Treibeis in südlichen Breitem,
Februar 23 auf 43° 54’ S-Br ünd 26° 19' O-Lg ein Eisberg von Würfel-
form, nach der Südseite abflachend, etwa 45m hoch und !/a Sm im Umfange,
Abstand 8 Sm im Süden. Auf 43° 55’S-Br und 26° 29‘ O-Lg ein zweiter Berg,
18 m hoch und 2 Kabel lang, ebenfalls im Süden, Auf43° 45‘ S-Br und 28° 32‘ O-Lg
ein dritter, dachförmig, ungefähr 2 Kabel lang.
Februar 24 auf 43° 29‘ S-Br und 31° 28‘ O-Lg ‚ein hoher. Eisberg. Schiff
„Siam“, Kapt. A. Garlichs, von Cardiff nach Singapore,
Februar 23 auf 42° 58'S-Br und 26° 49‘ O-Lg zwei Eisberge in NNO, un-
gefähr 5 Sm entfernt, 150 m und 50 m hoch. Wasserwärme 14,0°.
Februar 25 auf 43° 20 S-Br und 34° 26 O-Lg zwei Eisstücke von 1 m Höhe
und 10 qm Fläche in unmittelbarer Nähe. Wasserwärme 12,1°. Schiff „Katha-
rine“, Kapt. E. Wurthmann, von Hamburg nach Calcutta. .
Februar 26 bis März 2. Kapt. Reumann von der Bark „Primus“ be-
richtet von seiner Reise nach Port Pirie: „Am 26. Februar auf 47° 10‘ S-Br und
29° 30‘ O-Lg erblickten wir um 2'/*p in NO, etwa 2 Sm entfernt, 2 Eisberge
von 20 bis 30 m Höhe und 300 bis 400 m Länge. Um 5&"p kamen noch drei
weitere Berge von ähnlicher Gröfse in Sicht, und so hatten wir bis zum 2, März
fast auf jeder Wache Eisberge und Eisstücke in der Nähe. Das letzte Eis wurde
in 47° 30’ S-Br und 48° 52‘ O-Lg gesehen, wir hatten also nahezu 800 Sm in dem-
selben gesegelt, Im Ganzen haben wir auf obiger Distanz 50 Eisberge gesehen,
und es läfst sich wohl annehmen, dafs bei dem unsichtigen Wetter und während
der Nacht bedeutend mehr passirt worden sind. Bei Tage und sichtiger Luft
ist es nicht schlimm, aber bei Nacht und namentlich bei Nebel können diese Eis-
massen sehr gefährlich werden. Von den vielen Vögeln, die sich bei den His-
bergen aufhalten sollen, von dem Aufleuchten der letzteren bei Nebel und von
den vielen anderen Warnungszeichen habe ich bei Annäherung an das Eis nichts
bemerkt, auch zeigte weder die Temperatur des Wassers noch die der Luft eine
nennenswerthe Abnahme, .
Wenngleich wir hier auch eine Menge Eis und zum. Theil recht große
Berge gesehen haben, so schien es mir doch, als wenn dasselbe bei Weitem nicht
so fest und solide wäre wie dasjenige, welches ich im August 1892 auf der Route
von Kap Horn gesehen. Da gab es Kisberge und Inseln, die man an Höhe und
Umfang mit den Inseln Helgoland und Wight vergleichen konnte, und sie bestanden
aus richtigem blauen Kerneis, während dieses hier schon worsch und weich zu
sein schien. Hier waren die Berge ganz weils, in Streifen ausgehöhlt, wohl von
Sonne und Regen, und hatten zum Theil ganz merkwürdige Formen.“
Februar 28 und März 1 auf 44° S-Br und zwischen 26° 50‘ und 28° 37‘ O-Lg
sieben Eisberge, der zuerst gesehene 45m hoch. Bark „Andree Rickmers“,
Kapt. H. Ahlers, von Cardiff nach Makassar.
März 7 auf 44° 6'S-Br und 31° 31‘ O-Ly ein. Eisberg und einige kleinere
Eisstücke. Dampfer „Chemnitz“, Kapt. Hellerich, von Antwerpen nach Port
Adelaide. . ; .
März 22 auf 44° 14‘ S-Br und 8° 13‘ O-Lg ein Eisberg, etwa 24 m hoch
und 90 m. lang.
März 23 auf 44° 14‘ S-Br und 10° 57‘ O-Lg ein Berg von 18 m Höhe und
60m Länge; auf 44° 14’ S-Br und 11° 28 O-Lg noch ein grofser Eisberg.
April 1 auf 44° 57'S-Br und 48° 19 O-Lg zwei grofse Eisberge in der
Nähe des Schiffes. Sehr starker Nebel, Wassertemperatur 6,4°, in 20 Sm Ent-
fernung vom Eise 8,2° und 9,2°. Schiff „Fanny“, Kapt, J. Bornholdt. von
Rio de Janeiro nach New Castle N. 8. W.
März 27 auf 44° 6‘ S-Br und 15° 20‘ O-Lg. „Um 10" p passirten wir einen
grofsen Eisberg. Als derselbe voraus in Sicht kam, sah er aus wie ein größeres
Schiff unter Segel. Auf dem Berge erhoben sich zwei Pyramiden, etwa 150 m
voneinander entfernt und jede etwa 90 m hoch. Wir konnten den Berg, ob-
schon wir mit neun Knoten Fahrt liefen, noch eine volle Stunde sehen, nachdem
er passirt war. Derselbe blinkte hell im Mondenschein.“ Bericht des .Kapt.
F. Warneke von der Viermastbark „Christine“, von Philadelphia nach Hiogo.
April 6 auf 44° 16’ S-Br und 16° 6‘ O-Lg ein .grofser Eisberg in nächster
Nähe des Schiffes, mehrere abgelöste Stücke trieben umher, Wassertemperatur
9,0°, in Lee vom Berge 8,7° GC.
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