Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1896.
wobei 60 bis 70 Tonnen Eis auf das Vorderdeck herabstürzten. Das Schiff hatte
den Steven zerbrochen, den Bug eingedrückt und den vorderen Schottenraum
voll Wasser.
Aus dem Stillen Ocean, wo das Eis sonst nur selten bis zu den gewöhn-
lichen Schiffswegen vordringt, sind ebenfalls, besonders aus der letztverflossenen
Zeit, ziemlich zahlreiche Berichte über Treibeis eingegangen.‘
1894 Mai 13 auf 51° S-Br und 177° O-Lg zwei grofse Eisberge. Schiff
„Timaru‘“, von Geelong nach London. .
Mai 15 auf 51° S-Br und 180° Länge mehrere grofse Eisberge. (Wahr-
scheinlich derselben Trift angehörend wie die vorerwähnten Berge.) Schiff „Juteo-
polis“, von Port Pirie nach London.
Mai 18 auf 51° 9‘ S-Br und 120° W-Lg ein grofser Eisberg. Schiff „Castor““,
von Geelong nach Falmouth. a
1895 Februar 4 auf 54° 38’ S-Br und 153° 52‘ W-Lg. Um 5"p passirten
einen Eisberg von 90 m Höhe und '/z Sm Länge. Voller Sturm aus NNW, hoher,
wilder Seegang, drehten um 8" p bei.
Februar 5 auf 54° 30‘ S-Br und 150° 54‘ W-Lg. Morgens Wind abflauend;
hatten ein Eisfeld in der Nähe, ONO vom Schiffe. Bezogene, neblige Luft, zeit-
weilig klarer. Mittags sichteten sechs gröfsere und kleinere Berge. Nachmittags
auffrischende südliche Briese. Passirten Eisschollen von 15 bis 30m Länge,
sahen bis auf 54° 0‘ S-Br und 150° W-Lg .noch mehrere hohe Eisberge. ‘ Bericht
des Schiffes „H. Bischoff‘, Kapt, Schwarting, von Sydney nach London.
Juni 5 auf 51° 10‘S-Br und 160° 50' W-Lg. Das Schiff „Orient“, Kapt.
W. Keppler, passirte einen Eisberg in 3 Sm Entfernung. Der Höhenwinkel
von 0° 54‘ ergab die Höhe des Berges zu 84 m. Die Länge wurde durch Messung
und Konstruktion zu 370 m gefunden,
Juli 5 auf 53° 44’ S-Br und 99° 47 W-Lg ein tafelförmiger Eisberg von
ungefähr 45 m Länge. Wind zur Zeit SW, frisch bis stürmisch. Strom N 37°W
17 Sm. Dampfer „Takoa‘, von Neu-Seeland nach London.
Juli 6 auf 54° 25’ S-Br und 160° 46’ W-Lg gerieth das Schiff „Brenhilda“
von Adelaide nach Falmouth, zwischen Eisberge und Schollen.
August 7 und 8. Das von San Francisco in Queenstown angekommene
Schiff. „Moresby“ passirte am 7. August auf 57° 57’ S-Br und 114° W-Lg einen
und am nächsten Morgen auf 112° 20‘ W-Lg zwei grofße HEisberge. Einer der
letzteren hatte 10 bis 12 Sm Umfang und etwa 60 m Höhe.
August 9 auf 57° S-Br und 87° W-Lg Eisberge. Schiff „Galena“.
August 15 bis 18. Der Dampfer ‚Victoria‘ passirte auf der Reise von
Neu-Seeland nach London von 49° 50‘S-Br und 160° 41‘ W-Lg bis 51° 50‘ S-Br
und 140° 30’ W-Lg 22 Eisberge sowie eine Masse kleineres Treibeis.
August 27 und 28 zwischen 49° S-Br, 159° W-Lg und 49° 10‘ S-Br und
151° W-Lg 13 Eisberge und sehr viel loses Eis. Dampfer „Tainui‘“, von Lyttelton
nach Plymouth. .
Septemper 10 bis 12 von 51° S-Br und 148° W-Lg bis 52° S-Br und
130° W-Lg mehrere Eisberge und eine Masse Treibeis. Dampfer „Ruahine‘“, von
Neu-Seeland nach Plymouth.
Hydrographische Arbeiten der Kaiserlich Russischen Marine an
den Küsten des Eismeers in den Jahren 1893 und 1894.
Die ersten kartographischen Aufnahmen der Küsten Sibiriens wurden
während der Regierung der Kaiserin Anna Ioannovna unternommen, und in
den Jahren 1734 bis 1744 unter der Oberleitung von Bering von den Lieutenants
der Marine Muravyöf, Pävlof, Maligin, Skurätof, Ovtsin, Minin, Pron-
tshistshef, Lasinius, Kh. Läptef und Dm. L£ptef durchgeführt. Nach
Beschlufs des Admiralitäts-Kollegiums wurden gleichzeitig drei Expeditionen aus-
gesandt, deren erste, aus zwei Schiffen bestehende, von Archangelsk bis zum Ob,
die zweite, mit einem Schiffe, vom Ob zum Yenisei, von den zwei Schiffen der