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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

Schott: Das Rothe Meer 
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gröfste Windstärke zu gewärtigen. Daselbst sind auch Stürme, aber selten, vor- 
gekommen. 
Die Stromversetzungen sind jetzt sehr unregelmäfsige, so im ganzen nörd- 
lichen Rothen Meer, so im Golf von Aden. Nur unter der afrikanischen Küste 
im Aden-Golf hat man entschieden auf Weststrom und in der Nähe der Perim- 
Strafse und dem unmittelbar daran nordwärts sich anschliefsenden Theile ziemlich 
sicher noch auf nördlichen Strom zu rechnen, wobei nahe von Avocet Rock 
(13'/2° N-Br) Versetzungen nach diesem Rock hin (nach Ost) beobachtet worden 
sind. In der Breite von etwa 20° sind auffallend häufige und auch kräftige Süd- 
ströme konstatirt. 
Nahe der Achse des Meeres erreicht die Geschwindigkeit selten °/4 Knoten 
in der Stunde. 
4. April. 
Von den Winden kann wörtlich dasselbe gesagt werden, was im März 
gilt. Windstillen sind häufig (über 10°%,) im Golf von Suez und zwischen 22° 
und 16° N-Br. Die Strömungen laufen von Suez bis zu den „Brüdern“ 
(26'/2° N-Br) vorwiegend südlich, von hier bis Daedalus-Bank und weiter bis 
nach 22° N-Br setzt das Wasser meist nordwestlich. von 22° N-Br bis 19° N-Br 
sehr unregelmäfsig, in der Regel aber nach Süden; diese Richtung findet man 
nahe der arabischen Küste schon von 24° N-Br an. In der südlichen Hälfte des 
Meeres wiederum hat man nördliche Wasserbewegung um so ausgeprägter, je 
mehr man sich der Bab-el-Mandeb-Strafse nähert; in einzelnen Fällen betrug in 
dieser Gegend die Geschwindigkeit bis nahe an 40 Sm pro Tag. Im Golf von 
Aden ist der Strom sehr unregelmäfsig und schwach, nur in der westlichen Hälfte, 
und zwar in deren nördlichem Theil, ist eine allgemeine Trift nach Westen 
deutlich erkennbar. 
Stromstillen sind auf dem ganzen Gebiete häufig. 
5. Mai. 
Die Windverhältnisse sind noch immer, was die Richtungen anlangt, die- 
selben wie in den zwei Vormonaten; der Uebergang zum Südwestmonsun, welcher 
gegen Ende des Monats zuerst im Golf von Aden und dem südlichsten Rothen 
Meere sich vollzieht, macht sich aber in einem allgemeinen, beträchtlichen Rück- 
gang der Windstärke bemerklich. Im Golf von Aden speciell ist zwar noch 
Luftbewegung aus Ost vorwiegend, aber es ist nur ein ganz leichter Wind, der 
von bereits westlichem Luftzug und sehr häufigen Windstillen, die z. B. zwischen 
48° und 50° O-Lg 18% aller Beobachtungen ausmachen, unterbrochen sind. In 
Abtheilung „J“, welche wir kurzweg auch „Perimfeld“ nennen werden, da diese 
Gegend oft zu erwähnen sein wird, ist meistens die Luftströmung etwas kräftiger, 
und zwar aus SE, welche Winde bis 14° N-Br sich erstrecken. Nördlich von 
16° N-Br, d. h. im ganzen übrigen Rothen Meere, sind sehr leichte nordwestliche 
Winde durchaus überwiegend; die Ansätze zu Luftbewegungen aus SE, die im 
April und besonders im März sogar schon aufgetreten waren, sind auffallender- 
weise in diesem Monat nicht beobachtet. 
Die Wasserbewegungen, welche sehr grofßse Uebereinstimmungen mit denen 
im April zeigen, sind zwischen Suez und 26°. N-Br vorwiegend südlich gerichtet, 
nördlich dagegen zwischen 26° und 22° N-Br, südlich wieder zwischen 22° und 
19° N-Br, und zwar öfters von nicht unbeträchtlicher Stärke (1 Knoten pro 
Stunde). Von 19° N-Br bis Perim hat man wieder im Allgemeinen Nordwest- 
strom. Im Golf von Aden gehen die Versetzungen vollkommen durcheinander, 
sind auch durchweg sehr unbedeutend. 
6. Juni. 
Der Uebergang zum sommerlichen System ist nunmehr vollzogen; der Süd- 
westmonsun des Indischen Oseans herrscht jetzt auch, wenngleich nur erst als 
leichte oder mäfsige Briese, im Golf von Aden und vermag ferner auch vom 
ganzen südlichen Rothen Meere, wo bis dahin noch immer Südostwinde geweht 
hatten, die Luft anzusaugen, so dafs wir jetzt dort entsprechend der Richtung 
der Küste Nordwestwinde haben, welche übrigens auch im nördlichen Rothen 
Meere durchaus vorherrschen. (In der Perim-Strafse sind die alten winterlichen
	        
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