach kurzer 
Zeit erschien der von Kalkutta nach Balasore fahrende Dampfer „Bassein“, 
dessen Kurs von dem des Bootes abwich., Letzteres änderte daher seinen Kurs 
and folgte dem Dampfer bis zur Flufsmündung. An der Nordseite derselben 
steht die Ruine eines steinernen Hauses, Der Kapitän stieg ans Land in der 
Erwartung, dort vielleicht Menschen anzutreffen. Das Haus aber war unbewohnt 
and soll, wie man später erfuhr, nur noch den Tigern als Schlupfwinkel dienen. 
Er wandte sich jetzt dem gegenüber liegenden Flufsufer zu und ging nach der 
Flaggyenstange, die nicht, wie es nach der Karte den Anschein hat, dicht am 
Ufer, sondern 1 bis 1’ Sm südlich von demselhen auf einem Sandhügel steht. 
Hier wohnten auch einige Indier, allei: man konnte sich 'nur sehr schwer mit 
ihnen’ verständigen. Es war mur so viel in Erfahrung zu bringen, dafs der Fufs- 
weg nach Balasore durch dichtes Gebüsch und Wildnifs führte. ‘Eine, Signal- 
oder Telegraphenstation; um die‘ Ankunft eines Schiffes nach Balasore melden 
zu können, ist hier nicht vorhanden.. Es blieb also nichts übrig, als zunächst 
auf dem Flusse weiter zu fahren. Die starke Ebbe war der Reise zwar sehr 
hinderlich,, doch wurde dieser Nachtheil durch. die frische günstige -Briese, mit 
der bis 3 Uhr nachmittags. gesegelt werden konnte, einigermaßsen abgeschwächt. 
Nun aber mufste zu den Riemen gegriffen und mit kurzen Ruhepausen bis 6 Uhr 
abends. ‚gerudert. werden, Um diese Zeit. kam man zu einem Trockendock, 
welches durch Thüren gegen den Flufs :abgesperrt war und in dem ein in der 
Kalkutta-Fahrt befindlicher Flufsdampfer ‚in. Reparatur lag. Kapt. Rassmusser
	        
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