We ule: Zum. Problem der Sedimentbildung.
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gewöhnlich schnell ab. Hauptbedingung für scharf ausgeprägte Schichtenbildung
ist eine stets gleichbleibende Temperatur. Schwankungen derselben rufen. inner-
halb der Flüssigkeit Gegenströmungen. hervor, ‚die keine Stratifikation aufkommen
lassen. '; Als‘ weitere hindernde Umstände kommen noch -in Betracht: ein zu
geringer Sedimentgehalt und eine zu grofse Fallgeschwindigkeit,
Um die. Geschwindigkeit des Absatzes bei‘ voneinander verschiedenen,
sich selbst jedoch stets gleichbleibenden Temperaturen zu messen, liefßs Thoulet
seine. Mischung: fünfmal je 80 Stunden bei Temperaturen von 52°, 55,5°, 56,5°,
62° und 66,5° stehen. Als Resultat ergab sich ein schnellerer Niederschlag: bei
den höheren Graden: Thoulet nimmt an, dafs die Abscheidung sich mit ab-
nehmender Temperatur in einfachem Verhältnifs. verlangsamt, und :rechnet dann
aus, dafs bei 23° C überhaupt kein Absatz mehr. stattfindet, also: die Theilchen
fortgesetzt in Suspension bleiben, : Dies will er auch durch einen Versuch
bestätigt gefunden haben.‘ Den schnelleren Fall bei‘ höheren Wärmegraden
erklärt er auf folgende: Weise; Der Ausdehnungs-Koefficient eines festen Körpers
ist kleiner als der des flüssigen, daher vergröfsert sich ‚die , Differenz des
specifischen Gewichts, mit zunehmender Temperatur, und die festen Theilchen
sinken. schneller zu Boden. Bei 23° C haben beiderlei Körper gleiche: Dichten,
und es findet kein Absatz mehr statt. .
Zur- Unterstützung seiner Behauptung führt: Thoulet’‘ das Verhalten. des
Wassers zwischen‘. + 4° und 0° zu Sinkstoffen an. Das Wasser nimmt an Volumen
zu, die Sinkstoffe ab; die Dichtedifferenz wird gröfser, die festen Theilchen müssen
sinken, das: Wasser. mufs ‚sich klären. Dies ist ja denn auch in der That der
Fall. Ferner ist das Eis stets reiner als das, Wasser, wie man dies ohne Mühe
an: dem Eise sehen kann, .das sich über dem schmutzigen Wasser tief ausgefahrener
Wagengeleise.: bildet. Dasselbe. ist. in‘ dünnen Schichten. auffallend rein. - In
gleichem Sinne, nämlich um den klärenden Einflufs der Kälte zu dokumentiren,
verweist Brewer auf das bekannte Beispiel der gefrorenen Tinte. - Temperatur-
schwankungen wirken auf die Opalescenz, mit welchem Ausdruck wir .die. stabil
bleibende‘ Trübung- bezeichnet haben, in der Weise, dafs mit ihrem Eintritt die
Intensität der Trübung sich. ändert. Es ist, sagt Brewer, als wenn durch
Diffusion Sedimente aufgehoben würden, die bei anderen Temperaturen am Boden
ruhen.‘ Wurde die Flüssigkeit erhitzt, so gerann der Thon und sank schnell zu
Boden, falls das Gefäfs der Ruhe überlassen wurde. .Liefßs Brewer dagegen die
erhitzte Masse bis zu einer gewissen Temperatur erkalten und schüttelte dieselbe
dann wieder tüchtig durch, so dauerte es tagelang, bis sie wieder 80 klar wurde
wie. die erhitzte und ‚ohne Störung erkaltete in Minuten geworden war, Brewer
hält es demnach für wahrscheinlich, dafs die Farbentöne einiger heißer Quellen
des Yellowstone-Parks auf das Verhalten: der Sinkstoffe in heißem. Wasser
zurückzuführen sind, Ra 17 ; . -
. Wie sind nun die Erscheinungen der Schichtenbildung und ’der dauernden
Suspension: zu. erklären? Brewer hatte; wie schon. oben erwähnt wurde, Unter-
suchungen ‚angestellt über den Zusammenhang der Brownschen Molekular-
bewegungen mit der Sedimentbildung und war zu dem Resultat gekommen, dafs
diese Bewegungen in ruhigem, womöglich am dunklen Ort befindlichem, raschem
Temperaturwechsel :kaum ausgesetztem. Wasser für, die Suspension. schwerer
Theilchen (in ’einer leichteren Flüssigkeit: keineswegs verantwortlich zu machen
sind. Brewer hält vielmehr sowohl die dauernde Suspension wie. auch die
Schichtenbildung für Vorgänge chemischer Natur, Er glaubt, dafs die T'honerde-
und Eisensilikate Wasser aufnehmen‘ und anschwellen, das eine‘ mehr, das
andere weniger. - Säuren, Salze, Wärme und andere Faktoren ändern diesen Zu-
stand. der Hydratbildung und damit das Verhalten des Materials- gegen Wasser.
Manche Hydrate, die bei einer bestimmten Temperatur existiren, werden‘ bei einer
anderen zersetzt (auch durch Salze, Säuren etc.). Er glaubt also, dafs die Thone
und vielleicht auch andere, ähnlich zusammengesetzte Substanzen im Wasser neue
Verbindungen eingehen, die zwar nur unter ganz bestimmten Bedingungen, zu Stande
kommen, dennoch aber im Haushalt der Natur :von grofser Wichtigkeit sind,
; Demnach. 'repräsentiren die verschiedenen ‚Schichten des suspendirten
Materials verschiedene chemische Zusammensetzungen einer Verbindungsreihe:
Sehr ;fein vertheilter, Thon. bildet 6. bis 8 :solcher Schichten, : die; voneinander
verschiedene Verbindungen darstellen;. Jede dieser Schichten enthält alle‘ die