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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1896. 
Krestöfski wurde eine Anomalie festgestellt: die Deklination beträgt statt der 
erwarteten 25 Grad volle 46 Grad; der Raum der Anomalie mul sehr grofßs 
sein, da sowohl die Expedition als Wiggins auch im offenen Meere Ab- 
weichungen in den Anzeigen des Kompasses bemerkt haben. 
Pendelbeobachtungen wurden an drei Stellen angestellt: in Yeniscisk vier 
Reihen, in Goltshikha zwei und in Diekson-Hafen zwei, Die Temperatur konnte 
dabei ausreichend gleichmäfsig gehalten werden, besonders in Yenisgisk und in 
Dickson-Hafen; im letzteren, wo die Beobachtungen in einer selbsterbauten Hütte 
gemacht wurden, hat Herr Vilkitski die Temperatur dadurch regulirt, daß er ein 
oder zwei Matrosen mit sich hineinsetzte. 
Die meteorologischen und hydrologischen Beobachtungen wurden alle vier 
Stunden oder öfter angestellt. Die Temperatur des Wassers nahm von 17° bis 15°C 
bei Jeniseisk, auf 8° bei der Ankunft in Dickson-Hafen ab; Ende August war sie 
ebenda schon unter Null gefallen. 
Salzgehalt war bei Goltshikba nur bei anhaltenden nördlichen Winden zu 
merken, und erst unterhalb Kap Krestofski beständig. 
Die Fluthhöhe ist in Dickson-Hafen fast 4', in Goltshikha etwas über 
3 Decimeter. 
Die Stromgeschwindigkeit ist in Yeniseisk bedeutend: in der Mitte des 
Flusses 5 Knoten, an den Ufern 2 bis 1’; je weiter abwärts, um so geringer, 
bei Kap Gostinni kaum noch merkbar. Die Tidenströme sind auch nur schwach: 
bei Goltshikha bis zu 0,8 Knoten, weiter im Norden etwas mehr. 
Die Expedition hat mehrmals schöne und langdauernde Nordlichter 
beobachtet. Die Magnetnadel zeigte nur bei deren Beginn starke Schwankungen 
und blieb weiterhin ruhig. W. Köppen. 
Das Rothe Meer. 
Die für die Schiffahrt wichtigen meteorologischen 
und hydrographischen Verhältnisse, 
nach dem englischen Kartenwerk bearbeitet von Dr. G. SCHOTT. 
Der Umstand, dafs eine sehr grofse Zahl unter deutscher Flagge fahrender 
Dampfer, so z. B. die Schiffe der drei Reichspostdampfer-Linien, alljährlich das 
Rothe Meer passiren, läfßst es angezeigt erscheinen, hier in einem Textauszug den 
wesentlichen Inhalt eines grofsen Kartenwerkes zu veröffentlichen, welches im 
Januar 1895 vom Londoner Meteorologischen Amt herausgegeben worden ist und 
welches trotz verhältnifsmäfsiger Wohlfeilheit (Preis 21 Mk.) doch auf der deutschen 
Handelsflotte nur wenig Verbreitung finden dürfte. Das Werk enthält 24 Karten 
des Rothen Meeres, auf jeder Karte sind einige begleitende Textworte, welche 
den Grundcharakter der in der Karte dargestellten Erscheinungen bezeichnen 
sollen, hinzugefügt. Die 12 ersten Karten geben für jeden Monat des Jahres 
Angaben über die meteorologischen Verhältnisse, die 12 übrigen Karten über 
die hydrographischen. Auf den meteorologischen Karten ist für Flächen von 
je 2° Breite und der ganzen jeweiligen Ausdehnung des Rothen Meeres in 
West—Ostrichtung die Vertheilung der beobachteten Winde auf die verschiedenen 
Himmelsrichtungen in der Form einer Windrose dargestellt und außerdem ein 
mittlerer Werth der abgelesenen Barometerstände und Lufttemperaturen berechnet. 
Auch Angaben über den Stand des feuchten Thermometers sind für die gleichen 
Flächeneinheiten gemacht, so dafs man auch die Luftfeuchtigkeiten ermitteln kann. 
Auf den hydrographischen Karten finden wir für die entsprechenden Flächen 
die beobachteten Stromversetzungen eingetragen, außerdem Angaben über die 
Temperatur und das specifische Gewicht des Seewassers. — Die Beobachtungen 
reichen im Norden bis in den Golf von Suez hinein; im Süden ist nicht mit 
der Strafe von Bab-el-Mandeb abgeschlossen worden, sondern der ganze Golf von 
Aden bis nach 50° O-Lg v. Gr. in die Darstellung mit einbezogen, so dafs der 
Anschlufs an frühere englische und holländische Publikationen, in welchen die 
maritime Meteorologie der Gewässer von Sokotra und dem Kap Guardafui be- 
handelt ist, ein vollkommener wird.
	        
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