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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

Schott: Das Rothe Meer, 
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Zu Grunde liegt, wie in der Vorrede angegeben ist, fast ganz ausschließlich 
Beobachtungsmaterial, welches seit 1869, dem, Eröffnungsjahr des Suez-Kanals, 
von Dampfern gesammelt worden ist. Daher kommt es, dafs die Beobachtungen 
sich nur auf die Dampferroute, d. i. eine centrale Linie, welche das ganze Rothe 
Meer von Norden nach Süden durchschneidet, beziehen. Für die. Zwecke der 
Navigation bedeutet dies keinen. Nachtheil, weil ja eben alle Schiffe denselben 
Weg verfolgen. 
Da die folgenden Mittheilungen auch lediglich dem Nutzen der Schiffahrt 
dienen und dem Schiffsführer einen auf langjährigen Erfahrungen beruhenden 
Anhalt über die mittleren Verhältnisse geben sollen, welche er bei der Fahrt in 
diesem Meere erwarten darf, so wird hier Monat für Monat der wesentliche 
Inhalt der Kartenbilder wiedergegeben, wobei theilweise die schon erwähnten, 
beigedruckten englischen Textbemerkungen benutzt werden konnten. Das Haupt- 
gewicht soll dabei auf die Strombeobachtungen gelegt werden, als diejenige 
oceanische Erscheinung, die in einem relativ engen Fahrwasser, wie es das Rothe 
Meer doch ist, besondere Aufmerksamkeit und Berücksichtigung verlangt. In 
zweiter Linie folgen Angaben über die Windverhältnisse, da dieselben auch für 
Dampfer ein unter vielen Umständen sehr wichtiger Faktor sind. Notizen über den 
Barometerstand und die Temperatur der Luft wie des Wassers werden nicht im 
Text gegeben, sondern zuletzt in der Form von Tabellen mitgetheilt werden, so 
dafs man aus ihnen leicht den mittleren, für die jeweilige Jahreszeit normalen 
Werth der drei Faktoren entnehmen kann. ; 
Es wird hier nicht beabsichtigt, aus diesem Material eine geographische, 
zusammenfassende Beschreibung des Rothen Meeres abzuleiten, doch soll am 
Schluß auf einige allgemein interessante Resultate hingewiesen werden. 
Von Seiten der Marine-Akademie in Fiume ist augenblicklich unter der 
Leitung der Herren Professoren Luksch und Wolf auf dem Öösterreichisch- 
ungarischen Kriegsschiff „Pola“ eine oceanographische Erforschung zunächst der 
nördlichen Hälfte des Rothen Meeres bis Djiddah im Werke; es wird sich dabei 
in entsprechender Weise, wie dies schon von denselben Forschern für die Adria 
und das ganze östliche Mittelmeer geschehen ist, vorwiegend um wissenschaftliche 
Tiefseeforschung handeln, welche von durchaus anderen Gesichtspunkten aus- 
geht und in der Hauptsache ‚auch andere Zwecke verfolgt als diejenigen, welche 
für die hier besprochene 
Materialsammlung durch in 
Fahrt gewesene Schiffe mafs- 
gebend gewesen sind. ; 
Um nicht genöthigt 
zu sein, die einzelnen Fel- 
der stets nach ihrer geo- 
graphischen Breite, bezw. 
im Golf von Aden nach 
ihrer geographischen Länge 
zu bezeichnen, wird . hier 
eine Skizze eingefügt. in 
welcher durch Buchstaben 
lie verschiedenen, aufein- 
ander folgenden Flächen 
gekennzeichnet *sind. 
Nach dem vorliegen- 
den Kartenwerk kann die 
magnetische Variation oder 
Deklination der Magnetnadel 
für das ganze Rothe Meer 
zu 4° West (1892) ange- 
nommen werden, bei einer 
jährlichen Abnahme, die 1'/2‘ 
zu Aden, bis 4‘ zu Suez be- 
trägt. ; 
B- 
F
	        
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