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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

Konkurrenz-Prüfung von Marine-Chronometern im Winter 1895—96, 345 
einander folgenden Dekaden, r die Differenz der Temperatur dieser beiden Zeit- 
abschnitte und T die Differenz der höchsten und niedrigsten überhaupt während 
der Prüfung vorgekommenen Dekaden-Temperatur, so ist B==B‘ — mA ,‚ wobei auf 
eine etwaige Verschiedenheit in den Vorzeichen von A und B’ keine Rücksicht 
genommen wird. 
C oder den zehnfachen Werth der mittleren täglichen Acceleration erhält man, 
indem man die Gangdifferenzen von je zwei zur Mitte der Untersuchungszeit sym- 
metrisch gelegenen Dekaden gleicher Temperatur bildet, dieselben durch die Anzahl 
der zwischen der Mitte beider Zeitabschnitte liegenden Tage dividirt und aus den so 
erhaltenen Zahlen das Mittel nimmt. Um einen von zufälligen Gangunregel- 
mäfsigkeiten möglichst unabhängigen Werth der Acceleration zu gewinnen, sind 
hierbei nur diejenigen Gänge verwerthet worden, die während der. zwei äufsersten 
Paare von Zeitabschnitten erhalten wurden. Die Beeinflussung durch zufällige 
Gangunregelmäfsigkeiten gestaltet sich dadurch am geringsten, da dann der oben 
genannte Divisor einen verhältnifsmäfsig grofsen Werth annimmt. — In den 
einzelnen Klassen werden die Chronometer nach der absoluten Summe der Zählen- 
größen A -+2B -+C geordnet, d. h. dasjenige Chronometer, bei welchem diese 
Summe den geringsten Werth erreicht, nimmt den der Güte nach ersten Rang ein, 
Bei genauer Durchsicht der anliegenden Gangtabelle erkennt man, dafs das 
Resultat der diesmaligen (19.) Konkurrenz-Prüfung ein sehr befriedigendes ist. 
Die Gesammtleistungen übertreffen bei Weitem die Resultate der 15.,') 16. und 
17. Prüfung und stehen kaum gegen diejenigen der 18. Prüfung zurück, deren 
Ergebniß in dem vorjährigen Berichte als ein ausnahmsweise günstiges bezeichnet 
werden konnte. Es vertheilen sich dieses Mal procentisch die Anzahl der 
konkurrirenden Instrumente in folgender Weise auf die einzelnen Klassen: 
; Klasse - I II HI IV 
19% ‘471° 19 % 16 % 
Dafs die Anzahl der in die erste Klasse gelangten Instrumente gegenüber 
der 18. Prüfung um eins geringer ist, dürfte wohl nur dem Umstande zuzuschreiben 
sein, dafs einige Chronometer anderer Klassen (z. B. W. G. Ehrlich No. 802, 
W. Bröcking No. 1252 und No. 1250) offenbar zu neu und in diesem Zustande 
noch mit einer sehr starken Acceleration behaftet sind. Es ist mit grofser 
Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dafs die erwähnten Chronometer auch ohne 
Aenderung der Kompensationsvorrichtung ein’ erheblich günstigeres Resultat mit 
Bezug auf die Klassificirung bei späteren Prüfungen liefern werden. Ebenso wie 
in’der 18; Konkurrenz-Prüfung hat auch dieses Mal fast die Hälfte der ein- 
gelieferten Instrumente in die Klasse IL (Prädikat „Sehr gut“) eingereiht werden 
können, und es ist anerkennenswerth, dafs sich hierunter zwei Instrumente mit 
einfacher Temperatur-Kompensation, nämlich U. F. P. Sackmann No. 2530 und 
F. Schlesicky No. 3012, befinden. Als ein in Bezug auf die Kompensation 
vortrefflich gearbeitetes Instrument muls ferner das oben bereits genannte 
Chronometer W. Bröcking No. 1252 (Klasse IV, No. 1) bezeichnet werden; 
sieht man von der starken Acceleration dieses Instrumentes ab, so ist A +} 2B 
— 1,04, ein sehr geringer Betrag, welcher in den früheren Prüfungen nur zwei 
Mal erreicht wurde, nämlich von den Chronometern - 
W. G. Ehrlich No. 531 (A + 2B == 0,77; 14. Prüfung Klasse T, No. 1) 
und W. Bröcking No. 1247 (A + 2B = 087; 18. Prüfung Klasse II, No. 1). 
Das letztgenannte Instrument nimmt in der jetzigen (19.) Prüfung die erste 
Stelle in der ersten Klasse ein. Endlich möge noch darauf hingewiesen werden, 
dafs das Chronometer A, Lange & Söhne No. 4, welches bereits in der 
12. Konkurrenz-Prüfung untersucht wurde und dort ein weniger befriedigendes 
Verhalten: zeigte, nunmehr in die erste Klasse eingereiht werden konnte, Dieses 
1) Die Vergleichung mit den Gesammtleistungen früherer Prüfungen läfst sich nicht ohne 
Weiteres ausführen, da der jetzige Prüfungsmodus und die augenblicklich geltenden Beurtheilungs- 
normen erst seit der 15. Prüfung. zur Einführung gelangt sind. Es zeigt aber eine überschlägliche 
Beurtheilung, dafs die bis dahin erhaltenen Gesammtleistungen auch nicht annähernd diejenigen der 
beiden letzten Jahre erreichen, 
Ann. d. Hvdr. ote.. 1896. Heft YUL
	        
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