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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1896. 
neben 75 mm in Stolpmünde. Sehr ergiebige, in 24 Stunden 20 mm übersteigende 
Niederschläge hatten am 2. Stolpmünde (28 mm), am 3. Swinemünde (22), am 
7. Neuwerk (25), am 13. Cuxhaven (23), am 17, Rügenwaldermünde (22), am 18. 
Rixhöft und Neufahrwasser (je 24), am 22. Greifswalder Oie (24) und Rügen- 
waldermünde (21), am 23. Rügenwaldermünde (50) und Leba (27) und am 26, 
Borkum (40), Norderney (50), Nesserland (22), Karolinensiel (36), Wangeroog (41), 
Wilhelmshaven (23), Helgoland (44), Geestemünde (26), Neuwerk (51), Cuxhaven 
(21), Brunsbüttel (41), Glückstadt und Aarösund (je 25), Schleimünde, Kiel und 
Friedrichsort (je 30), Travemünde (29) und Marienleuchte (22 mm). 
Ausgedehnte Gewitter traten am 1. bis 3. an der mittleren und östlichen 
Ostsee, am 4. an der Nordsee, am 15. an der Ostsee, am 21. an der Nordsee, 
am 26. an der Nordsee, westlichen und mittleren Ostsee und am 31. an der 
Ostsee ostwärts bis zur pommerschen Küste auf. 
Nebel wurden nur vereinzelt beobachtet. 
Stürmische Winde, Stärke 8 und nur vereinzelt 9, wehten aus westlichen 
Richtungen am 4. an der östlichen Ostsee, am 16. an der mittleren Ostsee, am 
24. an der schleswig-holsteinischen Küste und am 27. an der Ostsee. 
Von den Windrichtungen traten an der Nordsee und westlichen Ostsee 
meist West—NW, seltener WSW, durch Häufigkeit ihres Auftretens hervor, 
während von der Oder ostwärts zunächst die Nordost- und weiterhin die Nord- 
winde zugleich mit einzelnen westlichen Richtungen am häufigsten beobachtet 
wurden. 
Nachdem am 1. August eine Centraleuropa bedeckende Depression ost- 
wärts fortgeschritten war, stellte sich am folgenden Tage bereits wieder diejenige 
Wetterlage her, welche in den vergangenen Monaten so häufig und andauernd 
schlechtes Wetter bedingt hatte; hoher Druck breitete sich von Westen her über 
den Britischen Inseln aus, während Skandinavien und das Ostseegebiet von einer 
Depression bedeckt wurden, dem Gebiet verschiedener, die Ostsee kreuzender 
Centren niedrigen Druckes, 
Besseres Wetter trat ein, als sich am 8. das Maximum von den Britischen 
Inseln her über Skandinavien bis Finnland erstreckte und am 8. bis 10. Winde 
aus östlichen Richtungen herbeiführte. Nach Abnahme des Luftdruckes über 
Skandinavien gingen die Winde jedoch am 11. wieder nach Westen herum unter 
dem Einflußs des Maximums im Westen, das sich jetzt südwärts verlagerte. 
Am 12. erschien eine Depression im hohen Nordwesten, die einen Aus- 
läufer nach der Nordsee entsandte; es entwickelte sich hier ein Theilminimum, 
welches am 14. bis 18. über Jütland und die südliche Ostsee nach Russland fort- 
schritt, an der Küste von vielfach stark auffrischenden rechtdrehenden westlichen 
Winden begleitet. 
Nachdem am 19. und 20. bei gleichmäfsiger Druckvertheilung leichte ver- 
änderliche Winde bestanden hatten, breitete sich am 21. von Norden her eine 
umfangreiche Depression über der Nordhälfte Europas aus, jedoch gewann das 
westlich von Frankreich lagernde Maximum alsbald an Ausdehnung, zunächst 
nordwärts und dann ostwärts, so dafs jene Depression rasch ostwärts gedrängt 
wurde. Doch schon am 24. lag ein neues Minimum nördlich von Schottland und 
schritt am 24. und 25. über Mittelskandinavien ostwärts fort. 
Am 26. und 27. zog ein weiteres Theilminimum von Nordwestdeutschland 
durch die Kieler Bucht nach Südschweden und veranlalste am 26. an der Nordsee 
und westlichen Ostsee ausgebreitete Gewitter mit außergewöhnlich starken Regen- 
fällen, am 27, an der Ostsee stürmische Winde aus westlichen Richtungen. 
Nunmehr trat besseres Wetter ein, indem die Küste bis Monatsschlufs 
unter der Herrschaft hohen Luftdruckes stand. Es stellte sich ein breiter Rücken 
hohen Druckes, von Frankreich nach Nordrussland reichend, her; auf seinem 
Nordabfall gelegen, hatte die Küste zunächst leichte Winde aus westlichen 
Richtungen, doch gingen diese bereits am 29. nach Osten herum, indem sich das 
Gebiet hohen Druckes im Osten nordwärts verlagerte. Gleichzeitig nahm der 
Luftdruck über Frankreich und dem Herzen des Kontinents ab, so dafs am 
Monatsschlufs ein Maximum über Finnland, Nordosteuropa beherrschend, bestand, 
gegenüber flachen Depressionen über den Britischen Inseln — eine längere Zeit 
nicht beobachtete Wetterlage, 
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