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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

Treibeis in südlichen Breiten. 
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Breiten noch. viel weniger der Fall sein wird. Als einziger Schutz gegen Kolli- 
sionen mit Eis kann nur ein schärfer Ausguck dienen, in dichtem Nebel bei 
fAlauer Briese vielleicht auch etwas das Gehör, denn das häufige Einstürzen der 
Wände eines Eisberges ist meilenweit zu vernehmen. Man führe bei unsichtiger 
Nacht die Rasen etwas angebrafst, so dafs man ohne Verzug aufluven kann, 
denn wenn irgend möglich sollte man‘ wegen der gefährlichen Eisbrocken in Lee 
der Berge stets luvwärts von denselben passiren. . Mufs zwischen Eisbergen hin- 
durch gesegelt werden, so halte man aus demselben Grunde die Leeseite der 
Durchfahrt, Bei etwas diesiger Kimm bemerkte ich in der Dunkelheit über 
einigen Eisbergen etwas von einem Blink in’ der Luft, die Eisberge selber aber, 
obschon bei Tage schneeweifs, erschienen in der Nacht schwarz. Nahebei mögen 
sie vielleicht als eine weiße Wolke in Sicht kommen können.“ 
Anmerkung. Die Bemerkung Kapt. Gahde’s, dafs die Abnahme der 
Wassertemperatur. zur Beurtheilung der Annäherung an einen Eisberg keinen 
Anhalt biete, ist auch von Anderen Schiffsführern schon vielfach gemacht, und ist 
diese Erfahrung bei den im zweiten Theile des „Segelhandbuches für den Indischen 
Deean“ Seite 457 gegebenen Anweisungen für das Fahren im Treibeisgebiete auch 
gebührend berücksichtigt worden. Indessen lauten viele Berichte‘) doch. auch 
dem entgegen, indem sie eine deutlich erkennbare Abnahme der Temperatur nach- 
weisen. Die besonderen Umstände festzustellen, unter welchen das Eine oder 
das Andere stattfindet, mufs einer späteren eingehenden Untersuchung vorbehalten 
bleiben.?) 
1895 März 16 auf 47° S-Br und 12° O-Lg. Das Schiff „Largiemore‘“ war 
auf der Reise von Rio de Janeiro näch Newcastle N. S. W. auf der angegebenen 
Stelle vollständig von Eisbergen umgeben. Das Weiter war dick, und das Schiff 
befand sich in großer Gefahr; erst am fünften Tage, nachdem es etwa 800 Sm 
zwischen dem Eise gesegelt hatte, kam es frei. Es kollidirte auch mehrere Male 
mit dem Eise und erhielt leichten Schaden am Bug. 
April 11 zwischen 44° 34’ S-Br, 23° 22’ O-Lg und 44° 18’ S-Br, 25° 14’ O-Lg. 
„Morgens 6 Uhr sahen plötzlich sechs kolossale Eisberge in der Nähe des Schiffes, 
mußten mehrmals den Kurs ändern, um freizukommen. Wind NW 6, um 11a 
plötzlich zum Sturm zunehmend. Steuerten nördlicher des Kises wegen, Von 
1" bis 2"p passirten wieder sechs hohe Berge. Nebel und heftiger Regen. Da 
mir die Sache zu ungemüthlich wurde, legte ich das Schiff vor die Untermars- 
segel und liefs noch nördlicher steuern. Die Berge waren 150 bis 180 m hoch 
und 1 bis 2 Sm lang und gewährten einen schaurigen Anblick, wenn sie recht 
vor dem Bug des Schiffes in Ya Sm Entfernung aus dem Nebel auftauchten.“ 
Bericht des Kapt. E. Berg vom Viermastschiffe „Peter Rickmers“. _ 
Juni ? auf 43° S-Br und 32° O-Lg fünf grofse Eisberge, Schiff „Leila‘. 
Juni 3 und 4 zwischen 44° 50'8-Br, 50° 11‘ O-Lg und 45° 18’ S-Br und 
56° 40' O-Lg passirte der Dampfer „Buteshire‘“ drei Eisberge, welche bezw. 9, 
12 und 15 m hoch waren. . 
Juni 4 bis 6 zwischen 43° 20‘ S-Br, 32° O-Lg und 43° SaBr, 38° O-Lg 
12 grofse Eisberge, darunter einer von 152 m Höhe, und viele Eisstücke., Bark 
„Mona“, Kapt. C. Fesenfeldt, von Rotterdam nach Samarang. i 
Juli 9 auf 42° S-Br und 43° O-Lg. Das in Sydney angekommene Schiff 
„Armida‘“ passirte mehrere Eisberge, von denen einer 120 m hoch und %: Sm 
lang war. * 
Juli 10 auf 42° 16’ 8-Br und 45° O-Lg Eisberge. 
Juli 12 auf 44° S-Br und 55° O-Lg Eisberge. ; 
Dampfer „Sommerfeld“, Kapt. Safs, von Port Elizabeth nach Austrälien, 
Juli 27 auf 44° 55' S-Br und 52° 23‘ O-Lg. Der Dampfer „Port Chalmers“‘, 
von London in Port Adelaide angekommen, war mit einem Eisberge in Kollision, 
1) So z. B. der von Kapt: Leopold vom 27, und 28. Dezember 1893 und verschiedene 
andere, die hier aufgeführt sind. 
2) Kapt. Gahde hat mit seinem Bericht auch eine Photographie des zuerst gesichteten Eis- 
berges eingeschickt, Von einer Wiedergabe derselben an dieser Stelle mu(ste zunächst Abstand ge- 
nommen werden, da noch eine Rückfrage bezw. des benutzten Apparates etc, wünschenswerth 
erschien. Sie ist der Direktion auch in so fern sehr willkommen gewesen, als der letzteren dadurch der 
Beweis geliefert wurde, dafs die von. ihr besonders für Küstenaufnahmen empfohlene Benutzung 
shotorraphischer Apparate atı Bord Verbreitung findet.
	        
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