San Thom6&—Lagos—Klein-Popo—Lomeh—Kamerun—Kapstadt, 387
2. Bemerkungen über die Einfahrt nach Lagos. Die Vertonung
in der Brit. Adm.-Karte No. 2812 (Tit. VI, 132) ist vollkommen unrichtig. Die
in derselben Karte gegebene Nordeinfahrt ist versandet und wird nicht mehr
benutzt. Die Einfahrt ändert sich beständig, ebenso wie die Wassertiefen auf
der Barre durch Wegwaschen und Anspülen von Sand. Die Strandung eines
Dampfers oder schlechtes Wetter genügen, um das Fahrwasser erheblich zu ver-
ändern. Es wird deshalb beständig ausgelothet und die Tonnen werden nach
Bedarf verlegt. Zur Zeit führte das Fahrwasser oft — westlich etwa durch die
in der genannten Karte mit „Channel not used“ bezeichnete Rinne aufserhalb
der mit „Dries 1f*“ bezeichneten Untiefe vorbei und bog im alten Fahrwasser
scharf nach Nord um. Auf dieser Strecke fanden sich die geringsten Tiefen von
12 Fuß (3%s m) vor; Dampfer bis zu 10 Fufs (3 m) Tiefgang konnten einlaufen.
Die Dampfer halten sich ganz dicht an den Luvbrechern, da Strom und die hoch-
auflaufende, zuweilen überkämmende Grundsee die Schiffe nach den Leebrechern
hinüberwirft. Zur Zeit waren drei sichtbare Wracks vorhanden, zwei in den
Leebrechern der Barre, eines in der Nähe der Bake zwischen Becroft und Bruce
Point, Bootsverkehr mit Brandungsbooten durch die Barre ist ausgeschlossen,
Notiz: Signale an die Signalstation werden nicht mit dem Antwortwimpel
beantwortet, sondern wiederholt,
3. Wind und Wetter. Der Wind auf der Fahrt von San Thome nach
Lagos sprang um zwischen WNW und WSW, Stärke 3 bis 4, entsprechenden
Seegang erzeugend, lange Dünung aus SW. Das Wetter war schön, das Baro-
meter gleichmäfsig 763 bis 765 mm, die Temperatur schwankte zwischen 26 bis
27° C des Tags, 24 bis 25° C des Nachts.
1. Lagos — Klein-Popo — Lomeh,
1. Kurse, Küste, Strom. Am 1. Oktober 4" p wurde Anker gelichtet
und W'!/AN längs der Küste gesteuert. Am 2. 5" 30” a wurde. mit N'ZW die
Küste angesteuert und um 6* dieselbe auf 9 Sm zwischen Klein Popo und Agweh
gesichtet. Zu der von S. M. S. „Hyäne“ im März d. J. gegebenen Beschreibung
der Niederlassungen an dieser Küste sei ergänzend bemerkt, dafs von Klein-Popo
zuerst das Lazareth, dann die Mission ausgemacht werden konnten, dafs dieser
Ort aber schon vorher sehr gut daran erkannt werden kann, dafs das Eingeborenen-
dorf mit seinen Palmgruppen die weilsen europäischen Häuser in eine gröfsere
östliche und kleinere westliche Gruppe trennt. Der Agweh . kennzeichnende
stumpfe Kirchthurm ist von Weitem schlecht zu sehen, weil er nicht weiß ist
und nicht über die Bäume hinwegragt. .
Der Strom hatte zwischen Lagos und Klein-Popo östlich längs der Küste
0,5 Sm die Stunde gesetzt,
Am 5. 4" p verliels das Schiff die Rhede von Klein-Popo und dampfte
nach Lomeh mit Kurs West in 1 bis 2 Sm Entfernung von der Küste. Es wurde
1,5 Sm die Stunde längs der Küste ostwärts setzender Strom beobachtet. Um
6" 50" p wurde auf Lomeh-Rhede geankert, ; .
2. Wind, Wetter. Der Wind war West bis SW, nachts bis zur Stille
abflauend, nachmittags zu Seebriese aus WSW bis Stärke 3 auffrischend, Seegang
entsprechend. Dünung lief aus SW besonders stark in Lagos und Lomeh. Das
Wetter war durchgängig schön, die Temperatur war sehr gleichmälfsig, zwischen
24,3° bis 27,3° C, nachts oft nur um einige Zehntel Grad abnehmend.
IV. Lomeh — Klein-Popo — Kamerun,
Am 6. Oktober 10® 15" a wurde Anker gelichtet und mit O'/A4S in 1 bis
2 Sm Entfernung von der Küste nach Klein-Popo gesteuert. Strom 15Sm die
Stunde östlich längs der Küste,
Um 3"p wurde SO!/2S und 50 Sm frei von Kap Formosa gesteuert. Da
das Mittagsbesteck am 7. keinen aus der Kurslinie heraussetzenden Strom ergeben
hatte, so wurde von 4"p des 7. an SOzO gesteuert und der Eintritt in die
100 Fadengrenze vor der Niger-Mündung um 2*a am 8. mit dem Tiefloth fest-
gestellt. Daraufhin wurde von 4*a desselben Tages ab Kurs 05S0!.0 gut frei
von Kap Bullen gesetzt. Infolge regnerischen Wetters fiel das Mittagsbesteck
am 8. aus, jedoch. konnte um 3* 20” p der Kamerun-Berg und der Clarence Pik