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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

San Thome—Lagos—Klein-Popo—Lomeh--Kamerun—Kapstadt, 
3QQ 
Infolge weiterer westlicher Stromversetzungen wurde der Kurs am 13. mittags 
wieder geändert und. mit S!40 auf die St. Helena-Bai zugehalten. . 
Am 14. sowohl wie am 15, wurde eine auffallende Abnahme der Tempe- 
ratur des Wassers beobachtet; dieselbe fiel am 14. um 8" a von 16,0° auf 12,2° C, 
Diese Temperatur hielt bis Mittag an, zu welcher Zeit noch 12,9° gemessen 
wurde. Am 15. fiel sie um 4a von 14,9° auf 11,8° C. Aeufsere Ursachen, auf 
welche diese Abnahme zurückgeführt werden könnte, sind nicht beobachtet, es 
müfsten denn die beiden Flüsse Little Fish River und Orange River sein, in 
deren Nähe sich S. M. S. „Sperber“ zu den angegebenen Zeiten befand. 
Das Aräometer hat keine Differenzen im specifischen Gewicht des Wassers 
angezeigt. 
Vom 16. Januar mittags wurde der Kurs 10 Sm frei von Great Paternoster 
Point gesetzt und mit Sz0°/s0 die Table-Bai angesteuert. Das Feuer von Dassen 
Island kam kurz vor 12 Uhr nachts auf 20 Sm B. B. voraus in Sicht; Peilungen 
ergaben eine östliche Stromversetzung. Um 3*10* wurde Robben Island B. BB. 
voraus, 24 Sm ab, gesichtet; beide Feuer markirten sich sehr gut. In der Nacht 
vom 16. zum 17. wurden grofse Fischschwärme bemerkt. Dieselben riefen bei 
dem stark phosphorescirenden Wasser einen derartig hellen Schein hervor, dafs 
die betreffenden Stellen zuweilen wie Brandung aussahen. Der Tafelberg kam 
bei Hellwerden in Sicht. Von 5* 30” an wurde nach Anweisung des Kommandanten 
in die Table-Bai gesteuert und hier um 8" a in der Peilung: Lions Head W!/45, 
Castle Battery SW!/2S, in 8 m geankert. 
Um 10* 30" wurde Anker gelichtet und in die Docks verholt. 
2. Wind und Wetter. Der Wind wehte am ersten. Tage aus südwestlicher 
Richtung. Am Morgen des 6. drehte er auf WNW bis NW, bis zur Stärke 3 
anwachsend, so dafs Gaffelsegel und Klüver gefahren werden konnten. Am 
Abend des 6. schralte der Wind wieder und ging auf SW bis SzW, aus welcher 
Richtung er während des ganzen übrigen Theiles der Reise wehte. Der Wind 
war in den beiden folgenden Tagen gering. Vom 9. an nahm jedoch die Stärke 
allmählich zu und erreichte schon am selben Tage 3 bis 4; am 10. stieg sie auf 5, 
flaute während des 11. und 12. zuweilen etwas ab, ging jedoch nicht unter 3 
bis 4 herunter. Vom 13. morgens ab nahm die Stärke wieder zu, bis zu 6 an- 
wachsend. Am Abend des 13. zeigte sich im Westen eine scharf markirte 
Wolkenbank, welche nach dem „Africa Pilot“ auf mehr Wind schliefsen liels. 
Der Wind wehte dann auch während der Nacht vom 13. zum 14. und während 
des 14. mit Stärke 7, flante am Abend desselben Tages bis auf Stärke 5 ab. 
Im Laufe des 15, lief der Wind allmählich ganz nach und ging bis zur Stärke 1 
herunter. Am Abend des 16. kam wieder mehr Wind aus südlicher Richtung 
durch, derselbe ging jedoch nicht über Stärke 3 hinaus. Der Seegang war den 
Windstärken entsprechend. Das Wetter war schön. 
Am 8. kam schwache Dünung aus SSW auf. Dieselbe nahm bis zum 12. 
Fast stetig zu, so dafs S. M. S. „Sperber“ stark stampfte. Am 13. und 14. war 
sie geringer, am 15. nahm sie jedoch wieder zu und wurde am Nachmittage des 
16. und in der Nacht vom 16. zum 17, sehr stark, so dafs S. M. S. „Sperber“ bis 
zu 35° schlingerte. 
3. Strom. Der Strom setzte bis Kap Lopez südwestlich, 0,3 Sm in der 
Stunde, von hier bis in Höhe der Kongo-Mündung nordwestlich, 0,7 Sm in der 
Stunde, und zwischen dem Kongo und St. Paul de Loanda wieder südwestlich, 
0,5 Sm in der Stunde, Am 9. und 10, war nordwestlicher Strom, 0,2 und 0,8 Sn 
in der Stunde, am 11. und 12. fast westlicher, 1,1 und 0,8 Sm in der Stunde. 
Vom 13. bis 15. einschliefslich setzte der Strom wieder nordwestlich, 1,1, 0,9 
und 0,8 Sm in der Stunde, | 
Am 16. wurde südlicher Strom beobachtet, 0,2 Sm in der Stunde, der in 
der Nacht vom 16. zum 17. Januar auf die Küste zusetzte. | 
Die Temperatur nahm ziemlich gleichmäßig ab; sie ging von 29,2° bis 
auf 15,4° C herunter.
	        
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