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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

350 Annalen. der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1896. 
der Witterung an der Küste, für deren Kenntnifs doch auch, namentlich aus den 
Tropen, noch sehr wenig anderweitiges Material vorliegt. 
Im Februarheft dieses Bandes ist über das Klima des Kamerun-Hafens 
auf Grund der Beobachtungen der deutschen Kriegsschiffe von der westafrikanischen 
Station berichtet worden. Da indessen die tägliche Periode der Gewitter dort 
übergangen ist und über jene des Regens sich noch weitere Thatsachen bei- 
bringen lassen, so wollen wir hier in dieser Hinsicht noch eine Nachlese halten. 
Denn in beiden Hinsichten bietet der Kamerun-Hafen ein mehr als gewöhnliches 
Interesse durch seine ganz überwiegend in der Nacht auftretenden Gewitter und 
Regen dar. 
Vorausgeschickt mögen einige Daten über die jährliche Periode der Regen 
und Gewitter ım Kamerun-Hafen sein, wie sie sich aus den Schiffstagebüchern 
S. M. S. „Habicht“ und „Hyäne“ ergeben. Die Zahl der Regentage ist aus 
siebenjährigen Beobachtungen abgeleitet, nämlich für Juni und Juli aus 1885 bis 
1891, für die übrigen Monate aus 1889 bis 1895; die Zahl der Tage mit Gewitter- 
erscheinungen, zu denen in diesem Falle auch die in Kamerun aufserordenilich 
u Wetterleuchten gezählt wurden, aus dreijährigen Beobachtungen 1889 
bis 1891. 
Jan. | Febr. März | Aprit| Mai! Juni | Juli | Aug. |Sept. | Okt. | Nor. | Dez. 
Zahl der f mit Regen . 
Tage {überhaupt . :] 
Regenwahrscheinlichkeit . 
68 | 58 | 90 | 88 To} 108 
201 | 139 | 159 | 127 |149| 129 
0,34! 0,42! 0,571 0,69 10,65 0,84 
122 | 65 | 144 | 155 | 86 | 27 
136 | 73 173 | 198 | 153 | 98 
0,901 0,89 | 0,83] 0,78! 0,56 | 0,28 
Tage j mitGewitter(Blitz), 57 | 40, 53, 34 | 62| 40| 24 38 | 58 93 | 56| 22 
8° | überhaupt . . | A 55 | 58 | 38 | 72! 61 | 62 4 | MM | 53 
Gewitterwahrscheinlichkeit! 0,63 | 0,73 | 0,91 | 0,89 | 0,86, 0,66 | 0,32 | 0,13] 0,62 0,96! 0,68 | 0.42 
Hiernach haben die Regen im Kamerun-Hafen ein einfaches Maximum im 
Juli—August, und ist die vergleichsweise trockene Zeit auf Dezember bis Februar 
beschränkt; die Gewitter dagegen haben ein doppeltes Maximum der Häufigkeit 
zu Anfang und Ende der Regenzeit, im März— April und im Oktober; im Juli und 
August sind sie noch erheblich seltener als in der Trockenzeit. 
Die tägliche Periode des Regens habe ich im Aufsatze über das Klima 
des Kamerun-Hafens auf Seite 86 dieses Jahrganges nur für die Monate Juni und 
Juli behandelt, in denen S. M. S. „Habicht“ alljährlich, 1885 bis 1891, vier bis 
acht Wochen in diesem Hafen zubrachte.!) Und zwar ist dort für die sechs 
Beobachtungsmomente des Tages die „absolute Regenwahrscheinlichkeit“ an- 
gegeben, d. h. das Verhältnifs der Anzahl der Beobachtungen mit Regen zur 
Gesammtzahl aller Beobachtungen. Es erwies sich, dal es am häufigsten, nämlich 
in 37°%o aller Fälle, bei der Beobachtung um 4*a geregnet hat, am seltensten 
bei der Beobachtung um 4* p, nämlich in nur 14°% der Fälle. 
Im Folgenden wollen wir die Untersuchung auch auf die zwischen den 
Beobachtungsterminen notirten Regen und auf die übrigen zehn Monate der 
Jahre 1889 bis 1891 ausdehnen, soweit die Aufzeichnungen in den Journalen des 
„Habicht“ und der „Hyäne“ reichen. Der Einfachheit wegen wollen wir aber 
auf die Berechnung der absoluten Regenwahrscheinlichkeit verzichten und uns 
mit Feststellung der procentischen Vertheilung der Regenfälle über den Tag 
begnügen. 
In der linken Hälfte der folgenden kleinen Tabelle ist die Anzahl der 
Fälle angegeben, in denen Regen zur Zeit der Beobachtung, in der rechten Hälfte 
derselben die Anzahl der Fälle, wo Regen nur zwischen den Beobachtungen in 
den Journalen aufgezeichnet sich findet; die Stundenziffer bezeichnet den End- 
termin der betreffenden Wache. 
7) Durch ein Versehen steht an der angegebenen Stelle „Juli und August“ statt „Juni und 
Juli“, vgl. die Berichtigung, S. 144.
	        
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