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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1896. 
der Luftschiffahrt“, ist schon der Verdienste des ausgezeichneten Mannes um 
die betreffenden Wissenschaften in warmen Worten gedacht worden. An die 
dort hervorgehobenen Gesichtspunkte in der Beurtheilung der Thätigkeit desselben 
ist vielleicht in zusammenfassender Weise anzuknüpfen, indem hervorgehoben 
wird, wie Excellenz von Stosch stets eine ganz besondere Vorliebe und ein 
tiefes Verständnifs für die Wissenschaften der Meteorologie und des Krd- 
magnetismus, beide in ihrer Anwendung auf das praktische Leben, bekundete 
und bis zu seinem Lebensende bestrebt war, sich selbst darin zu vervollkommuen. 
Die letzten Jahre seines Lebens widmete der rastlos thätige Herr dem Wein- 
und Obstbau seiner Heimath intensivstes Interesse, und war er namentlich stets 
bemüht, die Vortheile, welche die Wissenschaft diesem wichtigen Zweige der 
heimischen Kultur zu bieten vermochte, auch wirklich nutzbar zu machen. Noch 
in den letzten Wochen seines Lebens trat er über Fragen der Klimatologie in 
ihrer Anwendung auf die Weinkultur in brieflichen Verkehr mit den Beamten 
der Seewarte, wie er dies allezeit zur Ermunterung und Anregung zu thun 
pflegte. Dabei mußte dem vorurtheilsfreien Fachgelehrten die Schärfe seines 
Geistes in der Auffindung der Schwächen und Stärken der wissenschaftlichen 
Hypothesen und Theorien auffallen. Frei von jeder Voreingenommenheit, nahm 
er Ansichten und Auffassungen Anderer in sich auf, ohne aber die freie Kritik, 
die sich ihm aufdrängte, zu unterdrücken. Auf diesem Wege ist vieles Frucht- 
bringende in die Entwickelung unserer Deutschen ausübenden Witterungskunde 
zu Wasser und zu Lande und in die Pflege der Anwendung der Lehre vom 
Magnetismus in der Navigation hineingetragen worden. Das anzuerkennen, ist 
eine Pflicht, welche Alle, die das Glück hatten, unter Herrn von Stosch zu 
wirken, dankbaren Herzens und freudig erfüllen werden. 
Nicht nur die Machtentfaltung unseres Vaterlandes zur See schuldet dem 
Admiral von Stosch, wie dies von berufener Seite ausgeführt wurde, grofsen 
Dank, sondern auch die Deutsche Wissenschaft, die er allezeit in ihren hohen 
Zielen zu fördern bestrebt war. Sein Name ist in unverlöschlichen Schriftzügen 
in die Annalen der vaterländischen wissenschaftlichen Bestrebungen unserer Zeit 
eingetragen. Dr. N. 
Von Hongkong nach Hoi-How und der Yu-Lin kan-Bai auf Hainan. 
Aus dem Reisebericht S. M. S. „Irene“, Kommandant Kapt, z. S, VON DRESKY. 
Am 19. Januar 1896, 10"a, verliefs ich den Hafen von Hongkong zu einer 
Kreuztour nach Hainan. Ich wählte die östliche Einfahrt durch den Lye-Mun- 
Pafs, steuerte im Tathong Channel östlich des Tathong Rocks und der Bockhara- 
Rocks und nahm sodann Kurs durch die Shing Shi Mun-Passage, östlich der 
Samoun Group und der Ladrone Islands. Nachdem am Nachmittage die Deviation 
bestimmt war, nahm ich mit einem genauen Abgangsbesteck von den Ladrone 
Islands direkten Kurs — SWzW — auf die vor dem Middle Channel der östlichen 
Einfahrt zur Hainan-Strafse ausgelegte Boje und dampfte mit 9 Sm Fahrt. Die 
Boje sichtete ich auf eine Entfernung von 3 Sm, obwohl die Luft nicht sehr sichtig 
war, am Vormittage des 20. Januar und steuerte sie an. Von hier aus dampfte 
ich unter Gebrauch des Lothes und in Sicht der auf den Bänken stehenden 
Brandung durch den Middle Channel in die Hainan-Straße und in die Bucht von 
Hoi-How, wo ich um 2* 50” p am 20. ankerte. 
Am 22. Januar um 12* 40” p verliefs ich Hoi-How, um in die Yu-Lin kan- 
Bai an der Südküste der Insel zu dampfen, und steuerte westlich durch die Mitte 
der Strafse in Sicht beider Küsten mit 10 Sm Fahrt. Nachdem ich Lamko- 
Leuchtthurm 4*p im Abstande von 4,5 Sm passirt hatte, steuerte ich durch die 
weiteste Passage zwischen Lamko und der westlichsten Bank, 
Die Kurse während der Nacht führten längs der Nordwestküste im Ab- 
stande von 14 Sm, bis die North-Bank passirt war, und längs der Westküste 
15 Sm westlich der Outer-Bank. Die grofsen Abstände wählte ich wegen der 
unvollkommenen und ‘unsicheren Vermessungen. Die Outer-Bank, WNW%/A4W 
{8 Sm von Southwest Point gelegen, umsteuerte ich in einem Abstande von
	        
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