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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

386 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1896, 
weißen Mauer eingefriedigt ist, in welche nach der Seeseite hin ein erhöhter 
Thorbogen eingebaut ist. 
Für die Ansteuerung der Bai bei Nacht genügen das Blinkfeuer auf Ilha 
de Cabras und das rothe Feuer des Forts San Sebastian. Es sei jedoch darauf 
hingewiesen, dafs oft des Nachts die Eingeborenen in ihren Kanus auf Fischfang 
ausziehen und hierbei mit Fackeln das Wasser beleuchten. Es ist nicht aus- 
geschlossen, dafs diese hellleuchtenden Fackeln mit den Lichtern der Stadt ver- 
wechselt werden und dadurch Zweifel in Bezug auf den Abstand von der Küste 
erregt werden können. 
2. Kriegsschiffsrhede. 5S.M.S. „Sperber“ ankerte am 21. 9. 4 p 
auf der im „Africa Pilot“ mit „man - of- war roadstead“ bezeichneten Rhede. 
Zur Aufsuchung eines passenden Ankerplatzes wurde die hier am Strande 
gelegene Farm mit SSW'!/,W-Kurs angesteuert, bis 14 m gelothet wurden, dann 
nach West aufgedreht, und in der Peilung: Ruine der Kapelle Sz0!/.O, Ilha de 
Cabras-Feuerthurm S0z0%/s0, auf 15 m Wasser, Grund grauer Sand, geankert. 
Die Wassertiefen nahmen beim Anlothen ziemlich schnell ab. 
Ueber die Landobjekte an der Rhede Folgendes: 
Die Ruine einer Kapelle steht auf einem kleinen steilen Hügel unfern 
der Lagarto-Spitze. Die Ruine ist von Weitem nicht gut zu sehen, da einige 
Bäume dabei stehen. 
Vom Fufse dieses Hügels nach West zieht sich dicht am Strande hin ein 
dicker Busch von Palmen und Laubbäumen. Am westlichen Ende desselben 
liegt ein Eingeborenendorf (village) aus einer Anzahl dunkelbrauner niedriger 
Hütten bestehend. 
In dem Busch dicht am Strande liegen zwei auffallende Gruppen von 
Gebäuden: 
Westlich eine Gruppe von etwa 4 bis 5 grofsen gelben Stein- und Holz- 
häusern mit braunrothen Ziegeldächern, einige davon zweistöckig, daneben 
mehrere Hütten. Diese Gebäudegruppe ist in der Karte mit Farmhouse bezeichnet. 
0,4 Sm am Strand östlich von Farmhouse liegen zwei Häuser, die in der 
Karte nicht bezeichnet sind; eines davon ist zweistöckig, kehrt seine Giebelseite 
dem Wasser zu und hat hier einen Balkon. 
Auf der Rhede wurde vollkommen ruhige See vorgefunden, während in 
der Anna de Chaves-Bai das Schiff 15° nach jeder Seite geschlingert hatte. 
Auch der Strom war gering und betrug nur 0,2 bis 0,5 Sm in der Stunde. 
Brandung wurde an Land nicht vorgefunden. Die Rhede ist sehr fischreich, 
auch Haie wurden bemerkt. 
N. San Thome — Lagos. 
1. Kurse, Küste, Strom. 58. M.S. „Sperber“ verließ die Kriegsschiffs- 
rhede am 24. September um 12" mittags mit Kurs NNW in Erwartung stark 
ostwärts versetzenden Stromes. Die Ortsbestimmungen am folgenden Tage 
ergaben, dafs das Schiff in der Zeit von morgens 8* bis 5* p über den Grund 
Nord gelaufen war, weshalb 7* 30“ p für die Nacht der Kurs 1 Strich westlicher, 
NWzN gesetzt wurde. Da die östliche Versetzung durch den Strom indessen 
geringer wurde, so wurde am 26. auf Grund der Morgenlänge NzW, des Mittag- 
bestecks Nord und der Nachmittagslänge NzO gesteuert. In dieser Peilung kam 
Lagos-Feuerthurm auf 16 Sm Entfernung um 8* p in Sicht. Um 9* 20” p wurde 
das Feuer in die Peilung NW'!/2N gebracht und in 3 Sm Entfernung davon auf 
16 m Wasser 10* p geankert. 
Lagos-Feuerthurm ist weiß, wie im neuesten Leuchtfeuer-Verzeichnifs (1896) 
angegeben. Die hohen und einzelstehenden Bäume, die auf der Ostseite der 
Einfahrt stehen sollen, sind nicht deutlich auszumachen. Als gutes Peilobjekt 
ist der Flaggenmast der Signalstation zu benutzen. 
Der Strom hatte gesetzt: vom 24. bis 25. September N 55° O0 rw. 18,9 Sm 
in 24 Stunden, vom 25. bis 26. September S 72° 0 rw. 39 Sm in 24,1 Stunden. 
Nimmt man an, dafs die Hauptversetzung am ersten Tage erst etwa um 
2h a den 25., als das Schiff in den Guinea-Strom eintrat, begann, so ist der 
Strom entsprechend den in der Brit. Adm.- Karte No. 594 (Tit VI, 86) ein- 
gezeichneten Strompfeilen gelaufen. Vom Mittag des 26. bis zum Ankern setzte 
der Strom östlich, etwa 0,5 Sm die Stunde.
	        
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