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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1896. 
geometrische und barometrische Nivellements, Beobachtungen über die Temperatur 
und Dichte des Wassers an der Oberfläche sowohl, als in verschiedenen Tiefen, 
solche über Gezeitenströmungen, Pegelbeobachtungen zur Feststellung der Hafen- 
zeiten und der Fluthhöhe, endlich auch noch Beobachtungen zur Bestimmung 
des Koefficienten der terrestrischen Strahlenbrechung im offenen Ocean. 
Astronomisch bestimmt wurden 1893 neun und 1894 acht, im Ganzen 
17 Punkte. Im Allgemeinen erwiesen sich dabei die Karten, besonders jene der 
Murman-Küste, als hinreichend genau. 
Für magnetische Messungen hatte Lieutenant Jdanko einen T’heodolit von 
Girgensohn und einen Inklinator mit, dieselben Instrumente, mit denen ev 1891 
im Weißen Meere gearbeitet hatte. Sie wurden 1893 an sieben, 1894 an zehn, 
im Ganzen also ebenfalls an 17 Punkten ausgeführt. Die magnetische Anomalie, 
die nach Lütke in der Bucht Teriberka bestehen soll, hat sich aus den sowohl 
am Öst- wie am Westufer angestellten Beobachtungen nicht ergeben. Dagegen 
fand Lieutenant Jdanko die Angabe eines Dampferkapitäns bestätigt, der ihm 
mittheilte, dafs in der Köla-Bucht, beim Kap Pinigöref, eine starke Abweichung 
der Magnetnadel sich zeigt. Leider konnte er sie nicht näher untersuchen, da 
der Kreuzer nicht weiter als bis zum Yekaterinenskaya-Hafen in die Bucht hinein- 
kam; doch konnte Hr. Jdanko hei jedesmaligem Vorbeifahren mit dem Dampfer 
eine Ablenkung des Nordendes der Magnetnadel um 2'/2 Strich nach West fest- 
stellen. Kine kleine Lokalanomalie von ca 2 Grad kommt auch im genannten 
Hafen vor. Mit diesen Ausnahmen Stimmten die gefundenen Werthe aller drei 
Elemente des Erdmagnetismus mit den Karten des Generals Tillo überein. 
Detaillirte Vermessungen wurden 1893 in vier, 1894 in acht Oertlichkeiten 
ausgeführt; in drei derselben, die in der Petshora-Mündung liegen, durch ein 
besonderes kleineres Fahrzeug. 
‚ Am werthvollsten von diesen sind die im Petshöra Liman gewonnenen 
Resultate. Sie zeigen, dafs die Navigation in demselben auch für grofse Schiffe 
keine besonderen Schwierigkeiten darbieten wird, wenn erst die Küstenriffe und 
Bänke bezeichnet sein werden; Schiffe von 11 Fufßs Tiefgang können die Barre 
am Eingang des Flusses passiren und flufsaufwärts noch 100 Kilometer bis zum 
Dorfe Kuya fahren, wo ein vortrefflicher Ankerplatz ist; im Liman selbst können 
die Schiffe überall ankern, weil die vorliegenden Inseln auch bei nördlichen 
Winden ausreichenden Sehutz vor dem Seegang vom Eismeere geben. 
Die Beobachtungen über die Temperatur der Meeresoberfläche zeigen eine 
rasche Temperaturzunahme von Ost nach West längs der Murman-Küste und 
einen bedeutenden jahreszeitlichen Wechsel derselben. wie aus folgenden Bei- 
spielen hervorgeht: 
im März bei Svyatoi-Nos — 1,7° C, bei Ribätshi +2° CO, 
„ Mai = +15°C, „  +45°C, 
Juni » ” + 3° C, ” ” nn 9° C, 
„ duli nn +4°C, » +H+M°C. 
Als merkwürdige "Thatsache erwähnt Lieutenant Jdanko, dafs an der 
Murman-Küste in diesem Sommer der Kabliaufang auf jedem der Fischereiplätze 
dann begann, wenn die Temperatur der Meeresoberfläche ungefähr 5° C erreicht 
hatte. Uebrigens wird der Kabliau hier auf einer Tiefe von 60 bis 100 Faden, 
im Frühling, wo er sich weiter von der Küste hält, selbst auf 150 Faden gefangen. 
Ueberall an der Murman- und Timanschen Küste, sowie bei der Insel Kolgüyef 
hat das Wasser eine hellgrüne Farbe. Jedesmal aber, wenn der Kreuzer im 
Juli 1894 70'/2° N-Br erreichte, traf er unter 40° Länge dunkelblaues, und öst- 
lich von 45° Länge intensiv dunkelblaues Wasser bis nach den kleinen Karma- 
kuli hin, wo erst wieder hellgrünes Wasser mit Strömung von Nord nach Süd 
auftrat. Im Juli 1893 war auf dem Wege von Känin nach Karmaküli das 
Wasser grün bis 70%4° N-Br, von da an dunkelblau; weiterhin wurde es 15 Sm 
nördlich von Kolgüyef wieder plötzlich grün. Vom Yugorski Shar nach dem 
Köla-Busen grünes Wasser bis 52° O-Lg in 70° N-Br, wo es plötzlich dunkelblau 
wird, um erst am Yekaterinenskaya-Hafen wieder grün zu werden. Dabei war 
das blaue Wasser keineswegs immer das wärmere, bisweilen sogar kälter, aber 
immer das specifisch schwerere, 
Endlich hatte Herr Jdanko auch den Auftrag, die Orte für die Erbauung 
von Leuchtthürmen und Baken auszuwählen. Gegenwärtig ist nur das Weiße
	        
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