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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

Ann. d. Hydr. ete., XXIV. Jahrg. (1896), Heft IX. 
385 
Segelanweisung für.das Einlaufen nach Wen-chau-fu. 
Aus dem Reisebericht S. M, S, „Iltis“, Komm. Kapt.-Lieut, BRAUN. 
Im Nachstehenden ist auf Grund der eingezogenen Erkundigungen und 
der eigenen Erfahrungen eine Segelanweisung‘ für das Einlaufen nach Wen-chau-fu 
gegeben. ; 
Wen-chau-füu kann von Schiffen bis zu 15 Fuß (4,6 m) Tiefgang besucht 
werden, jedoch mufs die Fahrt stromaufwärts kurz vor und während Hochwasser 
ausgeführt werden. Am vortheilhaftesten ist es, wenn man etwa 2 Stunden vor 
Hochwasser Hutan Point passirt. Bei zu frühem Eintreffen findet man !/a Sm 
westlich von White Rock einen guten Ankerplatz. . . 
Hutan Point ist auf etwa 1'/2 Kabllg. zu passiren und dann mit Nord- 
westkurs in die Deckpeilung Hutan Point (nicht die südlich daran liegenden 
Steine) in Eins mit Nordost-Point von Hockeen Island hineinzusteuern (siehe 
Vertonung). Diese Deckpeilung führt frei von allen Sänden, 
an 
Hutan Point und North East Point von Hockeen Island in Linie in OSO. 
Von Wen-chau Point bis Walled Town ist alsdann in dem auf der Karte 
richtig angegebenen tiefen Wasser der Kurs nahe dem nördlichen Ufer und etwa 
parallel zu demselben zu wählen, bis Cone Peak mit dem westlichen (alten) 
Fort auf Salamis Point in Eins peilt. In dieser Peilung ist auf das südliche 
Ufer zuzusteuern und alsdann parallel zum südlichen Ufer mit etwa 2 Kabllg. 
Abstand bis zum alten Custom House westlich von Jar Point zu steuern. Von 
hier aus mufßs ein Lootse genommen ‚werden‘ und, falls ein solcher zur Zeit nicht 
anwesend sein sollte, etwa querab von Custom House bis zur Ankunft desselben 
geankert werden. 
San Thome— Lagos — Klein-Popo — Lomeh — Kamerun— Kapstadt. 
Aus dem Reisebericht S. M. S. „Sperber“, Kommandanten Korv.-Kapts. WALTHER und REINCKE, 
1. Bemerkungen über die Rheden von San Thome. 
I. Anna de Chaves-Bai. Sowohl bei der Anwesenheit S, M. S. „Sperber“ 
im Mai 1895 in San Thome als auch diesmal wurde beim Ansteuern und Ver- 
lassen der Anna de Chaves-Bai erheblicher, nordwärts auf die gleichnamige Bank 
setzender Strom beobachtet. Schiffe, welche diese Bank vermeiden wollen 
— und in Anbetracht der hier meist vorhandenen Dünung ist dies anzurathen —, 
sollten deshalb nicht den im „Africa Pilot“ angegebenen Ansteuerungskurs „Fort 
San Sebastian in W%4N“ wählen, sondern in der Deckpeilung „Nördliche Kante 
des Forts San Sebastian in Eins mit dem Kirchhofe“ anlaufen, weil man in der 
Deckpeilung ansteuernd die Versetzung leichter erkennen kann. Das weitere 
Aufsuchen des im „Africa Pilot“ angegebenen Ankerplatzes erfährt dadurch keine 
Aenderung. Der Kirchhof von San Thome liegt nördlich von der Stadt und ist 
sehr leicht zu erkennen, da er auf einem kleinen Hügel liegt und von einer 
Ann. a. Hydr. eta.. 1896. Heft IX.
	        
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