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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1913.
Für die Praxis am wichtigsten sind aber wohl die Ergebnisse auf dem
Gebiete der Biologie der Fische. Man hat durch eine gewisse Arbeitsteilung,
indem man je einem Gelehrten das von den verschiedenen Ländern in bezug
auf einen gewissen Fisch gesammelte Material zur Bearbeitung übergab, Kennt-
nisse über die Lebensgeschichte der verschiedenen Fischarten erworben, wie sie
früher nie zu erreichen waren. Wir sind jetzt über das örtliche Vorkommen,
die ungefähre Anzahl der Individuen, die Entwicklung, die Nahrungsaufnahme
und sonstige Lebenserscheinungen einzelner Fischarten schon recht gut unter-
richtet. Um nun einmal wenigstens für einen Fisch zu Ergebnissen zu kommen,
die für die Fischerei praktisch verwertbar sind, hat man einen großen Teil der
zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte auf die Untersuchung der Scholle ge-
richtet, und man hat das gesammelte und zum Teil wissenschaftlich verarbeitete
Material dem Direktor der biologischen Anstalt auf Helgoland, Geheimrat
Heincke zur Zusammenstellung und Prüfung übergeben. Auf Grund eines
von Heincke verfaßten Generalberichts ist nun die vom Zentralausschuß für
die internationale Meeresforschung ernannte Schollenkommission zu einer Reihe
von Schlüssen, Vorschlägen und Begründungen gelangt, die jetzt den beteiligten
Regierungen vorgelegt werden, und aus deren Annahme man sich eine Förde-
rung der Schollenfischerei verspricht. In den Vorschlägen wird ein Landungs-
verbot für Schollen unter einer gewissen Größe ausgesprochen, wodurch eine
Schonung des Jungfischbestandes, der bisher de facto der Ausrottung preis-
gegeben war, erreicht werden wird. Leider erwies sich das von Heincke verlangte
höhere Mindestmaß aus praktischen Gründen als zur Zeit noch nicht annehmbar,
ein Mindestmaß, das nicht nur eine Schonung der Jungfische, sondern nach
kurzer Zeit wohl auch eine Erhöhung der Ausbeute an größeren und daher
wertvolleren Schollen zur Folge gehabt hätte. Es besteht aber die Hoffnung,
daß später noch eine solche Erhöhung des Mindestmaßes wird erfolgen können,
sobald die Regierungen sich überzeugt haben, daß hiermit der richtige Weg zur
Förderung der Schollenfischerei eingeschlagen ist. Die Erfolge der Einführung
des Mindestmaßes werden natürlich nicht sofort bemerkbar sein, und es wird
noch angestrengter, vor allem statistischer, Arbeiten bedürfen, um den günstigen
Einfluß des Mindestmaßes zu beweisen.
Daß man sich von einem solchen Mindestmaß wirklich Erfolge verspricht,
beweist unter anderem, daß zur Zeit auch den Regierungen von Deutschland
und Dänemark ein solches Übereinkommen für einen Teil der Ostsee vor-
geschlagen ist. .
Hiermit ist einer der Wege gegeben, welchen die internationale Meeres-
forschung auf Grund langjähriger wissenschaftlicher und praktischer Beobach-
tungen den Regierungen zur Erhaltung und Förderung der Hochseefischerei zu
betreten vorschlagen kann. A.C, Reichard.
Normanton.
(Amtlich)
Quellen: Englisches Shb. »Australia Directory«, Vol. II, 1907 mit Nachtrag 1913; » Australia Directory«,
Vol. III, 1905 mit Nachtrag 1912; »Sailing Direetions and other Information of the Ports and Harbours
of Queensland for 1908«; »Dues and Port Charges on Shipping throughout the World« 1912. Brit,
Adm-Krt, Nr. 27592, Australia (Northern Portion) and the adjacent Islands and Seas between it and
the Equator; Nr. 237b, Torres Strait, western Channels; Nr. 437, Albany Pass to Booby Island including
Endeavour Strait, Normanby Sound, Prince of Wales and Dayman Channels; Nr. 447, Western
Approaches to Torres Strait; Nr, 1043, Terra Australis; Nr, 1807, Carpentaria Gulf; Nr, 3254, Norman
River Entrance. '
Normanton liegt etwa 55 Sm oberhalb der Mündung des Norman-Flusses,
Schiffe mit nicht mehr als 3.0 m (10’) Tiefgang können bequem bis zur Baffle-
Gruppe, 45 Sm oberhalb der Flußmündung, gelangen. Weiter flußaufwärts zu
fahren ist jedoch nur bei Springtide für Schiffe möglich mit nicht mehr als
1.8 m (6’) Tiefgang. Von Normanton an ist der Fluß nicht mehr befahrbar.
Große Schiffe ankern etwa 10 Sm vor der Flußmündung. Die geographische