340 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1896.
yefähr derselben Stärke lief der Strom zwischen St. John Island und Hainan-
Straße; er konnte hier wegen unregelmäfsiger Fahrt des Schiffes und Kurs-
änderung nicht genau bestimmt werden. In der Hainan - Strafse setzte der
Fluthstrom am 22, nachmittags westlich, 1,5 Sm in der Stunde, von Hoi-How bis
zum Ausgang der Straße, entgegen der Angabe der im Anbang zur „China sea
directory“ gegebenen Tabelle, während am 20. in der östlichen Einfahrt von der
Boje bis Hoi-How drei Stunden vor und eine Stunde nach Hochwasser kein Strom
beobachtet wurde, An der West- und Südküste von Hainan fand keine Strom-
versetzung statt. Auf der Fahrt von Yu-Lin kan nach Hongkong wurde zwischen
dem Abgangsbesteck und dem observirten Mittaysbesteck des folgenden Tages
sine Stromversetzung von 0,7 Sm in der Stunde nach S 33,4° W, zwischen letzterem
Besteck und Gap Rock, auf welcher Strecke auch der Wind abgeflaut hatte, kein
Strom ermittelt.
Zur Ansteuerung des Middle Channel der östlichen Einfahrt zur Hainan-
Straßse diente die vor derselben ausgelegte schwarz und roth horizontal gestreifte
Boje mit Kugel als Toppzeichen, welche durch ihre Größe auf beinahe 3 Sm
Entfernung gesichtet wurde, obwohl die Luft nicht völlig klar war. Es wurden
in ihrer unmittelbaren Nähe 20 m gelothet; nach der Segelanweisung sollte die
Boje auf 13 Faden liegen. Der südlichste heil der Nordbank mit 6 bis 10 Faden
Wasser liefs sich gut anlothen, und wurden auf ihn 14m Wasser gefunden, was
mit der Kartenangabe übereinstimmte. Die auf den Bänken stehende Brandung
ließ sich von den weißen Köpfen des nicht unbeträchtlichen Seeganges gut unter-
scheiden und kam schon in vorlicher Peilung in Sicht. Von dem Lande wurde
zuerst, 5 Sm nach dem Passiren der Boje, Mofu Hill gesehen, 2,5 Sm weiter kam
Hainan Bluff in Sicht, welche beide als gute Objekte zur Ortsbestimmung dienten.
Es wurde mit WSW'!/W zwischen North-Bank und South Banks hindurchgesteuert,
sodann nach einer Kreuzpeilung von Mofu Hill und Hainan Bluff mit W'/S
zwischen West-Bank und Little-Bank, bis Backsha Banks querab waren, von dort
mit SWzW!/AAW in die Hoi-How-Bai mit gutem Abstande von den Fischergestellen
and nach dem Passiren der letzteren mit SzO auf den Ankerplatz, Cluster 0S07/s0,
Übelisk S*440, 15m Wassertiefe. Gute Landmarken sind außer den erwähnten
Pochin Hill und die nach allen Seiten und weithin sichtbare Pagode von Kien
Chu. Der weiße Leuchtthurm in der Hoi-How-Bai ist schwer zu finden, da er
vor einem großen weifsen Hause steht und dieses nicht überragt, dagegen ist
das weifßse Haus, welches von einer weißen Mauer umgeben ist, eine vorzügliche,
über die Bai hinaus sichtbare Marke. Das östlich vom Leuchtfeuer in der Karte
Tit. XI, No. 8, angegebene weiße Haus war vom Ankerplatz aus nicht zu
erkennen und wahrscheinlich auch nicht vorhanden. Der Obelisk und die „fünf
Palmen“ sind leicht auszumachen; Mandarin-Kap, eine niedrige, kuppelförmige,
dunkle Erhöhung über sonst flachem Lande, markirt sich bei sichtigem Wetter
gut. Der Ankergrund bestand aus Sand und Mud und war sicher.
An der weiteren Nordküste von Hainan ist Chingmai Point, ein Vorsprung
mit kleinem Gehölz. Magpie Point erscheint von Westen als scharfe Huk, der
vor ihm liegende Rock als gut sichtbarer, frei von der Huk liegender Felsen.
Die Hummocks und der Lamko Hill sind weit sichtbare und gute Marken; die
Pagode auf letzterem Berge war in einer Entfernung von 8,5 Sm nicht sichtbar,
Die Passage zwischen Lamko und der westlichen Bank bot keine Schwierigkeiten,
da zur Kontrole des Kurses genügend Landmarken vorhanden waren. Au der
Südwestküste ragt der Berg Etna unverkennbar hervor; die in der Karte Tit. XI,
No. 1, gegebene Vertonung entspricht dem (Gesehenen. An der Südküste sind
leicht auszumachen: Snake Point, Great Cape, Horn Mount und die vor der Küste
jjegenden Inseln Button-Insel, Mud-Insel, West- und Kast-Insel, alle zur Orts-
bestimmung, auch auf weite Entfernung, brauchbare Marken. KEast-Insel hat beim
Vorbeifahren von West nach Ost die in der Karte angedeutete Form von keiner
Stelle aus. Die Ansteuerung der Yu-Lin kan-Bai bot nichts Bemerkenswerthes;
der Kurs NWzN auf die Einfahrt des inneren Hafens führt in die Mitte des
nördlicheren, engeren Theiles der Bucht östlich von der Yu-Lin kan-Spitze, wo
yuter Ankergrund ist. Die Ansicht auf der Karte Tit. XI, No. 8, für die Ein-
lahrt in den inneren Hafen ist unrichtig. Auf einem niedrigen Hügel, der von
einem hinter ihm liegenden Berge überragt wird, ist ungefähr in der Mitte der
Höhe eine Stelle des Felsens vom Walde blofßgelegt und am Fuße ein weifser