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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

von Horn: Ueber die Form und den Ursprung der Gezeitenwellen. 
259 
deshalb stellt 2 die Veränderung in der Fortpflanzungsgeschwindigkeit der 
Gezeitenwelle ohne Einfluß einer interferirenden Welle dar, 
‚Die allgemeine Formel; nach welcher xy, von x und x, abhängt, lautete: 
(en = Hsin x +4 H, sin x, 
8% " Hoeosx + Hy cos x,” 
Um: von der Veränderung in Fortpflanzungsgeschwindigkeit ein Beispiel 
zu geben, kann diese Formel vereinfacht werden, indem man H, = un H und x = 0 
setzt. Dann ist ‘ 
(DL n sin x, Vi 
8 X 1 + n cos x, 
Für verschiedene Werthe von.n und x, hat xp die folgenden Werthe: 
Werthe von xa für 
nn 
n= 1 
40 
30 
13 5 
1500 
0° 
1 
; 27° 
ats | © 
SE ) 24° 
E „cs 
— 20 : 
— AM " . 
15° z ; 
na g Ss 
| = 76° 90° 
— 45° 
22° 
n=2 
ne 
30° 
339 
500 
Mies 
En ofler 
S ; — 90 
; Ze 
Zee 
30° 
So kanu also, wenn zwischen zwei in kurzem Abstande voneinander 
belegenen Punkten eine wesentliche interferirende Welle auftritt, eine grofse 
Veränderung in der Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Gezeitenwelle entstehen, 
welche Veränderung in obigem Bespiel, da x==O gesetzt war, durch m dar- 
gestellt wird. Diese Veränderung ist: bei den verschiedenen Wellentypen 
M, S etc. bei ein und demselben Phasenunterschied und gleichem Verhältnifs 
von n somit eine Funktion von der Aenderung des Arguments in der Zeiteinheit i 
jeder dieser Wellen. . 
Setzen wir nun den Fall, dafs eine Welle von P nach Q läuft und auf 
beiden Punkten mit einer anderen interferirt, welche eine Amplitude — n mal die 
der ersten hat. Setzen wir ferner die Verspätung der ersten Welle in P=O 
und in Q= x, wenn keine Interferenz vorhanden wäre, und die der zweiten 
Welle, wenn sie nicht durch die erste beeinflufßst wird, in P=x, und in Q= x, 
+ 4x,, dann wird 4x= 4x, = AYVgD sein, im Falle beide Wellensysteme 
auf dieselbe Weise den Weg zwischen P und Q zurücklegen, oder wenn der 
durchlaufene Abstand und die Richtung ihrer Fortpflanzung dieselben sind, Die 
Fortpflanzungsgeschwindigkeit der ersten Welle war dann proportional mit Ax, 
Durch Interferenz wird die Verspätung der ersten Welle in P = x,, so dafs 
n sin X, 
18 Xp = 1-Encosx," 
4) 
In Q wird ihre Verspätung x, So daß 
«A E sin 4x + n sin (#, + 4x) 
cos dx + nu cos (x, + 4x,) 
Da 4x und Ax, klein, so wird 
ta. = 2 + nsin%x, + ndk, COS X; 
1 +4 nCcOos%, — unsin%, dx, 
Hätte die Interferenz keinen Einfluß auf die Fortpflanzungsgeschwindigkeit 
gehabt, dann müfste 
BL m 
„A
	        
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