Darmer: Ostpreufsens Fischereihafen an der samländischen Küste, 399
Güte des zum Bau verwendeten Materials übertrifft aber das schwedische, auch
sind sie fester gebaut. ;
Man fischt allgemein noch mit offenen Booten. Diese führen auch Treib-
netze für den Heringsfang und betreiben die Lachsangelfischerei gelegentlich.
Ein Aufschwung, wie ihn die Treibnetzfischerei mit gedeckten Hochseebooten
in den letzten Jahren in der Danziger Bucht und an der hinterpommerschen
Küste in so grofsem Malse genommen hat, ist in Ostpreufsen aber noch wenig
zu spüren.
Und nun zur Hafenfrage, welcher in erster Reihe diese Erörterungen
gelten sollen.
Zwischen Pillau und Memel liegt eine eiserne 90 Sm (167 km) lange
Küstenstrecke, welche völlig hafenlos ist. An derselben liegen die Fischerorte
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Plan 1.
Kraxtepellen, Hubnicken, Dirschkeim, Grofs- und Klein - Kuhren, Neu - Kuhren,
Alknicken, Cranz, Sarkau und weiter die Nehrung hinauf. Kunzen, Rossitten,
Pillkoppen, Nidden u. A. Gute Fangplätze für die Fischer dieser Orte sind in
30 bis 50 m Tiefe nördlich von der samländischen Küste. Fischerboote, welche
die Fangplätze aufsuchen und von nördlichen Stürmen befallen werden, gerathen
in eine gefährliche Lage, wenn sie Brüsterort nicht mehr zu klariren vermögen,
Ihnen bleibt nur übrig, im Falle sie den Sturm nicht abzuwettern und See nicht
mehr zu halten vermögen, die Boote auf den Strand zu setzen. Bei Seegang ist
dies stets ein gefährliches Unternehmen, nicht selten sind Boote in der Brandung
gekentert oder auf den zahllos an der samländischen Küste liegenden Steinen
jeck gestofsen und der Verlust von Fahrzeugen und Menschenleben beklagt worden.