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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

‚yon. Horn: Ueber die-Form and-den Ursprung der Gezeitenwellen. 357 
Dieses Verhältnifs ist auf verschiedenen. Beobachtungspunkten nicht allein 
dadurch: verschieden, dafs -K verschieden, doch auch dadurch, dafs das Verhältnifs 
Te je nach dem Beobachtungspunkt verschieden ist. Bezeichnen wir nämlich mit 
® den Winkel zwischen dem Meridian des Beobachtungspunktes und dem Meridian, 
welcher durch den Pol des Kanals geht; in dem die Welle entsteht, und mit & 
den Abstand des Pols des letzteren von dem Himmelspol, so ist 
L, = sine Veos? & cos? 2 $ + sin? 2 ® ; 
L, = VG +3 cost 4) cos? 25 + cos? sin? 2, 
_ Aehnlicher Unterschied entsteht auch durch Vergleichung der Amplituden 
der halbtägigen Gezeiten mit Gezeiten von langer Periode, insofern bei den 
letzteren der Faktor Lo auftritt, wobei ; 
Lo = — sine cos 2 ®&. 
Das Verhältnifs Sn oder 7} kann auf verschiedenen Beobachtungspunkten, 
also in verschiedenen Seen, alle möglichen Werthe zwischen O0 und co haben. 
Während die Theorie erwarten lälst, dafs das Verhältnißs der Amplituden 
der halbtägigen Gezeiten unter sich auf verschiedenen Beobachtungspunkten in 
verschiedenen Seen in der Regel wenig von dem Verhältnifs der astronomischen 
Koefficienten abweichen wird und dasselbe, wenn auch mit mehr Variation, auch 
bei den eintägigen Gezeiten unter sich zu erwarten ist, so wird das Verhältnifs 
der Amplitude ‚einer halbtägigen zu der einer ‚eintägigen Gezeitenwelle in ver- 
schiedenen Seen viel weniger beständig sein, sobald in diesen Seen eigene Wellen 
erzeugt werden. | . 
Wird der astronomische Koefficient von M, im Mittel == 1 gesetzt, so 
beträgt dieser im Verhältnifs zu dem von. M,. ungefähr für 
7 
7 
4 
4 
v 
K. 
0,46 
Da 
0,03 
0,03 
0,13 
Kı = 0,59 
Ü = 0,43 
Q =-0,08 
P = 0,20 
Mın = 0,09 
und das Verhältnis von dem der eintägigen Wellen zu dem von K, = 1. gesetzt, 
ungefähr für 0 = 0,72, für Q = 0,14, für P = 0,33. 
3. Interferenz von Gezeitenwellen. ; 
Eine Erscheinung, ‚welche bei dem Studium der Gezeiten mehrmals auf- 
tritt, und zu allerlei eigenartigen Abnormalitäten Anleitung giebt, ist die Inter- 
ferenz von.Gezeitenwellen. . ; r . ; j 
Es sei ein und dieselbe Welle, z. B. M,, auf zwei verschiedenen Punkten 
dargestellt durch die. Ausdrücke 
y= Hcos it—x) und y,ı =. H, cos (it— x,). . 
. Fallen diese Wellen auf einem Punkt zusammen (Interferenz), so. wird der 
Ausdruck der resultirenden Welle: 
Yı = Hcositios x + Hein itsinx + H, cos it cos x + H, sinitsin x, 
= (H cos x + H, cos x,) cos it ++ (H sin x + H, sin x,) sin.it. 
Setzt man: . I 
“' Hocosx + H, cös x, = Hy cos %, 
und, W a 
5 . . :- Hsin x +'H, sin x, = Hy sin %,, 
dann wird der Ausdruck für die resultirende Welle: 
. ‚== H, cos (it — x.) 
worin a 
Hy = ViH cos x + H, cos x,)® + (H sin x 4+H,; sin x, = VH? + H,* + 2 HH, cos (x — x,) 
und 
”_Hsin x + H, sin x, 
Ka er mA 
Hoecosx + H, cos x;
	        
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