388 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1896.
auf Fernando Po auf 90 und 65 Sm gesichtet und danach der Schiffsort bestimmt
werden; es ergab sich südliche Versetzung. Infolgedessen wurde von 6"p bis
12° 0'425, nach Passiren von Kap Bullen 0S0'420 und 3ha am 9. Oktober
50z0'/40 auf die Ansegelungstonne von Kamerun gesteuert. Da die Nacht sehr
hell war, konnte der Schiffsort beständig nach Kamerun-Berg und Clarence Pik
bestimmt werden. Das Feuer von S. Isabel war auf 6 Sm Entfernung 2"a am
9. auf wenige Minuten zu sehen. ;
Um 8" a wurde in den Kamerun-Flufs eingelaufen und um 10* 30" geankert.
Der Strom hatte gesetzt:
vom 6. bis 7, Oktober zwischen Klein-Popo und 3° 36‘ N-Br 3° 40' O-Lg rw.
S30° O0, 85 Sm in 20,8 Stunden,
vom 7. bis 9. Oktober 8" a zwischen 3° 36’ N-Br 3° 40' O-Lg und dem Kamerun-
Flufs S 30° O0, 4,4 Sm in 43,8 Stunden.
2. Windund Wetter. Der Wind wehtemeistens aus dem Südwestquadranten,
zeitweise zur Stille abflauend, oder infolge Regenböen aus anderen Strichen auf-
frischend. Das Wetter war am 6. und 7. Oktober schön, von da ab bewölkt,
starke Regenböen; in der Nacht zum 9. aufklarend. Die Vemperatur schwankte
zwischen 24° und 29° €.
V. Kamerun — Kapstadt.
1. Kurse, Küste. Am 5. Januar 1896 morgens verliefs S. M. S. „Sperber“
Kamerun. Um 10*50" wurde die Ansegelungstonne passirt und mit SSW*/W-
Kurs gut frei von Kap Lopez gesteuert. Das Wetter war diesig, sonst aber
schön. In der Nacht vom 5. zum 6. sehr heftiges Wetterleuchten am Horizont.
Um 35” a sprang der Wind, der bis dahin mit Stärke 1 aus SW und westlich
zeweht hatte, auf NW, Stärke 4 bis 5, um, und es entlud sich kurze Zeit später
ein außerordentlich heftiges Gewitter. Der Himmel klarte am Vormittage so
weit auf, dafs das Besteck gemacht werden konnte, blieb jedoch den übrigen
Theil des Tages und die Nacht bedeckt; es regnete fast ununterbrochen, theil-
weise sehr stark. Von Kap Lopez, welches am 6., 12" mittags, querab war,
wurde der Kurs, um den unter der Küste häufig auftretenden Nebel zu ver-
meiden, 100 Sm frei von Kap Frio gesetzt und S’/sW gesteuert. Der Himmel
klarte am Morgen des 7. auf, das Wetter blieb schön.
Als es hell wurde, wurde eine bräunliche Färbung des Wassers bemerkt;
Messungen mit dem Aräometer hatten schon um 4 Uhr ein specifisches Gewicht
von 1,0153 und eine Temperatur von 24,3° C ergeben. Da die Entfernung von
der Küste 150 bis 200 Sm betrug, so konnte Letzteres wegen der Größe der
Entfernung nur auf den Kongo zurückgeführt werden. Diese Beobachtung würde
die im vorigen Jahre gemachte Erfahrung, dafs der Kongo-Strom von der
Mündung in nordwestlicher Richtung setzt, bestätigen, da die Breite und Länge,
auf welcher die gemachten Beobachtungen zuerst eintraten, 3° 40‘ Süd, 8° 30‘ Ost,
in nordwestlicher Richtung von der Mündung lag. Das Mittagsbesteck ergab
eine Stromverseizung von 16 Sm, Richtung N 65° W. Die Färbung des Wassers
hielt, wenn auch nicht so intensiv, bis gegen 5 Uhr nachmittags an.
Das Aräometer gab an:
Datum
1896
Januar 7
Uhrzeit
4hba
aha
LO &
(2h
2hp
4hp
5b
S-Br
3° 34,5'
4° 16,0*
4° 34.0° |
4° 52
56 12,5
»° 33,5
5° 54,5’
O-Leo )
>9 40,0'
© 45,0'
"0 47,0‘
° 50,5‘
? 54,0‘
> 56,5°
29 58.0’
Besteck
„0153
1,0235
0230
‚0205
1,0195
1,0195
102410
Temperatur
24.3°C
26,3°
26,0°
27,6°
22,5°
22,7°
57,0°
Vom Mittagsbesteck des 8. wurde der Kurs wegen westlicher Strom-
versetzungen auf S°/sW geändert, Am 10. mittags war S. M. S. „Sperber“
querab von dem Cunene River, ungefähr 60 Sm nordwestlich von Kap Frio. Von
hier wurde der Kurs 60 Sm frei von Angra. Pequena gesetzt und S1!/2W gesteuert.