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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

Köppen: Das Vorkommen des Hagels auf See, 
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eines Taubeneis hatten und sämmtliche. Fenster, trotzdem sie mit Segeltuch- 
kleidehen bedeckt waren, zertrümmerten. Kopf, Hände und Gesicht zeigten bei 
mir, den Steuerleuten und. dem Mann am Ruder blutige, geschwollene Flecke. 
Die Windstärke hielt wohl eine halbe Stunde. an, strömender Regen mit Donner 
und Blitz trat ein, Elmsfeuer auf allen Nocken und Toppen. In den’ folgenden 
zwei Stunden machte der Wind mehrere Rundläufe, dann sprang er auf NW und 
wehte orkanartig mit donnerndem Hagelfall eine halbe Stunde: lang, worauf es 
handiger wurde.“ 
31. Vollschiff „Columbus“, Kapt. F. Stöver (J. 4251), hatte am 4/6 1894 
um 7!ı"p in 32,8° S-Br, 100° O-Lg einen heftigen Hagelschauer, 10 Minuten 
lang, nach welchem der Hagel zolldick an Deck lag. Temp. um 8"p 9,0°. 
32. Vollschiff „Kepler“, Kapt. Crantz- (J. 4294), hatte am 18/8 1894 in 
53° S-Br, 78° W-Lg „kolossale Hagelböen mit sehr grofsen Hagelkörnern“, 
Temp. 3,1°. . 
P 33. Vollschiff „Undine‘, Kapt. H. Otto (J. 4309), hatte am 8/3 1895 in 
43,8° N-Br, 23,5° W-Lg sehr schwere Hagelböen, in denen die Körner bis zu 
15 mm Durchmesser zeigten. Temp. 8°. 
34. Viermaster „Pitlochry“, Kapt. R. Hilgendorf (J. 4330), hatte in 
57° S-Br, 68° W-Lg am 24/3 1895, nachdem er in der Nacht Sturm aus Nord 
bis NW durchgemacht hatte, abends Mallung und von 9 bis 11'/2” zwei Gewitter 
aus WNW mit heftigem Donner und Blitzen, Elmsfeuer in allen Toppen, und 
eine Böe aus SW 7 mit grofsen Hagelstücken. 
Bei mindestens 17 dieser Fälle, nämlich bei No. 1,3, 4, 6, 7, 8, 9, 11, 
13, 15, 16, 21, 22, 25, 28, 30 und 38, haben die Schlofsen die oben gesetzte 
Größe von etwa 15 mm Durchmesser wahrscheinlich erreicht. Von diesen 
beziehen sich acht, nämlich No. 3, 4, 6, 8, 15, 22, 25 und 33, auf das offene Meer, 
in mehr als 300 Sm Abstand von der nächsten Küste. 
Als auf dem Wiener meteorologischen Kongresse im ‚Jahre 1873 die 
Unterscheidung zwischen Hagel und Graupeln zur Berathung stand, wurden die 
Anwesenden durch die Aeußerung von Herrn Direktor R. H. Scott überrascht, 
dafs Hagelschaden für die Landwirthschaft auf den Britischen Inseln fast un- 
bekaunt sei, weil die Schlofsen dort weit seltener als auf dem Kontinent eine 
solche Größe erreichen. Dasselbe hat Herr Scott auch in seiner „Elementary 
Meteorology‘“ gesagt. Da ein streng messender Vergleich in dieser Sache zur 
Zeit noch nicht möglich ist, so ist das Zeugnifs eines so erfahrenen Mannes sehr 
beachtenswerth. . 
Noch viel schwerer als zwischen Ländern ist bei einem so seltenen und 
sporadischen Phänomen ein begründeter Vergleich zwischen Land und See. Der 
Gesammteindruck, den wir aus den hier zusammengestellten und anderen KEr- 
fahrungen erhalten, ist der, daß Hagel im weiteren Sinne auf dem Meere und 
in Küstengegenden erheblich häufiger als auf dem Lande ist, aber fast immer 
nur in der Form von Graupeln sich zeigt, großer Hagel dagegen mit Schlofsen 
von 15 und mehr Millimeter Durchmesser auf offenem Meere noch seltener als 
auf dem Lande, in der That eine sehr seltene Erscheinung ist. Es stimmt 
dies ganz gut zu dem Umstande, dafs Graupeln gewöhnlich mit unruhigem, 
windigem Wetter, grofser Hagel aber gewöhnlich mit stillem, heifsem Wetter 
verbunden sind; es ist das die bekannte Unterscheidung zwischen Wirbelgewittern 
and Wärmegewittern, die zwar nicht bis zu einer strengen Scheidung durch- 
zuführen ist, aber immerhin offenbar dem Kern der Sache nahekommt. 
W. Köppen. 
Dauer des Sonnenscheins im deutschen Küstengebiete, 
Von HELMUTE KönNıIgG, Hamburg-Eimsbüttel, 
Es könnte zweifelhaft erscheinen, ob ein die Sonnenscheindauer dar- 
stellendes Gemälde überhaupt in den Rahmen der‘ „Annalen der Hydrographie 
und Maritimen Meteorologie“ hineinpalst, insofern der Zusammenhang zwischen 
Ann. d. Hydr. etc... 1898. Heft VIL
	        
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