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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

König: Dauer des Sonnenscheins im deutschen Küstengebiete. - 319 
(Rostock hatte für 1884/93 nur 91 Tage ohne Sonnenschein.) Von diesen 108 
sonnenlosen Tagen kommen fast die Hälfte, nämlich 51 Tage (47 %) auf den 
Winter (Dezember— Februar), 19 Tage (18°%o) auf den Frühling, 8 Tage (7 °%) 
auf den Sommer und 30 Tage (28 °/o) auf den Herbst. 
Wenn die Sonne ein ganzes Jahr hindurch ohne Unterbrechung vom Auf- 
bis Untergang schiene, so würde das für unsere Gegend die respektable Summe 
von rund 4470 Stunden ausmachen. Der Einflußs namentlich der Bewölkung und 
auch noch anderer Momente bringt uns aber um fast %a4 dieser Summe; die 
1236 Stunden jährlichen mittleren Sonnenscheins in Hamburg entsprechen nur 
23% des möglichen. Wie in dieser Beziehung andere Stationen stehen, geht aus 
folgender Tabelle hervor, welche Stationen im weiteren Umkreise Hamburgs enthält. 
1318 Std: 
1236 
428 , 
1760 
567 
749 
R96 
507 
‚698 
‚603 
1834 
1889/94 29 0/0 
34/94 28 0/0 
32/94 32 0% 
32/94 40 0/0 
91/94 370% 
32/93 39 0% 
89/94 38 9/9 
89/93 340% 
84/93 38 0/0 
82,93 36 % 
) 91/94 » 42% 
Unsere ganze Nachbarschaft ist also in dieser Beziehung besser gestellt. 
Der Ausfall zu Ungunsten Hamburgs beträgt: 
im Maximum (Celle—Hamburg 91/94) . . . . 339 Std, 10% 
im Minimum (Kiel—Hamburg). .. 2.2... 270 , 690 
Im Mittel hat Hamburg also 8 % weniger als seine Umgebung. 
Die Vertheilung der jährlichen Insolationsdauer in Hamburg auf die meteoro- 
logischen Jahreszeiten stellt sich folgendermaßen: 
Winter Frühling Sommer Herbst 
111 436 456 234 Std. 
14 33 81 22 % 
Nach einer Zusammenstellung nach Lustren seitens der Seewarte war in 
der Periode 1876/95 
Winter 
Frühling ! Sommer | Herbst 
A 
D/n 
0/a 
0 Vo 
der Himmel von Wolken bedeckt zu. . . . . ö 76 52 54 
so dafs also frei von Wolken waren . . . . 24 38 - 36 ; 
Demnach müfste Hamburg haben. . . . 0... 4. 24 | 38 | 36 | 
wirklichen Sonnenschein. In der That hatten wir aber‘ 
RU vs ee) MM 38: | 31 22 
Wie man sieht, stimmen die aus Schätzung hergeleiteten Werthe der 
Bewölkung mit den durch direkte Registrirung der Sonnenscheindauer im Frühling 
and Sommer im Allgemeinen überein, weniger im Herbste, und im Winter ist die 
Differenz 10%. Diese 10 °% Sonnenscheinausfall sind also nicht eine Folge der 
Bewölkung, sondern einer anderen Ursache, und ich nehme keinen Anstand, ihn 
— vwielleicht mit Abzug von 1 bis 2% wegen Aufstellung des Apparates oder 
für Schätzungsfehler — auf den Einflufs des Rauches zu schieben, der ja auch 
namentlich im Winter und Herbst sein Unwesen treibt. Ich habe in meiner 
Arbeit: „Dauer des Sonnenscheins in Europa“ auf die hygienische Bedeutung 
dieses beträchtlichen Ausfalles an Sonnenschein aufmerksam gemacht; hier mu(s 
ich mich darauf beschränken auf diese Arbeit zu verweisen. 
B. Die Extreme der jährlichen Periode der Sonnenscheindauer, 
Im Allgemeinen zeichnet sich die jährliche Periode durch einen sehr regel- 
mäfsigen Gang aus. Wir bemerken vom Minimum bis zum Maximum ein lang- 
sames Ansteigen der Monatssummen und darauf ein langsames Absteigen. Besonders 
zeichnet sich das Minimum durch eine äufserst beständige Lage aus. Von den 
hier in Frage kommenden Stationen sind es nur Ellewiek und Poppelsdorf, 
welche dasselbe nicht im Nezember sondern im Januar haben, Es fällt also das 
Minimum der Sonnenscheindauer auf die Zeit der kürzesten Tage, was sich leicht 
daraus erklärt, daß bei dem niederen Stande der Sonne um diese Zeit die
	        
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