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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

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Annälen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1896. 
hältnifs von M, zu K, und O viel kleiner und das Verhältnifs , auch kleiner 
als in dem Golf von Arabien ist. Sind die Gezeiten in beiden Seen vielleicht 
auch in Hauptsache Foripflanzungswellen aus dem Indischen Ocean, so zeigt das 
Vorhergegangene doch klar, dafs in einem dieser Seen oder in beiden eine sehr 
merkbare eigene Gezeitenbildung stattfindet. 
Bei der nun folgenden Betrachtung der Gezeitenwellen in den verschiedenen 
Seen soll das Alter von Springtide, von Parallaxtide und von Deklinations- 
tide in Untersuchung gezogen werden. Damit ist Folgendes gemeint: 
Ist auf einem gewissen Beobachtungspunkt die Verspätung von Welle 
M, = xm und von Welle S, = xs, dann stellen diese Gröfsen xw und xs vor die 
Phase der Tide (oder 5G und SG die Zeit), welche verlaufen mufs 
zwischen dem Augenblick, dafs die betreffenden Gestirne durch den Meridian des 
Beobachtungspunktes gehen und dem Augenblick des Hochwassers von M, und 8,. 
Da die Aenderung des Argumentes in der Zeiteinheit von S, mit der von M, unı 
2 (0 — n) oder 1° 016 pro Stunde verschieden ist, somit in einer Stunde die Welle S, 
die Welle M, in Phase 1° 016 einholt, so wird die Phase beider Wellentypen  5uie. 
Stunden nach dem Augenblick, dafs S, und M, durch den Meridian des Beob- 
achtungspunktes gegangen sind, dieselbe sein und beide also zusammenfallen. 
Die Springtide tritt dann ebenso viele Stunden nach dem theoretischen Augen- 
blick des Zusammenwirkens der diese Springtide hervorbringenden Ursachen anf. 
Diese Gröfse wird darum das „Alter der Springtide“ genannt. 
244 ZM — XN __ XM — N . Lk 
Ebenso ist 70 7 050 das Alter der Parallaxtide, wenn xy 
die Verzögerung des Wellentypes N vorstellt. Dieser Ausdruck giebt an, um 
wieviel später sich der Mondeinflufs am stärksten fühlbar macht als in dem 
Augenblick, dafs der Mond in seinem Perigäum war, da co — w die Geschwindigkeit 
des Mondes in Bezug auf sein Perigäum ist. 
Ebenso kann man A = rs oder den Unterschied in der Ver- 
zögerung von Welle K, und Welle O, getheilt durch 20, nennen: das Alter 
der Deklinationstide, weil dieser Ausdruck angiebt, wie viele Stunden die 
stärkste Wirkung der Deklination nach dem Augenblick fällt, dafs die Mond- 
deklination am größten ist. 
Aus den Daten der 75 Beobachtungspunkte ist bezüglich der Kigen- 
thümlichkeiten der Gezeiten in den verschiedenen Seen nun Folgendes zu ent- 
nehmen: 
Gruppe I, Die südlichen Oceane. 
Beobachtungspunkte . . . No. 1 2 3 
Alter der Springtide . . . . 23 37 42 Stunden 
Alter der Parallaxtide . . . . 26 49 72 # 
Alter der Deklinationstide . . . 31 30 — 3 » 
Die Gezeiten auf den Kerguelen (No. 3) scheinen sich im Charakter mehr 
dem Type des Südatlantischen als dem des Indischen Oceans zu nähern, aus 
welchem Grunde dieser Beobachtungspunkt dieser Gruppe hinzugefügt ist. 
Merkwürdig ist die bedeutende Größe von Welle O0, so dafs Amplitude 
oO P 
nr 1 ist. 
K.— 
Es sind zu wenig Beobachtungspunkte vorhanden, um aus dem Alter der 
Gezeiten Schlüsse zu ziehen. Die Verzögerung der eintägigen Gezeiten auf den 
Kerguelen ist möglicherweise falsch, was wegen der kurzen Beobachtungszeit 
denkbar ist. 
Gruppe II. Indischer Ocean. 
Beobachtungspunkte . . . No. 4 5 6 
Alter der Springtide . . . . 6 3 62 Stunden 
Alter der Parallaxtide , . . .—9) —17 46 
Alter der Deklinationstide . 8 21 17
	        
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