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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1896. 
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Die Guinea- und Aequatorial-Strömungen. 
Für jeden Monat gesondert bearbeitet hach den Angaben von 2900 an Bord von niederländischen 
Schiffen geführten Tagebüchern. 
In diesem Atlas sind jedem Monat zwei Doppelseiten gewidmet. Die erste 
enthält alle beobachteten Stromversetzungen innerhalb eines jeden Eingradfeldes 
zwischen 2° und 24° N-Br, 2° und 29° W-Lg, graphisch dargestellt, mit der Zahl 
der Beobachtungen für jeden Strich und jedes Feld. Die Größe des Netzes der 
Hauptkarte ist etwa 62 >< 51cm. Rothe Pfeile kennzeichnen westlichen Strom, 
schwarze östlichen. Querstriche an den Strompfeilen und — wo nöthig — die 
Zahl der Widerhaken geben die Geschwindigkeit von 5 zu 5 Sm in 24 Stunden 
an. Die beigegebenen Tabellen enthalten für die Fünfgradfelder — an den 
Rändern der Karte auch Theile solcher — die gekoppelten Stromrichtungen 
nebst Geschwindigkeiten für jeden Viertelkreis, den östlichen und westlichen 
Halbkreis sowie die anderen aus den Tagebüchern ausgezogenen Werthe. 
Die zweite Doppelseite jedes Monats bringt im halben Mafsstab der Haupt- 
karte vier kleinere Karten, mit I bis IV bezeichnet. Davon giebt I die über- 
wiegenden östlichen oder westlichen Stromversetzungen gekoppelt für jedes Ein- 
gradfeld an (siehe Probe, Seite 328); II die für Fünfgradfelder in den vier Kreis- 
vierteln gekoppelten Versetzungen nebst Linien gleicher Wasserwärme von Grad 
zu Grad; III die Linien gleicher Luftwärme, ferner die Regenprocente für Ein- 
gradfelder; endlich IV die Windrosen und mittlere Windstärke für jeden 
zweiten Kompafsstrich und die Regenprocente (hier für Fünfgradfelder). In II 
and IV sind die Eingradfelder ohne Strombeobachtungen leicht gestrichelt. Da 
aufser den schon erwähnten Werthen noch specifisches Gewicht, Stromstriche, 
kabbelige See, fliegende Fische, Meerleuchten, Seebeben, verfärbtes Wasser und 
Passatstaub in den Karten oder Tabellen angeführt sind, enthält der Atlas mehr, 
als man nach dem Titel erwarten sollte. Trotzdem ist der Titel gerechtfertigt, 
da der Strom den Hauptgegenstand der Untersuchung bildet und andere Beob- 
achtungen nur dann ausgezogen wurden, wenn das betreffende Etmal Strom- 
versetzungen aufwies, 
Die Befürchtung, die man deshalb etwa hegen könnte, dafs viele Beob- 
achtungen ausgefallen seien, bestätigt sich bei näherem Zusehen nicht. Aus der 
Einleitung und den Karten ergiebt sich nämlich, dafs Stromversetzungen von 
1 bis 5 Sm in 24 Stunden hier mitgerechnet sind, während man sie sonst meist 
ausfallen läfst, da die Genauigkeit der Logrechnung nicht soweit reicht. Die 
Zahl der Etmale ohne Stromversetzung — d. h. unter 1 Sm — muf deshalb 
gering sein. Kine Auszählung in zwei Karten ergab für Januar 18 Etmale ohne 
Strom, für Juli 15. Da die entsprechenden Etmale mit Strom 1721 und 3426 
sind, sind durchschnittlich nur 1 bis '2°%o aller Kimale ausgefallen. In Feldern 
mit wenig Beobachtungen kommen natürlich gelegentlich viel höhere Procent- 
werthe vor. Wir haben in dem Atlas also fast das ganze Beobachtungsmaterial 
mit Ausnahme des Luftdruckes. 
Die Behandlung der Windbeobachtungen ist etwas anders als die des 
Londoner Meteorologischen Amtes in der Umgebung des Kaps der Guten Hoffnung. 
(Siehe Bemerkungen dazu, Seite 5: „Nur eine einzige Beobachtung desselben 
Schiffes an demselben Tage in demselben Eingradfeld.“) „Von allen während 
eines Etmals aufgezeichneten Windbeobachtungen ist jede Richtung einmal aus- 
gezogen mit der mittleren Windstärke für die Richtung; ebenso die Windstillen.“ 
Ohne Kenntnifßs der durchschnittlichen Zahl der Windbeobachtungen im Etmal, 
die von 12 bis 3 schwanken mag, oder ohne eine ausführliche Doppelprobe — 
alte und neue Weise — läfst sich der Werth dieses Verfahrens kaum beurtheilen. 
Man darf aber jedenfalls erwarten, dafs auch so der Hauptübelstand der alten 
Methode, allen Windbeobachtungen aüf Segelschiffen gleiches Gewicht zu geben, 
wodurch die wirklichen Verhältnisse in bestimmten Fällen verzerrt werden, auf 
ein sehr geringes Mafs verringert ist. Ohne eine gewisse Willkür in der 
4) „De Guinea en Aeqatorialstroomen“, Königl. Niederländisches Meteor. Institut. Utrecht 1895 
H, G. Bom, Amsterdam. Preis 8,50 fi. Grofs-Folio-Atlas.
	        
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