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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1896. 
Rundreise inder Samoa-Gruppe vom 17.September bis 2.Oktober 1895. 
Aus dem Bericht S. M. S. „Falke“, Kommandant Korv.-Kapt. Graf HEINRICH MOLTKE. 
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Beiträge zur Segelanweisung. 
A. Upola. 
ı. Falealili. Wenn man von Osten kommt, hebt sich die dem Hafen 
von Falealili vorgelagerte Insel Nunsafe (Satalo) deutlich ab und ist deshalb als 
Peilobjekt sowie als Erkennungsmarke für den Hafen von Falealili gut zu 
benutzen. S. M. S. „Falke“ lief in den westlichen Theil des Hafens ein. Es 
wurde, sobald auf dem Ansteuerungskurse von Osten her (mw. W'/2S) die Insel 
Nunsafe querab kam, der Kurs mw. NW'/AAW eingeschlagen und so lange ge- 
steuert, bis ein auf der östlichen Huk des Hafens befindliches samoanisches 
Grabmal, das sich durch seinen weißen Anstrich scharf abhebt und von allen 
Seiten von See aus gut sichtbar ist, in die Peilung mw. ON0'40 kam. Mit 
Jiesem Kurse wurde darauf auf obiges Grabmal zugesteuert und geankert, sobald 
eine am nördlichen Strande gelegene gut sichtbare weiße Kirche NzW mw. peilte. 
Die beiden die westliche Einfahrt einengenden Untiefen von 2m und 0,5m 
Wassertiefe waren beim Einlaufen bei Niedrigwasser gut sichtbar; zum Auslaufen 
wurde die 0,5 m-Stelle durch ein auf ihr verankertes Boot kenntlich gemacht. 
Für Schwoien vor einem Anker bietet der Hafen von Falealili wenig 
Raum, da wegen der beträchtlichen sehr wechselnden Wassertiefen — S. M. 8. 
„Falke“ ankerte auf 23 m — längere Kette gesteckt werden mufs. Nach Aus- 
sage des an Bord befindlichen Lootsen Manuel Silva soll jedoch selbst bei 
ganz verschiedenen Winden ein völliges Herumschwoien nicht eintreten, da in- 
folge der Riffbildung im westlichen Theile des Hafens beständig ein nach Westen 
setzender Strom Hefe. Dieser Umstand würde auch ein näheres Herangehen an 
das Ostriff zum Ankern gestatten. Bei stilem Wetter bietet der Hafen einen 
ruhigen Ankerplatz. 
2. Safata. Bei der Ansteuerung des Hafens von Safata macht sich der 
in der Karte Tit. XII, No. 162, angegebene Küstenvorsprung dadurch gut 
kenntlich, dafs er in seinem Ausläufer ein bis zum Wasserspiegel reichendes und 
tunnelartig durch den Felsen gehendes Loch aufweist. Weiterhin macht sich das 
große, am Strande gelegene weiße Gebäude der französischen Mission in Mulivai, 
das in obiger Karte nicht verzeichnet ist, gut bemerklich. Die Einfahrt in den 
Hafen von Safata ist am Verlauf des Riffes leicht zu erkennen, nur mufs man 
sich, von Osten kommend, hüten, das dem Ostriff des Hafens südlich vorgelagerte 
kleine Riff für das Mittelriff zu halten. Das Mittelriff theilt den Hafen in zwei 
Theile. S. M. S. „Falke“ lief in den westlichen Theil des Hafens ein, der 
einem auch vor nur einem Anker liegenden Schiffe genügend Raum bietet. Als 
Ansteuerungsmarke für diesen Theil des Hafens dient die Kirche von Sukofaua, 
ein ziemlich großes gelbliches Gebäude mit tiefreichendem Rohrdach, welches 
‘hm auf weitere Entfernung das Aussehen einer gewöhnlichen Eingeborenen-Hütte 
giebt. Diese Kirche wird mit mw. N'/sO angesteuert, und soll dieser Kurs bei- 
behalten werden, bis die Kirche des auf der Osthuk des Hafens gelegenen Dorfes 
Fusi 0N0%40 mw. peilt. Von dann ab muß mw. NzW gesteuert werden, um 
genau in der Mitte zwischen Mittelriff und Westriff zu bleiben. Beim Einlaufen 
S. M. S. „Falke“ konnte die Kirche von Fusi nicht bemerkt werden; dieselbe 
soll nach Aussage des Lootsen Manuel Silva abgebrannt sein. Es mufste des- 
halb die Kursänderung auf NzW, um, wie oben angegeben, in der Mitte der 
Einfahrt zu bleiben, nach, Augenmals bewerkstelligt werden, da sich sowohl die 
Osthuk des Hafens wie die beiden Huks der Waijee-Bucht so wenig abheben, 
daß sie als Peilobjekte kaum benutzbar sind, 
Da sich alle Riffe, auch die südlich des Mittelriffes gelegene 5 m-Stelle, 
durch auflaufende See noch bei halber Fluthhöhe, bei der S. M. S. „Falke“ ein- 
lief, deutlich abzeichneten, konnte dies auch ohne Schwierigkeiten bewerkstelligt 
werden. S. M. S. „Falke“ ankerte, sobald die Nordspitze des Mittelriffes quer- 
ab kam, auf 14m Wasser: Grund: Sand.
	        
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