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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1896.
Nicht allein der Lachsfang, sondern auch der Fang von Dorsch, Hering
and Plattfischen würden durch die Hafenanlage wesentlich gehoben werden.
Betrachten wir nun noch kurz die Verbindungen, die Alknicken mit dem
Hinterlande und Königsberg hat. In dieser Beziehung ist Cranz günstiger daran.
Doch steht wohl zu hoffen, dafs bald eine Verbindung durch Neben- oder Klein-
bahn von Palmnicken über Warnicken, Rauschen und Alknicken im Anschluß an
lie Cranz — Königsberger Bahn hergestellt oder dafs zunächst die Herstellung
einer Bahn von Cranz nach Neu-Kuhren über Alknicken ausgeführt wird.
Sollte es aber hierzu noch nicht so bald kommen, so würde die Ueber-
sendung der gefangenen Fische zunächst nach Cranz zum Anschlufs an die Eisen-
bahn zu erfolgen haben. Dahin sind ca 14 km auf in neuerer Zeit chaussirtem
Wege. Will man von Alknicken über Pobethen und Drugehnen nach Königs-
berg fahren, so sind 37km zurückzulegen; wählt man den Weg von Pobethen
iber Jonglauken und Tannenkrug, so sind es nach Königsberg nur 33,5 km,
Ein direkter Wagenverkehr ist demnach immer noch ausführbar.
Baukosten. Der Bau des Helaer Hafens hat 180 000 Mk. gekostet: sie
zind von der Königlichen Staatsregierung für das Jahr 1892 zur Verfügung
gestellt, und ist der Bau in den Jahren 1892 und 1893 ausgeführt worden.
Für Norderney und Norddeich sind seinerzeit Millionen verausgabt worden.
Der Bau des neuen Fischhafens in Geestemünde war auf 5573 000 Mk. ver-
anschlagt, und zur Erweiterung des Fischereihafens in Altona sind im. Jahre
1894/95 733 500 Mk, als Staatsbeihülfe gewährt worden.
Hamburg hat auf eigene Kosten in Cuxhaven einen geräumigen Fischerei-
hafen angelegt.
Im Hinblick auf diese Millionen, welche zur Erbauung von Fischereihäfen
und Erweiterung solcher in der Nordsee verausgabt sind, sind die Bauten an der
Ostsee billig.
In der Ostsee ist in Pommern der Hafen auf der Greifswalder Oie erbaut
worden, und für den Hafen bei Safsnitz, der auch für den Postschiffsverkehr
nach Schweden dienen soll, sind 1013 000 Mk. veranschlagt worden.
Voraussichtlich wird ein Hafen bei Alknicken, da die Steine vor der Bau-
stelle und um diese herum liegen, verhältnismäßig billig herzustellen sein.
Neufahrwasser, im Juni 1896. :
Zum Problem der Sedimentbildung.
Von Dr.-K, WEULE in Berlin,
l.
Unter allen Problemen der physischen Erdkunde befafst sich kaum eins
mit einer räumlich so ausgedehnten Erscheinung wie das Problem der Sediment-
vildung; ist doch der bei Weitem größte Theil der Erdoberfläche zu irgend einer
Periode der Postprimordialzeit einmal, oft auch mehrfach, der Schauplatz der
absetzenden Thätigkeit des Wassers, sei es des Meeres oder der Binnenseen, sei
28 der Flufßläufe, gewesen. In seinem ganzen Umfange umfafst das Problem
demnach die Frage nach der Entstehung sämmtlicher geschichteten Gesteine über-
Grofs-Huhnicken auf Strand gekommen. Die Leute sind geborgen; das pommersche Fischerfahrzeug
ist ganz verloren, der Kutter aber arg beschädigt worden.
Zufolge weiterer gefälliger Mittheilung des Herrn Lootsenkommandeurs Köthner in Pillau
sind ferner im Laufe der letzten zehn Jahre an der samländischen Küste folgende Strandungen
vorgekommen:
Ein Segelschiff, vier Lachskutter, 32 Fischerboote, vier Steinfahrzeuge und ein größerer
Dampfer. Letzterer wurde nach längerem Festsitzen wieder abgebracht,
Bei diesen Strandungen sind 25 Menschen ertrunken; ein Mann wurde in einem gestrandeten
Fahrzeug erfroren aufgefunden.
Endlich ist noch, wie vom Gemeindevorstand aus Grofs- Kuhren mitgetheilt wird, im
November 1893 ein Lachsboot mit vier Mann verunglückt, und sind einige Jahre vorher vier Mann
von einem Fahrzeuge gerettet und einer ertrunken.