348 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August‘ 1896.
überaus günstige Resultat dürfte dem Umstande zuzuschreiben sein, dafs das
Chronometer seitens des Fabrikanten mit einer neuen, vorzüglich wirkenden
Hülfskompensation versehen worden ist. Eine Ueberschreitung der für die vier
Klassen vorgeschriebenen charakteristischen Zahlen hat dieses Mal bei keinem
der konkurrirenden Chronometer stattgefunden,
Unmittelbar nach Schluß der Prüfung wurden die Chronometer wie in
den früheren Jahren durch eine Kommission in Hamburg-Altona etablirter Chrono-
meter-Fabrikanten, im Beisein der Beamten des Instituts, einer Untersuchung auf
ihren gegenwärtigen Zustand unterzogen. Die Sachverständigen sprachen ihre
Ansicht dahin aus, dafs bei sämmtlichen Chronometern weder an den Unruhen
noch an den Spiralen Rostspuren zu bemerken seien. Nur bei einigen Uhren zeigte
sich eine geringfügige Trübung in der Färbung des Oels,
Die ausgesetzten Prämien wurden zuerkannt:
dem Chronometer W. Bröcking No. 1247 die erste Prämie im Betrage v.M. 700
A.Lange&SöhneNo. 2 zweite „ „ m» »M.600
W. Bröcking No.1253 „ dritte „ » »M.500
W. Bröcking No.1251 „ vierte „ » » M.400
W.Bröcking No.1224 „ fünfte „ »„ » »M.300
A.Lange& Söhne No. 4 „ sechste „ „ » »M.300
Hamburg, den 1. Juli 1896.
ir
Prof. Georg Rümker,
Direktor der Sternwarte und Vorstand
der Abtheilung IV der Seewarte.
Berechnung der Temperatur-Koefficienten für die während der
19. Konkurrenz-Prüfung (1895/96) untersuchten Chronometer.
Von Dr. C. STECHERT, Assistent der Deutschen Seewarte,
Bei der Ableitung der Temperatur-Koeffcienten derjenigen Chronometer,
welche während der 19. Konkurrenz-Prüfung in der Abtheilung IV der Seewarte
bei den Temperaturen von + 5° bis 430° untersucht worden sind, wurde die
gebräuchliche Gangformel
g = go + a(t— 15°) + b (t— 15°)
zu Grunde gelegt. Die numerische Rechnung wurde unter strenger Anwendung
der Methode der kleinsten Quadrate und unter Benutzung der in Heft X des
vorigen Jahrganges dieser Annalen mitgetheilten Abkürzungen durchgeführt. Die
dort definirten, für sämmtliche Chronometer der Prüfung geltenden Größen A
und B wurden zur Kontrole in zweifacher Weise, erstens durch direkte Auf-
lösung der Normalgleichungen und zweitens mit Hülfe von Differentialformeln,
abgeleitet. Die erstere Rechnung lieferte die folgenden Werthe:
Ay = +0,0139 B, = — 0,00465
Ay = +0,0146 Ba = — 0,00690
Ay = +4 0,0020 B, = —0,00678
Ay = — 0,0237 B; = — 0,00426
Ar = — 0,0573 Ba = — 0,00008
Bei Benutzung der Differentialformeln ergaben sich hiergegen die folgenden
kleinen Abweichungen im Sinne „Strenge Rechnung minus Rechnung durch
Differentialfoermeln“:
(In Einheiten der 4, bezw. 5. Decimalstelle,)
(A) +2 +38 +2 +1 +1
BB) —2 —2 — 1 +2 — 2
Es liefern also, trotz des in diesem Falle nicht unerheblichen Unterschiedes
zwischen der tiefsten beobachteten Mitteltemperatur (-+ 5,6°) und der ent-
sprechenden Normaltemperatur (+ 5,0°), die Differentialformeln immer noch hin-
reichend genaue Werthe. Mit Hülfe der oben gegebenen Konstanten wurden
die folgenden Beträge für die Temperatur-Koefficienten gefunden.