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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

Knipping: Die Guinea- und Aequatorial-Strömungen. 
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Streifen von 1° > 5° oder 2° x<5°.) Wo dicht unter der Küste Gegenströmungen 
sind, wird das Strombild mit wachsenden Feldern immer mehr verwischt. . 
Es bedarf wohl keines Hinweises, dafs die beiderseitigen Vorarbeiten über 
den Strom dieselben waren, und nur die gewählte Form der Veröffentlichung 
verschieden ist. Am wichtigsten ist es, festzuhalten, dafs man wohl von A zu B 
übergehen kann, aber nicht mehr von B auf A zurück kann, und daß die Arbeits- 
last bei beiden Methoden dieselbe ist. : 
Als ‚zweite Arbeit nehmen wir die neun Zehngradfelder (Atlas und 
Bemerkungen, Meteorologisches Amt, London 1876) von 20° N-Br bis 10° S-Br, 
10° bis 40° W-Lg. Hier sind die Ergebnisse in Streifen von 2° Breite, 5° Länge 
zusammengefafst, da die Beobachtungen . viel weniger zahlreich waren als im 
„Quadrat 3“. 
Auf der letzten Tafel (IV) des Atlanten zu diesem Werk findet man unter 
„Dezember“ und „Vorherrschendem Strom“ von 12° bis 20° N-Br, 15° bis 20° W-Lg 
an der afrikanischen Küste zu beiden Seiten des Kap Verde nach Nordost 
gerichtete rothe .Strompfeile mit der Bemerkung in rother Schrift daneben: 
„Dieser nordöstliche Strom ist ungewöhnlich; er ist gewöhnlich südlich im 
Dezember“. 
Da dies die einzige auffällig gedruckte Bemerkung auf allen vier Tafeln des 
Werkes ist, wollen wir sie verfolgen. Im vorderen Theil des Atlas, Dezember, 
Quadrat 38, 12° bis 20° N-Br, findet man, dafs diese Pfeile ‚auf sieben Strombeob- 
achtungen beruhen und auf Seite 181 des Bandes „Bemerkungen“ die Begründung 
unter: „Strom, Quadrat 38“. 
Anmerkung: „Der vorherrschende nordöstliche Strom, der in. der Karte 
und auf der Tafel für Dezember, Quadrat 38, hervortritt, ist das Ergebnifs von 
Beobachtungen desselben Schiffes; das Tagebuch ist sehr gut, und die Beob- 
achtungen sind verläßlich, aber das Schiff hatte von den Kanarischen Inseln bis 
zu 18° N-Br herunter südwestliche Winde gehabt und bekam den Nordostpassat 
erst in 17° N-Br; die südwestlichen Winde zwangen es, im Osten der Kap 
Verdischen Inseln vorbeizugehen und mögen den nordöstlichen Strom erklären, 
dem es dort ausgesetzt war. Zu anderen Zeiten im Dezember war der. Strom 
wahrscheinlich südöstlich oder südwestlich wie in anderen Wintermonaten. Diese 
Ansicht wird durch die Stromkarten der Admiralität und die von Kapt. z. See 
J. C. de Brito-Capello unterstützt.“ 
Die holländische Arbeit giebt für denselben Raum und Monat (12° bis 
20° N-Br, 15° bis 20° W-Lg, Dezember) 36 Beobachtungen, darunter 9 mit weniger 
als 5 Sm Strom. Koppelt man die übrigen 27 nach den Kreisvierteln SzO bis 
Ost u. s. w., so erhält man nördlich und südlich von Kap Verde (15° N-Br): 
Stromversetzung zwischen der afrikanischen Küste und 20° W-Lg im Dezember. 
Etmale, d. h. Beobachtungszahl, in (). 
30°—15° N-Br S0OzO0 10Sm (7) ONO 78m (2)  NWzW 7 Sm (2) SW-zS 11 Sm (10) 
15%°__12° N-Br SSO.: 7Sm ®) _ wW 7 Sm (1) SWzS 7Sm (8) 
; Was also in dem englischen Werk als Vermuthung ausgesprochen wurde, 
beweisen die holländischen Beobachtungen für Dezember. Südwestliche Strömungen 
sind am häufigsten und stärksten, danach südöstliche, nordöstliche kommen nur 
ausnahmsweise vor und sind durchschnittlich schwächer als die genannten. 
Ein drittes Quellenwerk ist Quadrat 75 der Deutschen Seewarte, von 20° 
bis 30° N-Br, 20° bis 30° W-Lg, Resultate u. s. w. für Eingradfelder. Hamburg 1883. 
Der Ort der Stromversetzung wird hier etwas anders gerechnet als bei den Holländern 
and Engländern. ‚Es heifst nämlich Seite XII, Einleitung, unter 15: „Die Ver- 
setzungen sind hier jedesmal demjenigen Zonenabschnitt (1° Breite, 5° Länge) zu- 
getheilt worden, in welchem das Etmal endete, für das sie gelten.“ Im 
holländischen Werke heifst es in den Erklärungen 1. Seite, Zeile 6 von oben: 
„Die Beobachtungen von Strom u. s. w. .... sind für jedes Etmal der mittleren 
Breite und Länge des Etmals zugeschrieben.“ Das bedeutet also, wenn ein Schiff 
von 2214° N-Br, 251/2° W-Lg in einem Etmal bis 20*/2° N-Br, 25'/2° W-Lg segelt, 
so wird die Stromversetzung im deutschen Werke dem Streifen 20° bis 21° N-Br, 
25° bis 30° W-Lg zugeschrieben, im holländischen dem Eingradfelde 21° bis 
22° N-Br, 25° bis 26° W-Lg. Nimmt man an, daß es sich in dieser Gegend, 
Ann. d. Hvdr. ete.. 1896. Heft VII.
	        
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