300 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1896,
Die Küste bildet bis zu diesem Kap eine sehr gleichförmige dichte Waldung,
streckenweise mit weifßsem Sandstrand. Kap Lopez wurde auf 10 Sm gesichtet
und auf 2 Sm passirt. Durch Peilungen wurde festgestellt, dafs das Kap auf
den Karten Titel VIII, No. 4a und 6, sowie Titel VI, No. 157, etwa eine halbe
Seemeile zu weit nördlich eingezeichnet ist. Kingezogene Erkundigungen ergaben,
dafs die Spitze von Kap Lopez allmählich durch den Strom abgeschwemmt wird.
Die Prince-Bank markirte sich beim Ein- und Auslaufen durch heilgrünes Wasser.
Die Prince-Bank-Boje wurde auf 5 Sm gesichtet; es ist dies eine rothe Boje mit
weifßsem Ball aus eisernem Gitterwerk.
Die Talisman-Bank-Boje liegt nicht mehr aus. Dieselbe ist untergegangen
und von der Firma Woermann, welche sie ausgelegt hatte, nicht wieder er-
neuert worden.
Die weißen Häuser der Ansiedelung von Mandji wurden auf 9 Sm gesichtet
und vor Mandjiı in den Peilungen: Alugubuna Point N'/2W, Flaggenmast der
südlichsten Faktorei (Woermann) SWzW!/4W, in 15m Wasser, Grund zäher
grauer Schlick, geankert. Die Ansiedelung Mandji am Kap Lopez besteht aus
einigen Häusern und Schuppen mit weilsem Anstrich und rothen Dächern, welche
sich gut von dem dunklen Waldhintergrunde abheben. Der in diesen Annalen
1891, Seite 141, erwähnte Thurm bei der Woermann-Faktorei ist nicht mehr
vorhanden. Vor den Häusern stehen Flaggenmasten. Derjenige des französischen
Zollhauses hat eine Gaffel, woran die französische Flagge geheifst wird. Nahe
dem Zollgebäude liegt, halb auf den Strand gezogen, das Wrack eines Dampfers,
Eine Landungsbrücke ist nicht vorhanden, jedoch kann man überall am Strande
bequem landen.
8. Kap Lopez — Kamerun.
Wind und Wetter. Von Kap Lopez bis zur Kamerun-Mündung wehten
vom 28. bis 30. August südwestliche Winde in Stärke 2 bis 4. Der Himmel
war bedeckt, das Wetter häufig drohend und regnerisch.
Barometer- und Thermometerstand waren normal.
Stromverhältnisse. Von Kap Lopez bis zur Ansteuerungstonne von
Kamerun machte sich eine Versetzung nach S 75° O, 0,3 Sm in der Stunde, bemerkbar.
Von Hakodate nach Nagasaki.
Aus dem Reisebericht S. M. S. „Irene“, Kommandant Korv.-Kapt, VON DRESKY.
Während der Fahrt von Hakodate nach Nagasaki durch die Japan-See
war vom 26. bis 29. September 1895 klares schönes Wetter, der Himmel meist
nur wenig bewölkt. In der Tsugaru-Strafßse und nach dem Verlassen derselben
bis zum 28. mittags (35° 33‘ N-Br, 35° 34’ O-Lg) wehten bei einem Barometer-
stande von 764,1 bis 766,2 mm westliche Winde von NW bis SW; die nörd-
licheren, anfänglich in Stärke 4, nahmen allmählich bis Stärke 1 ab, die süd-
licheren nur in Stärke 1. Sodann wehte bis Nagasaki nördlicher Wind von
NNW bis NNE und frischte bis Stärke 6 auf; der Barometerstand war 766,4
bis 767,0 mm.
Zwischen der Tsugaru-Strafßse und dem Mittagsbesteck des 27. (38° 48’ N-Br
und 38° 54’ O-Lg) wurde eine Stromversetzung von 5,8 Sm N7°O gefunden,
während auf dem übrigen Theile der Reise kein Strom festgestellt wurde.
Der Schutzhafen La Luz (Gran Canaria).
Der ursprüngliche Plan war, die Ostmole (Muelle de Leon y Castillo) bis b
zu führen, die kleine Quermole bis e. In allerneuester Zeit hat man sich jedoch
zu einer Aenderung entschlossen. Die Ostmole soll nämlich bis c, die Quermole
dagegen nur bis d ausgeführt werden. Man will so einmal die Hafeneinfahrt