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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

Kapstadt — Kamerun. 
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Die auf der Benguela-Rhede liegende Tonne, welche den Ankerplatz der 
Postdampfer bezeichnet, trägt keine Flagge, sondern ist eine braune, runde, eiserne 
Boje. Aufser dieser Boje liegen in der Nähe der eisernen Landungsbrücke noch 
zwei kleinere rothe Bojen aus, welche zum Verholen der Prähme und Fahrzeuge 
an dieser Brücke dienen. 
Ein weiteres gutes Seezeichen beim Ansteuern der Rhede ist das weiße 
Kabelhaus, welches dicht am Strande, etwa 500 m südlich von der Landungs- 
brücke, steht. 
Aufser den im Leuchtfeuer-Verzeichnifs unter Titel VIII, 1, No. 33, 36, 37, 
angegebenen Feuern brennt auf der Mitte des Forts ein rothes festes Feuer, 
welches eine Sichtweite von 5 Sm haben soll. Während des Aufenthaltes 
S. M. S. „Hyäne“ vor Benguela brannten die Feuer regelmäfsig. 
6. Benguela — St. Paul de Loanda. 
Wind und Wetter, Stromverhältnisse. Auf der Reise von Benguela 
nach St. Paul de Loanda vom Morgen des 11. bis zum Morgen des 13. wurden 
leichte umspringende Winde, vorwiegend aus westlicher Richtung, angetroffen. 
Im Hafen von Loanda wechselten Stillen mit leichten Winden aus allen Richtungen. 
Regelmäfsige Land- und Seebriesen wehten nicht, jedoch waren die Stillen in 
den Morgenstunden vorwiegend. Das Wetter war schön, der Himmel bewölkt; 
in den Morgenstunden war die Luft diesig und unsichtig. Nachts fiel starker 
Thau, der die sonst normale Temperatur noch empfindlich kühl machte. Der 
Barometerstand war normal. 
Auf der Reise wurde eine Stromversetzung von N 81° O, 0,4 Sm in der 
Stunde, beobachtet. ) 
St. Paul de Loanda. Das Leuchtfeuer (Leuchtfeuer - Verzeichnifs 
Titel VIII, 1, No. 25) für den Schiffahrtskanal für kleine Fahrzeuge vom Hafen 
nach der Landungsbrücke am Zollhause der Stadt, welches früher ein weißes 
Licht nach See, ein rothes nach der Stadt zu zeigte, hat jetzt ein rothes Licht 
auch nach See zu. Dasselbe hebt sich infolgedessen gut von den Lichtern der 
Stadt ab. 
Das rothe Feuer im Fort Penedos brannte bei dem jetzigen Aufenthalt 
S. M. S. „Hyäne“ nicht. 
7. St. Paul de Loanda — Kap Lopez. 
Wind und Wetter. Loanda wurde am 20. August, 4" p, verlassen. Auf 
der Ueberfahrt nach Kap Lopez wehten vorwiegend leichte südwestliche Winde, 
welche vorübergehend bis Süd und SE herumgingen. In Kap Lopez, welches 
am 24. nachmittags erreicht wurde, wehten bei dem Aufenthalt bis zum 28, aus- 
schliefslich südsüdwestliche und südwestliche Winde, in Stärke zwischen 1 und 4 
wechselnd. Gewöhnlich frischte der Wind gegen 10*a auf und flaute nach 
Sonnenuntergang wieder ab. Das Wetter war sowohl während der Fahrt wie in 
Kap Lopez trübe, der Himmel bedeckt, häufig bezogen; in Lopez regnete es 
einige Male schwach. Gewittererscheinungen fehlten noch ganz. 
Barometer- und Thermometerstand waren der Jahreszeit entsprechend, 
Stromverhältnisse. Von Loanda bis zum Kongo wurde eine Strom- 
versetzung nach N 6° O, 0,25 Sm in der Stunde, beobachtet. Das Stromgebiet 
des Kongo wurde am 21., 1"p, erreicht. Der Uebergang vom hellgrünen See- 
wasser in das braune Kongowasser markirte sich bei sonst ruhiger See durch 
eine mäfsig starke Stromkabbelung. Dieselbe wurde auf 6° 15’ S-Br angetroffen, 
also etwa 5 Sm südlicher, als die Karte Titel VIII, No. 6, angiebt. Das 
specifische Gewicht änderte sich bei diesem Uebergang von 1,0274 auf 1,0247, 
die Temperatur von 18° C auf 20°C. Trotzdem die Kongo-Mündung nahe bei 
der Küste geschnitten wurde, machte sich keine Stromversetzung bemerkbar, 
wie durch häufig genommene Landpeilungen festgestellt wurde. Das Mittags- 
besteck am 22. ergab sogar eine Versetzung nach S 31° W, 0,3 Sm in der Stunde. 
Zur Zeit des Passirens der Kongo-Mündung lief Fluth. \ 
- Vom 22. bis 23. wurde eine Versetzung nach S 38° O0, 0,8 Sm in der 
Stunde, vom 23. bis 24 nach S 70° O, 0,2 Sm in der Stunde, beobachtet. 
Kap Lopez. Am Morgen des 24. wurde die Küste der Lopez-Insel in 
1° S-Br auf 12 Sm Abstand gesichtet und Nordkurs nach Kap Lopez genommen.
	        
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