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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

von Horn; Ueber die. Form und ‚den Ursprung‘ der Gezeitenwellen. .‘. 
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Beobachtungspunkte .'. No. 68 und 69 70 71 72 
Alter der Springtide . . , .—2bis—4 . 4. 28' 21 Stunden: 
Alter der Parallaxtide ..:.° .. 729 50 , 42 BL 
Alter der Deklinationstide . . 15 bis 23 18 10 16 
Der Charakter unterscheidet sich von den . ätlantischen Gezeiten durch 
gröfsere eintägige Wellen. 
° Gruppe XV.‘ Mittelländisches Meer. 
Beobächtungspunkte . No. 73 74 .75 a 
Alter der Springtide ‚, . 19 4 ‘7 Stunden 
Alter. der Parallaxtide . ..13 ...37 —39 # 
Alter der Deklinationstide . 68 60 — 36 » 
Die Verhältnifszahlen laufen sehr auseinander. Auch das Alter der 
Gezeiten läfst‘ keinen Verband zwischen den verschiedenen Beobachtungspunkten 
entdecken. : Möglicherweise sind diese: Unregelmäfsigkeiten eine . Folge der 
geringen Amplituden der Gezeitenwellen, in jedem Falle weisen sie jedoch auf 
ein dem‘ Mittelländischen Meere eigenes Gezeitensystem, 
Als Zusammenstellung der angestellten Betrachtungen giebt die Tabelle 
auf Seite 426. eine allgemeine Uebersicht der Verhältnifszahlen und des Alters 
der Gezeiten in den verschiedenen Seen, „A 
Bezüglich der Frage des „Ursprunges der Gezeiten“ giebt diese Uebersicht 
einige, wenn auch für einen Theil negative. Definitionen. . % F 
Die geringe Anzahl Beobachtungen in den südlichen Oceanen gestaltet es 
schwierig, mit Sicherheit zu beurtheilen, ob in der That in diesen Seen der Ur- 
sprung „unserer Gezeiten: zu suchen ist. Einige Erscheinungen machen diese 
Annahme unwahrscheinlich... © N 
Zunächst die: Verhältnifszahl a welche in den südlichen Meeren einen 
zo 4 
geringen Werth und in dem Atlantischen Ocean sowohl an der europäischen wie 
an der amerikanischen Küste einen noch geringeren Werth hat. Diese Oceane 
sind jedoch geschieden durch das Gebiet der tropischen Meere, wo dieses Ver- 
hältnifs- überall viel größer ist.‘ Auch ist der kleine Werth: der Verhältnifszahl 
N typisch für den Nordatlantischen Ocean. 
2 
Das Verhältnifs der eintägigen Gezeiten = ist sowohl in. den südlichen 
Seen wie an unserer Küste gröfser als die Einheit, während dasselbe in den 
zwischenliegenden Seen kleiner als 1 ist. Endlich ist das Alter der Spring- und 
der Parallaxgezeiten in den südlichen. Oceanen (No. 1, 2 und 3) ungefähr gleich 
dem in -dem Nordatlantischen Ocean, was auch schwerlich der Fall sein könnte; 
wenn ‚ein und dieselbe Gezeitenwelle sich aus den südlichen Oceanen bis an 
ansere Küsten fortpflanzte. 
Das Bestehen einer Gezeitenwelle; welche sich nach den Vorstellungen 
von Whewell in dem Wasserring südlich von den Festländern bildet .und sich 
nach den „cotidal lines“ bis in die meisten Seen fortpflanzt, wird beim Betrachten 
der vorstehenden Tabelle höchst unwahrscheinlich, . 
Besser deckt sich mit den Ergebnissen die Annahme, dafs.die meisten 
Seen eigene Gezeitenwellen haben, ‚welche. theils geändert durch 
Fortpflanzungswellen aus benachbarten Seen, durch Interferenz oder 
Kombination zahllose verschiedene Typen bilden, welche unmöglich 
Scharf voneinander zu unterscheiden sind. . a . 
Ist diese. Annahme richtig, so ist in Hauptsache jede See der Ur- 
sprung ihrer eigenen Gezeiten, welche vielleicht allein an den Küsten an- 
sehnliche Amplitude besitzen. © ; 
Mit Ausnahme von Specialfällen, wo einer Gezeitenwelle längs den Küsten in 
ihrem Lauf zu folgen ist, wird dann auch eine Untersuchung des:Ursprunges der 
Erscheinung im Allgemeinen ebensowenig wie die Erklärung des Alters der „Gezeit“ 
oder das Suchen von cotidal lines zu befriedigenden Resultaten führen können, 
und werden die '„Hafenzeiten“ wenig, mehr als einigen praktischen Werth besitzen. 
Endlich wird durch diese Annahme jeder Grund verschwinden, um eine Anzahl von 
Erscheinungen, wie Alter von Gezeitenwellen u, dergl., welche mit der Theorie von 
Whewell unmöglich zu vereinigen sind, länger als „räthselhaft“ zu betrachten. 
Ann. d. Hvdr. ete.. 1896. Heft IX.
	        
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