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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

König: Dauer des Sonnenscheins im deutschen Küstengebiete. 8317 
Einen ziffernmäfsigen Ausdruck aber für den sonnigen Charakter des Landes, 
wo „im dunklen Grün die Goldorangen blüh’n“, erhält man aus folgendem 
Vergleich: 
Rostock 83/94 Magdeburg 82/93 Wien 80/92 Padua 87/95 Rom 87/95 : 
1676 + 1608 1816 2057 2431 Std. 
Fügen wir noch das Maximum der europäischen .Insolation, welches in der 
Periode 1887/93 in Madrid mit 2908 Stunden registrirt ist, hinzu, so kann kein 
Zweifel darüber bestehen, dafs die Sonnenscheindauer auch in der Richtung Nord — 
Süd zunimmt, und zwar viel regelmäfsiger und schneller als in der Richtung der 
Parallelkreise. Die Ursache dieser Erscheinung ist wohl ausschliefslich in dem 
Umstande zu suchen, dafs die Sonnenstrahlen, um einen mehr nördlich gelegenen 
Punkt der Erdoberfläche zu erreichen, eine dickere Schicht der Atmosphäre zu 
passiren haben, also mehr Licht absorbirt wird, als wenn sie nach einem Punkte 
von mehr äquatorialer Lage gerichtet wären. Die Zunahme nach Osten hin dagegen 
hat wohl ihren Grund in dem meteorologischen Gegensatze zwischen oceanischer 
and kontinentaler Lage der Stationen. 
2. Einflufs der Seehöhe. 
Ein ähnlicher Gegensatz besteht auch zwischen Stationen der Niederung 
und des Gebirges. Dafs die topographische Lage einer Station auf die Sonnen- 
scheindauer Einflufs haben mufs, ist leicht begreiflich, wenn man bedenkt, dafs 
das Gebirge. in hohem Mafse die Tendenz zu Wolkenbildungen hat. So zeigt 
sich denn auch bei allen Höhenstationen ein recht bemerkenswerther Ausfall an 
Sonnenschein und andererseits auch eine viel gleichmäfigere Vertheilung des- 
selben auf das ganze Jahr als.in der Ebene, 
Aber auch die Thalstationen erleiden eine Einbufse an Sonnenschein, theils 
wegen der Beschränkung des Horizonts durch umliegende Gebirgszüge, theils 
durch die Nebelhauben an den Kuppen und endlich durch die in den Thälern 
häufiger auftretenden Nebel, 
Dieser Einflufs der topographischen Lage zeigt sich schon bei mäfsiger 
Erhebung über dem Meeresspiegel, wie ein Vergleich zwischen den Nachbar- 
stationen Erfurt und Inselsberg für die Periode 1889/95 zeigt. 
Erfurt . . ., 
Inselsbergz . | 
Seehöhe _ 
mM 
200 
906 
Winter 
Frühling ' Sommer | Herbst 
'Std. 
| Jahr 
Std. Std. 
Std. 
191 . 510 | 623 298 
182 511 566 263 
1622 
1522 
Danach beträgt der Sonnenscheinausfall für Inselsberg bei einer Höhen- 
differenz von nur 700 m im Jahresmittel 100 Stunden. Dieses Deficit rührt — 
um das hier gleich vorweg zu nehmen — hauptsächlich vom Sommer und Herbst 
her, während im Frühling ein freilich verschwindend kleiner Ueberschufs für Insels- 
berg vorhanden ist. Seit November 1895 wird auch auf dem Brocken (1142 m) 
Sonnenschein gemessen; die Monate November und Dezember zeigten zusammen 
eine Differenz von bezw. 13 Stunden und 12 Stunden zu Gunsten von bezw. Celle 
(40 m) und Harzgerode (380 m). 
Das klassische Land aber für Studien dieser Art ist die Alpenwelt mit 
ihren Hochstationen. Folgende Tabelle läfst den Einflufs der Höhenlage aufs 
Deutlichste erkennen: 
Stationen 
Seehöhe 
Beobachtungs- 
periode 
Sonnenschein| 
m 
Jahre 
Std, 
6—7 1531 
84/92 1642 
84/93 | 1715 
80/92 1816 
Sonnblick und Obir.haben also bezw..7 und 4 °%o weniger 
als Wien. 
Sonnblick . 
bir... 
Zürich . 
Wien. . 
Sonnenschein 
97% 
34 
a 
g 5
	        
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