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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

370 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1896. 
der Meteorologie der Meere von Indien behandelt, Band 7 endlich enthält das 
vollständige Journal der stündlichen Beobachtungen zu Trevandrum 1853 bis 1864. 
Eine vortreffliche, knappe und anschauliche Zusammenfassung der bisherigen Unter- 
suchungen über das Klima Indiens hat der hochverdiente Gründer des indischen 
meteorologischen Amtes, H. F. Blanford, noch kurz vor seinem Tode in einem 
handlichen Bändchen: „Guide to the Climates and Weather of India“ (1889) 
egeben, 
- Minder gründlich als die Werke des russischen und indischen Amtes, aber 
immerhin sehr werthvoll sind die Publikationen des Washingtoner Wetter-Bureaus, 
das seit 1891 aus der militärischen unter civile Verwaltung übergegangen ist, 
Kritik und Diekussion der Beobachtungen werden nicht mitgetheilt, aber die 
Monats- und Jahresberichte haben wiederholt in letzter Zeit vieljährige Mittel 
gebracht, und in einer Reihe grofser Atlanten sind Temperatur, Bewölkung, 
Regenwahrscheinlichkeit etc. zur Darstellung gekommen, 
Es würde von aufserordentlichem Vortheil für das klimatologische Studium 
sein, wenn sich recht viele meteorologische Institute entschliefsen würden, dem 
Beispiel der Seewarte zu folgen und Lustrenmittel für alle im internationalen 
Jahresschema enthaltenen Elemente zu veröffentlichen, und zwar möglichst bald 
nach Ablauf jedes Lustrums. Es hat sich nämlich bereits der Wiener meteoro- 
logische Kongrefs, 1873, darüber geeinigt, für mehrjährige Mittel sich thunlichst 
an Lustren (fünfjährige Zeiträume) zu halten, die, von 1876 beginnend, weiter zu 
zählen wären. Die allgemeine Durchführung einer Publikation wie die „Lustren- 
mittel“ der Seewarte würde es jedem Privatmann außerordentlich leicht machen, 
vieljährige vergleichbare Mittel für jedes Element nach Wunsch abzuleiten. - 
Wenn diese officiellen Veröffentlichungen noch auf sich warten lassen, so 
wird doch in zusammenfassenden privaten Werken schon die Lustren-Eintheilung 
mit gutem Erfolg eingehalten. Von solchen haben wir hier namentlich zwei 
Werke über die geographische Vertheilung des Luftdrucks. zu nennen: Hann, 
„Vertheilung des Luftdrucks über Mittel- und Südeuropa“ (Band II der 
„Geogr. Abh.“ von Penck, 1887), und Tillo, „Vertheilung des Luftdrucks im 
Gebiete des russischen Reiches“ (in russischer Sprache, Band XXI der „Sapiski“ 
der Russ. Geogr. Ges., 1890). Beide Werke behandeln in sehr - gedrängter, 
anspruchsloser äußerer Form ihren Stoff ebenso umfassend wie exakt, Be- 
arbeitungen der Regen- und Temperaturverhältnisse Oesterreichs, die als Muster 
für alle ähnlichen Arbeiten dienen können, hat Hann schon früher, 1879/80 und 
1884/85, geliefert. 
Die Meteorologie der drei Weltmeere hat die Seewarte in je einem „Segel- 
handbuch“ und Atlas behandelt; die auf den Atlantischen Ocean bezüglichen sind 
1882 und 1885, jene für den Indischen Ocean 1891 und. 1892 erschienen, der 
Atlas für den Stillen Ocean erscheint noch in diesem Jahr!) und die Drucklegung 
des zugehörigen Segelhandbuches beginnt demnächst. Während für den Atlantischen, 
und noch mehr für den Indischen Ocean ein reiches gedrucktes Material zu ver- 
arbeiten war, mulfsten für den Stillen, dessen Literatur höchst spärlich ist, ganz 
überwiegend neue Zusammenstellungen aus den handschriftlichen Schiffsjournalen 
der Seewarte verwendet werden, wodurch für Fachleute die bevorstehende Publi- 
kation einen erhöhten Werth erhält. 
Der Raum verbietet es, hier noch weiter auf die Literatur der statistischen 
Klimatologie dieses Jahrzehntes einzugehen. Wer sie kennen lernen und in 
Fühlung mit ihr bleiben will, dem ist der Bezug der „Meteorologischen Zeit- 
schrift“ anzurathen, deren 12 Jahrgänge zusammen mit den 20 Jahrgängen der 
„Zeitschrift der Oesterreichischen Gesellschaft für Meteorologie“ eine äufserst reiche 
Vorrathskammer speciell auch für klimatologische Information darstellen, in der 
neben unzähligen Originalartikeln fast alle bedeutenden Arbeiten auf diesem 
Gebiete sich durch Auszüge, Referate oder wenigstens Hinweise vertreten finden. 
Besonders die einheitlich angeordneten tabellarischen Klima-Skizzen der einzelnen 
Stationen aus allen Erdtheilen bieten Jedem, der eine klimatologische Arbeit macht, 
eine unschätzbare Grundlage. Die Klimatologie der Oceane findet man in den 
„Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorolgie“, im „Archiv der See- 
x 
Ist erschienen. SS, d. Annalen S, 138.
	        
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