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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1896. 
Beschlüsse der zweiten, im Juli 1887 in Hamburg abgehaltenen Chronometer- 
Konferenz, zur Ableitung der für die Güte der Instrumente charakteristischen 
Zahlen nur die während der zwölf Dekaden von 1895 Dezember 5 bis 1896 
April 3 erhaltenen Gänge verwendet. 
Während der ersten beiden Dekaden der Prüfungszeit (1895 November 15 
bis Dezember 5) wurden die Instrumente allmählich bis auf 30° C erwärmt; während 
der beiden letzten Dekaden (1896 April 3 bis April 23) wurde die Temperatur 
langsam von 30° C bis auf Zimmertemperatur vermindert. Unter Fortfall dieser 
äufsersten, hier nicht weiter berücksichtigten Dekaden ergab sich das folgende 
vollständig symmetrische Temperaturschema: 
Dekade: 1 2 3.4 5 6 7 8 9 10 11 22 
Temperatur C: 30° 25° 20° 15° 10° 5° 5° 10° 15° 20° 25° 30° 
Der letzte milde Winter war der Prüfung bei den niedrigen Temperaturen 
nicht besonders günstig, es konnten daher letztere nicht vollkommen erreicht 
werden; die niedrigste überhaupt beobachtete mittlere Tagestemperatur betrug 
4,5°, die höchste 31,0°. Die Schwankungen innerhalb der einzelnen Dekaden 
hielten sich innerhalb der zulässigen Grenzen; die Mitteltemperaturen der Dekaden 
konnten bis auf wenige Zehntheile des Grades dem vorstehenden Prüfungsschema 
entsprechend hergestellt werden. 
Die aus den Vergleichungen mit den Normaluhren resultirenden Gänge 
der einzelnen Chronometer wurden zu zehntägigen Gangsummen vereinigt und 
die hieraus abgeleiteten mittleren täglichen Gänge in die Kolumne V der an- 
liegenden Tabelle eingetragen. 
Gleichzeitig mit den Chronometern wurden die beiden Thermochronometer 
(nicht kompensirte Chronometer) Tiede No. 108 und Eppner No. 20 verglichen, 
und es sind die mittleren täglichen Gänge derselben am Fuße der Tabelle an- 
gegeben. Unter den Rubriken, welche diese in Sekunden ausgedrückten Werthe 
enthalten, folgen alsdann die aus den täglichen Ablesungen der meteorologischen 
Instrumente gebildeten Mitteltemperaturen sowie die Extreme der während der 
betreffenden Dekade beobachteten mittleren Tagestemperaturen. In der letzten 
Reihe sind schliefßslich die Mittelwerthe der an den Koppe’schen Haarhygro- 
metern abgelesenen relativen Feuchtigkeitsgrade im Innern des Prüfungsapparates 
angegeben. 
In Gemäfheit der hohen Verfügungen des Herrn Chefs der Admiralität 
vom 12, Juli 1889 und vom 3. März 1890, sowie dem Konkurrenz-Ausschreiben 
der Direktion der Seewarte entsprechend, sollte nach beendeter Prüfung für die 
Beurtheilung der Güte der Chronometer das folgende Verfahren in Anwendung 
gebracht werden: Sämmtliche Chronometer, soweit sich dieselben überhaupt als 
brauchbar für die nautische Praxis erweisen, werden in vier Klassen eingeordnet, 
welche durch folgende Prädikate bezeichnet werden: 
Klasse 1: „Vorzüglich“ 
* „Sehr gut“ 
„Gut“ 
„Genügend“. 
Für die einzelnen Klassen werden die folgenden Maximalwerthe der die 
Fehler der Chronometer zum Ausdrucke bringenden Koefficienten A, B und C 
festgestellt: 
Klasse 1 2 3 
A+2B+C 2,5° 5,0° 6,5° 
B 0,75° 1,20° 1,60° 
CC 0.085 0.10° 0.192° 
Diese Größen A, B und C werden berechnet aus den während der ein- 
zelnen Dekaden der symmetrisch vorgenommenen Temperaturprüfung erhaltenen 
mittleren täglichen Gängen. Zur Bestimmung der Gröfse A sind die beiden zu 
gleichen Temperatur-Dekaden gehörigen täglichen Gänge paarweise zu einem 
Mittelwerthe zusammenzufassen (siehe Kolumne VI). Es ist dann die gröfste 
vorkommende Differenz der so gefundenen Mittelwerthe gleich A zu setzen. 
Bezeichnet ferner B'‘ die gröfste Differenz der täglichen Gänge von zwei auf-
	        
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