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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

Ada le 100], Treibeis in‘‚südlichen Breiten. ;1: 0 
5.7; .:Viermastbark „Robert. Rickmers“, Kapt. H. Bandelin, von Barry nach 
Singapore. u WO Ve 
Von Ende Februar «des laufenden Jahres liegt: der folgende interessante 
Bericht des Kapt. J. Gahde_ vom Schiffe „Arethusa“ ‚vor, . den derselbe,‘ einem 
Wunsche der Direktion ‚der Seewarte nachkommend, sogleich .nach Beendigung 
seiner: Ausreise von Rangun- einschickte.. ; 
„Am ‚21. Februar 1895. um 10" a sichteten: wir. in. rw NOzO einen Eisberg 
vom Aussehen einer kleinen weißen Wolke und schon ziemlich hoch über der 
Kimm, " Wir steuerten bei schwacher nordwestlicher Briese auf denselben zu. und 
passirten. ihn, nachdem wir 24 Sm zurückgelegt hatten, gegen 5" p_in 44° 17‘ S-Br 
und 22° 32‘O-Lg an der Südseite in einem aus doppelter Peilung und gesegelter 
Distanz. berechneten Abstand von 1500 m. .Gemessene Höhenwinkel. ergaben als 
Höhe des, Berges 193 m, :nach. Schätzung betrug sie eher mehr als weniger; ‚die 
Länge in der Wasserlinie war in.jeder Richtung 600 bis 700m. Der kolossale 
Berg machte den Eindruck einer grofsen massigen Felseninsel, gegen welche das 
Schiff wie ‚ein Boot erschien. _ Seine Aufsenseite., war ohne jeden schmutzigen 
Flecken, vielmehr von der Spitze bis zur Sohle ganz schneeweifs,. mit spiegel- 
glatten. Böschungen. und‘. abgebröckelten Wänden, die. wie ‚mit Glatteis über- 
zogener Schnee, aussahen, ohne Schluchten und rinnenförmige Vertiefungen, An 
der nach Süden. liegenden Seite fie} die Wand von.der halben‘ Höhe des Berges 
bis ins. Wasser fast, senkrecht ab, und. hier hatte das. Eis stellenweise. eine blaue, 
blanke Farbe. ‘In. dem Augenblick als wir passirten, löste sich von, dieser Wand 
ein hausgroßes Stück mit donnerähnlichem Getöse ab und fiel ins Wasser. Die 
Bruchstücke trieben, anscheinend. südwärts nach Lee; eine Art Kielwasser des 
ganzen Berges,., das nach SW gerichtet war, liefs aber darauf ‚schliefsen, dafs 
derselbe durch eine ziemlich starke Strömung mit einem Knoten Geschwindigkeit 
nach, NO gesetzt wurde.*) Im ‚Umkreise ‚von 2 .bis‘3 Sm nach Osten..und 
nach Westen hin ‚trieben etwa. ein Dutzend kleinerer und größerer, Eisblöcke, 
augenscheinlich :abgelöste. Theile des grofsen Berges., Von einer, ebenen Ober- 
fäche war an dem ‚Jetzteren , wenig vorhanden, der: obere Umri[fs zeigte sich viel- 
mehr als ein .zackiger Grat, hier und da mit zerstreuten kleinen‘ Kisklippen 
besetzt. An: der. der . Westdünung ausgesetzten Seite schlug die See etwa 6 m 
hoch hinauf, :bei. dem ruhigen. Wasser aber ohne besondere Brandung; an der 
Leeseite lief die See an der schrägen Böschung auf und nieder, wie an der Lee- 
seite eines Hafendammes, Von einer durch die Dünung verursachten Bewegung 
der Masse war nichts zu bemerken. Die Böschungen waren nirgends so. flach, 
dafs sie hätten erstiegeun werden können. An der schroffen Südseite, wo senk- 
rechte Spalten ‚im Eise die Auflösung der Masse andeuteten, war ‚eine kleine 
Bucht. entstanden, . Die. Wassertemperatur wurde bei der Annäherung ‘häufig 
gemessen, hielt ‚sich aber ‚bis in die nächste Nähe beständig zwischen ‚9,9° und 
10,2° C; die letzte Temperatur fanden wir sonderbarerweise dann, als der. Berg 
am nächsten war. + 0 . a 
_ Zwei Meilen ostwärts von; diesem Berge passirten wir um: 5*,20” p_in einer 
Schiffslänge . Entfernung einen kleinen von etwa 18 m Höhe, der früher wohl 
einen Theil des 'ersteren gebildet. hatte., ‘Dieser: kleine Berg zeigte in. seinem 
blauen, klaren, vom Wasser ausgewaschenen Eise mehrere scharf .begrenzte-dunkle 
Streifen und. Flecken, welch letztere sich aus einiger Entfernung: täuschend, ähn- 
lich wie sich bewegende Menschen ausnahmen, . Beim Näherkommen erwiesen ‚sie 
sich als ein: großer, wagerecht liegender, eckiger Stein- und mehrere kleinere, 
die augenscheinlich im Eise eingebettet waren und theilweise vom . Wasser ‚über- 
spült wurden. Be 
„=. Um 6" 10" p passirten wir in 1’/2 Sm.‘ Abstand: einen zweiten grofsen .Eis- 
berg, dessen Grundlinie etwa 600 m betrug und dessen Höhe zu: 73 m gemessen 
wurde. , Dieser Berg hatte ‚etwas von .der Form. eines.in der Kante liegenden 
Keils, am dicken Ende etwas höher und nach dem scharfen Ende sich in gerader 
Linie verjüngend.. Er hatte. eine gewisse. Aehnlichkeit mit der Insel. Helgoland. 
91 
1) Dieser Schlufs ist wohl nicht ganz berechtigt; ebenso gut als durch die Fortbewegung 
des Eisberges nach NO in einer. unteren Strömung lälst ‚sich die kielwasserartige Erscheinung 
auch ‘dadurch erklären,‘ dafs ‚das‘ Oberflächenwasser “nach SW sfrömte, während ‘die untere 
Wasserschicht, ‚und damit auch der tief eintauchende Berg,--stillstand. Die Bemerkung über die 
Trift der Bruchstücke. Jäfst die letztere Annahme als richtiger. erscheinen. ...
	        
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