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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

Von Loanda nach Swakop-Muünd; 
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_ Der Wind war meist südlich bis südwestlich schwach, nur vom Mittag 
des 16. bis zum Mittag des‘ 17. frischte‘ er bis gegen Stärke 6 auf. Da das 
Schiff in der steilen und ‚kurzen See stark stampfte, so wurde unter Mitbenutzung 
der Schratsegel ca 5 Strich beim Winde gesteuert und während der Nacht von 
der Küste ab- gegen Morgen nach derselben zu gelegen, bis auf ca 20 Sm heran. 
Das Kreuzen ‘mit Schratsegeln hat sich nicht bewährt, das Schiff arbeitet schwer, 
lag niedrig am Winde und trieb stark, Da der Wind hin und her gierte, die 
See aber beständiger aus einer Richtung stand, wurde schliefslich ohne Segel 
2 bis 3 Strich gegen die See angedampft, Das Schiff machte hierbei leichtere 
Bewegungen und kam verhältnifsmäfsig besser in der Kursrichtung vorwärts, 
An der Küste flaute der Wind schnell ab und blieb das Wetter bis zur 
Ankunft: vor-Swakop-Mund. ruhig; die” See glatt bis .zuf die gewöhnliche Dünung. 
Am 18. 19. 20. wurde nachts Wetterleuchten beobachtet, ‘am 20. morgens früh 
um, 12 bis 4a regnete- es; das Wetter‘ war während der ganzen Reise klar, 
so dafs die Küste meist schon auf weite Entfernung gesichtet wurde. Nebel 
schien zeitweise am westlichen Horizont zu stehen, wurde unter Land jedoch 
hicht angetroffen. Dagegen wurde nördlich von Swakopmund am 20. wiederum 
die Erscheinung bestätigt gefunden, dafs das Land durch Luftspiegelung be- 
deutend näher gerückt erscheint. Die Küste schien nur ca 5 Sm entfernt zu sein, 
die Oberkante der Brandungsbrecher war sogar schon deutlich zu erkennen, 
während das Land thatsächlich noch gegen 20 Sm entfernt war. Auffallend grofs 
war die Zahl der Walfische, welche am 18., 19. und 20. angetroffen wurde, 
Von Yokohama nach Nagasaki. 
Aus dem Reisebericht S. M. S. „Kaiser“, Kommandant Kapt. z. S. JÄSCHKE, 
S. M. S. „Kaiser“ verließfs am 5. Mai 1896, 12* 10”*a, den Hafen von 
Yokohama und traf am 7. Mai, 10* 30” p, in Nagasaki ein. 
Ueber Wind- und Wetterverhältnisse während der Reise ist Folgendes zu 
erwähnen: . 
. Am 5. Mai Windrichtung häufig ändernd zwischen ENE—Nord—-SWzW, 
Stärke 2 bis 3, Wetter klar, zeitweise wolkenloser Himmel, 
„ ‚Am 6. Mai Windrichtung WSW——Nord—NNE, Stärke 1 bis 2, von zeit- 
weisen Stillen unterbrochen. Wetter vormittags klar, nachmittags Regen. Am 
7. Mai Wind WNW-—Nord— Ost, Stärke 1 bis 3. Wetter vormittägs regnerisch, 
dann klar und leicht bewölkt. 
Von Yokohama bis Mikomoto zeigte sich die Stromversetzung den Gezeiten 
entsprechend. Von Mikomoto ab wurde zuerst W*/S gesteuert, um etwas näher 
unter die Küste und dadurch mit- Sicherheit aus dem Bereiche des Kurosiwo 
zu kommen. Von Omai Saki querab wurde WSW' gesteuert. Die beobachtete 
Stromversetzung zwischen Mikomoto und Omai Saki war N0zO 0,9 Sm pro Stunde. 
Von Omai Saki bis Siwo misaki wurde weder Strom gegenan noch auch 
Versetzung an die Küste beobachtet. 
Am 6. Mai, 11° 20” a, wurde auf Kobe-Rhede ein Lootse für die Inlandsee 
aus dem Grunde genommen, weil S, M. S. „Kaiser“ die Reise nach Nagasaki 
beschleunigt zurücklegen sollte und die Engen bei Nacht passirt werden mufsten. 
Ueber die Fahrt durch die Inlandsee ist Folgendes erwähnenswerth: Die Strom- 
versetzungen entsprachen den in der Segelanweisung enthaltenen Angaben, mit 
Ausnahme in der Akashi-Strafse, woselbst ein kaum merklicher Gegenstiom 
beobachtet wurde, obgleich nach der Berechnung der Strom hätte mit sein 
müssen. An der Nordspitze der Insel Oki sima zwischen Harima Nada und 
Bingo Nada ist. auf dem- flachen Ufer ein Leunchtthurm fertiggestellt, welcher 
nach Angabe der Lootsen drei Sektoren zeigt und zwar grün über Naka Se- 
Bank; weifs über das Fahrwasser und roth über Galatea Shoal. 
Von 8" 30" bis 11" p wurde durch die Abekari- und Aogi Seto gesteuert 
bei einer sehr dunklen und regnerischen Nacht. a 
“Die 'hauptsächlichsten Schwierigkeiten, welche sich bei der Passage boten, 
waren einmal das Auffinden- der‘ zu - passirenden: Huken - bei den „ungünstigen
	        
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