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Full text: Jahresbericht 1997

Meereskunde 
im Tide-Rhythmus und in Abhängigkeit von den 
lokalen Windverhältnissen im Hörnumtief festzu 
stellen. Eine hinreichend genaue Kenntnis hierü 
ber ist wichtig für 
- Küstenschutzfragen, etwa in bezug auf 
Uferabträge durch starke Strömungen, 
- Abschätzungen der örtlichen Residenz 
zeiten von Schadstoffen im Wattenmeer. 
Ein Hauptergebnis: Die mittleren Wasser 
transporte während Flut- und Ebbstrom betragen 
zwischen Sylt und Amrum 400 bis 500 Mio. 
Kubikmeter. Das entspricht etwa der wöchent 
lichen Abflußmenge der Elbe im Mündungsbe 
reich. Zwischen Amrum und Föhr und dem 
Festland sind die Transporte von der Norderaue 
in das Hörnumer Tidebecken gerichtet und betra 
gen nur etwa 5-10% der Transportraten durch 
den Querschnitt Sylt-Amrum. Das Projekt wird 
1998 abgeschlossen. 
Bereitstellung von Beschickungsunterlagen 
für die Seevermessung 
Die Tiefenlotungen der Seevermessung 
müssen, bevor sie Eingang in die Seekarten fin 
den, in zweifacher Hinsicht korrigiert (beschickt) 
werden. Einmal muß der Lotungswert um den ak 
tuellen Wasserstand reduziert, und zum anderen 
muß die so korrigierte Lottiefe auf das örtliche 
Seekarten-Null (SKN) bezogen werden, für das 
z.Zt. in Deutschland noch das örtliche Spring- 
Niedrig-Wasser benutzt wird. 
Zur Zeit werden zwei Verfahren zur Beschik- 
kung angewendet: 
1) Das konventionelle Verfahren, bei dem für 
jede Lotung ein Beschickungswert bestimmt 
wird, in dem der augenblickliche Gezeitenwas 
serstand und die Reduktion auf SKN berück 
sichtigt sind. Das Hilfsmittel für die See 
vermessung sind die sog. Wasserstands 
errechnungskarten (WEK). Die Lage des SKN 
kann relativ genau bestimmt werden. Die ent 
scheidende Schwäche dieses Verfahrens ist, 
daß der zum Zeitpunkt und am Ort der Ver 
messung herrschende Wasserstand nicht ge 
nau genug berechnet werden kann. Man muß 
mit Fehlern über einen halben Meter rechnen. 
2) Seit Einführung der Positionsbestimmung 
über Satellit, mit der die Höhe eines Schiffes 
über dem Ellipsoid relativ genau bestimmt 
werden kann, steht ein viel genaueres Beschik- 
kungsverfahren zur Verfügung. Die Berech 
nung des zum Zeitpunkt und am Ort der Ver 
messung herrschenden Wasserstandes ist 
nicht mehr nötig, er wird direkt gemessen. Es 
bleibt aber die Bestimmung der SKN-Fläche 
über dem Ellipsoid. Voraussetzung für die An 
wendung dieses Verfahrens ist, daß die Ver 
messungsschiffe des BSH mit einer hochprä 
zisen Satelliten-Positionsbestimmung aus 
gerüstet werden und eine Referenzstation an 
Land zur Verfügung steht. 
Das erste Verfahren mit Nutzung von WEKs 
wird noch im BSH angewendet, das zweite Ver 
fahren ist in Erprobung. 
Zur Verbesserung der örtlichen WEKs sind 
im Berichtsjahr in der Deutschen Bucht zusätzlich 
Hochseepegel ausgelegt worden. Die bislang dort 
verfügbaren Pegelmessungen reichen nicht aus, 
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