Kapstadt — Kamerun,
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Während der ganzen Fahrt war sowohl bei Nord- wie bei Südwind grober
Seegang, in welchem das Schiff bis zu 30° schlingerte.
Angra Pequena. ‘ Das Ansteuern von Angra Pequena wurde am 27,
vormittags bei starkem Nebel bewerkstelligt. Die Küste kam im nördlichen Theil
der Angra Pequena-Bai auf 12 Sm Abstand in Sicht. Der herrschende starke
Nebel hob sich ziemlich plötzlich, jedoch blieb über der Küste eine Dunstschicht
liegen, und wurden von Zeit zu Zeit Nebelbänke vom Wind über dieselbe
getrieben, so dafs ein Orientiren sehr schwer war. Zunächst wurde die Bake
auf der Ichabo-Insel auf etwa 8 Sm Abstand gesehen, dann die Felsen Staple Reef,
später auch die Baken auf Beacon Point und der Round Topped Range. Die dem
Robert-Hafen vorliegenden Seal-, Pinguin- und Shark-Inseln wurden zunächst beim
Vorbeidampfen auf 3 bis 4 Sm Abstand ebenso wenig gesehen wie die Häuser
der Ansiedelung bei Lüderitz-Bai, da gerade der Nebel stärker geworden war.
Erst nachdem Diaz Point und Halifax-Insel erkannt und nachdem der Schiffsort
sicher festgestellt war, konnte der Robert-Hafen mit Sicherheit angesteuert werden.
Die frühere Lüderitzsche Ansiedelung am Robert-Hafen ist verlassen.
Ihre Häuser sind abgebrochen und nach der etwa 2 Sm südlicher gelegenen
Lüderitz-Bai gebracht worden. Die neue Ansiedelung ist etwa da erbaut, wo auf
dem Plan der Karte Titel VIII, No. 16, bei Shark-Insel die Bezeichnung „good
landing“ eingetragen ist.
Die Bake auf Pinguin-Insel sowie das Nautilus-Kreuz sind schlechte See-
zeichen, die erst in der Nähe ausgemacht werden können. Die Bake auf dem
höchsten Punkt der Seal-Insel ist zusammengestürzt.
Die Ansiedelung bei Lüderitz-Bai besteht aus zwei Häusern und zwei
Schuppen nahe dem Strande und einem etwa 200 m höher gelegenen Wohnhause,
Vor letzterem Hause und dem nördlichen Hause am Strande steht je eine
Flaggenstange.
In Robert-Hafen wehten am 27. und 28. leichte veränderliche Winde.
Am 29. setzte jedoch kräftiger südwestlicher Wind ein, welcher bis zum Abgange
am 31. anhielt und in den Nachmittagsstunden am frischesten war. Auf dem
Ankerplatz in Robert-Hafen wıachte sich stets eine schwache, nach Norden
setzende Strömung bemerkbar.
2. Angra Pequena — Walfisch-Bai.
Wind und Wetter, Stromverhältnisse. Am 31., 7"a, wurde Angra
Pequena verlassen und am 2. August, 12" 30" p, in der Walfisch-Bai geankert.
Der Wind war auf der Ueberfahrt südwestlich, Stärke 3 bis 5, der Barometer-
stand normal, Die Lufttemperatur war rund. 12° C, während in Robert-Hafen
die höchste Temperatur 21° C gewesen war. Das Wetter war anfangs klar,
dann setzte starker Nebel ein. Es wurde eine Stromversetzung von N 6° W,
0,3 Sm in der Stunde, beobachtet.
Walfisch-Bai. Die Küste wurde bei starkem Nebel angesteuert und
am 1. August, 11* a, auf 5 Sm Abstand gesichtet. Bestimmte Punkte waren
zunächst nicht auszumachen, an dem Verlauf der Küste wurde jedoch erkannt,
dafs man sich nördlich vom Walfisch-Bai-Settlement befinden müfste. Es wurde
daher längs der Küste nach Süden gedampft, worauf bald die Kirche und Häuser
in Sicht kamen. Pelican Point und -Bake wurden erst später gesichtet. 12% 30”
wurde geankert. Beim Ansteuern des Ankerplatzes wurde festgestellt, dafs in
die deutsche Karte No. 115 (Titel VIII, No. 14) Kirche und Häuser etwa eine
halbe Seemeile zu westlich eingetragen sind. In Walfisch-Bai wehten vom 1.
bis 2. leichte nördliche Winde, welche um Mittag des 2, in leichte südliche und
südwestliche Winde übergingen. .
Das Wetter war trübe, der Himmel meist bedeckt.
3. Walfisch-Bai — Mossamedes. ;
Wind und Wetter. Walfisch-Bai wurde am Morgen des 3. August ver-
Jassen und bis Swakop-Mund dicht unter der Küste gesteuert, dann weiter von
derselben abgegangen. Während der Reise wehten bis zum 16. Grad Süd-Breite
frische südsüdwestliche .bis südsüdöstliche Winde in Stärke 3 bis 6; nördlich
Ann. d. Hydr. ete., 1896, Heft YIL