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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

ARE 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1896. 
x ist genannt die Verspätung der Tide. 
x getheilt durch die Aenderung des Arguments in der Zeiteinheit der 
Tide; ist die Zeit, welche zwischen dem theoretischen Hochwasser dieser Gezeiten- 
welle nach der Gleichgewichtstheorie und dem wirklichen Zeitpunkt von dem 
darauf folgenden Hochwasser dieser Welle verläuft, 
Pflanzt eine Welle sich regelmäfsig in der Richtung des Meridians fort, 
30 ist a ein Ausdruck für die Zeit, in welcher die Welle sich zwischen 
zwei Punkten bezw. mit Verspätung x und x, fortpflanzt. 
Ist. der Längenunterschied zwischen zwei Punkten = 1°, so dals der 
zweite westlicher als der erste liegt, so wird die Fortpflanzungszeit dieser Welle 
ausgedrückt durch 
*—2, +1 
Die Fortpflanzungsgeschwindigkeit kommt überein mit der Fortpflanzungs- 
zeit, getheilt durch den Abstand der beiden Punkte. 
Im Allgemeinen kann man annehmen, dafs die Fortpflanzungsgeschwindigkeit 
einer freien Welle stets = VgD ist (D == Wassertiefe), was in der Praxis sowohl 
hinsichtlich der in der Natur vorkommenden, als Ganzes betrachteten Gezeiten- 
welle als auch für Erdbebenwellen bestätigt wird. Man kann somit annehmen, 
dafs halbtägige und eintägige Wellen sich gleich schnell fortpflanzen. 
Ist der Abstand zweier Beobachtungspunkte = A, so ist 
fe Da yeD oder x — x, = AYlVgD-i-—1 
d. h. dafs zwischen aufeinander folgenden Beobachtungspunkten mit geringem 
Längenunterschied annähernd 
% — x, der eintägigen Wellen gleich sein wird 
» Ma „ halbtägigen „ und 
"1 vierteltägigen 
letzteres in der Annahme, dafs diese zwischen beiden Punkten keinen nennens- 
werthen Aenderungen durch geringe Seetiefe unterworfen sind. 
Eben so sehr wie die Fortpflanzungsgeschwindigkeit verändert die Amplitude 
bei interferirenden Wellen. . 
Es sei H cos (it — x) der Ausdruck für eine Welle, wie diese sich nach 
einem gewissen Punkte P fortgepflanzt haben würde, wenn keine Interferenz statt- 
gefunden hätte; ferner H, cos (it -— x,) eine sekundäre Welle, welche mit 
ersterer interferirt. 
Alsdann geben die oben entwickelten Ausdrücke für Hy und x, den Werth, 
welchen Amplitude und Verspätung in P erhalten werden. Sn giebt somit das 
Verhältnifs zwischen den Amplituden der transformirten und der ursprünglichen 
Welle, x—xg giebt die Veränderung, welche die Verspätung als Folge der 
Interferenz erleidet. 
Im Allgemeinen ist: 
2 
= = Vı + + a3 COS (4 —— X 1) 
Die Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Gezeitenwelle, Jaufend von einem 
Punkte X, wo die interferirende Welle sich nicht fühlbar macht, nach dem 
Punkte P, würde betragen, wenn keine Interferenz stattfände und x die Ver- 
spätung in X ist: 
Ka — *% +1 
Ai 
bei dem Auftreten von Interferenz wird diese 
va — Ko FE1 _ Ks — x A1 Lk 
A.i a A = )Nven
	        
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