Meereskunde
im Tide-Rhythmus und in Abhängigkeit von den
lokalen Windverhältnissen im Hörnumtief festzu
stellen. Eine hinreichend genaue Kenntnis hierü
ber ist wichtig für
- Küstenschutzfragen, etwa in bezug auf
Uferabträge durch starke Strömungen,
- Abschätzungen der örtlichen Residenz
zeiten von Schadstoffen im Wattenmeer.
Ein Hauptergebnis: Die mittleren Wasser
transporte während Flut- und Ebbstrom betragen
zwischen Sylt und Amrum 400 bis 500 Mio.
Kubikmeter. Das entspricht etwa der wöchent
lichen Abflußmenge der Elbe im Mündungsbe
reich. Zwischen Amrum und Föhr und dem
Festland sind die Transporte von der Norderaue
in das Hörnumer Tidebecken gerichtet und betra
gen nur etwa 5-10% der Transportraten durch
den Querschnitt Sylt-Amrum. Das Projekt wird
1998 abgeschlossen.
Bereitstellung von Beschickungsunterlagen
für die Seevermessung
Die Tiefenlotungen der Seevermessung
müssen, bevor sie Eingang in die Seekarten fin
den, in zweifacher Hinsicht korrigiert (beschickt)
werden. Einmal muß der Lotungswert um den ak
tuellen Wasserstand reduziert, und zum anderen
muß die so korrigierte Lottiefe auf das örtliche
Seekarten-Null (SKN) bezogen werden, für das
z.Zt. in Deutschland noch das örtliche Spring-
Niedrig-Wasser benutzt wird.
Zur Zeit werden zwei Verfahren zur Beschik-
kung angewendet:
1) Das konventionelle Verfahren, bei dem für
jede Lotung ein Beschickungswert bestimmt
wird, in dem der augenblickliche Gezeitenwas
serstand und die Reduktion auf SKN berück
sichtigt sind. Das Hilfsmittel für die See
vermessung sind die sog. Wasserstands
errechnungskarten (WEK). Die Lage des SKN
kann relativ genau bestimmt werden. Die ent
scheidende Schwäche dieses Verfahrens ist,
daß der zum Zeitpunkt und am Ort der Ver
messung herrschende Wasserstand nicht ge
nau genug berechnet werden kann. Man muß
mit Fehlern über einen halben Meter rechnen.
2) Seit Einführung der Positionsbestimmung
über Satellit, mit der die Höhe eines Schiffes
über dem Ellipsoid relativ genau bestimmt
werden kann, steht ein viel genaueres Beschik-
kungsverfahren zur Verfügung. Die Berech
nung des zum Zeitpunkt und am Ort der Ver
messung herrschenden Wasserstandes ist
nicht mehr nötig, er wird direkt gemessen. Es
bleibt aber die Bestimmung der SKN-Fläche
über dem Ellipsoid. Voraussetzung für die An
wendung dieses Verfahrens ist, daß die Ver
messungsschiffe des BSH mit einer hochprä
zisen Satelliten-Positionsbestimmung aus
gerüstet werden und eine Referenzstation an
Land zur Verfügung steht.
Das erste Verfahren mit Nutzung von WEKs
wird noch im BSH angewendet, das zweite Ver
fahren ist in Erprobung.
Zur Verbesserung der örtlichen WEKs sind
im Berichtsjahr in der Deutschen Bucht zusätzlich
Hochseepegel ausgelegt worden. Die bislang dort
verfügbaren Pegelmessungen reichen nicht aus,
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