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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

296 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1896. 
See zu pullen und weil der Sog des rücklaufenden Wassers mehr unter das Riff 
als nach See zu zieht. 
Mit dem Brandungsboote S. M, S. „Möwe“ wurde indessen mehrere Male 
die Landung selbst bei Niedrigwasser ausgeführt. 
Im Allgemeinen sollte aber das Landen auch mit guten (Brandungs-) Booten 
nur bei Hochwasser ausgeführt werden. 
Die auf dem Wege nach Namorik liegende Hunter- oder Kili-Insel soll 
in der Breite etwas südlicher liegen als in der Karte angegeben. 
Ebon wurde nur auf dem Wege nach Nauru angelaufen. S. M. S. „Möwe“ 
stoppte vor der Einfahrt zur Lagune und setzte den Lootsen, Kapitän Reiher, 
von Bord. 
Nauru. S. M.S. „Möwe“ stand am 3. September 1895 an und ab von 
der Insel Nauru. 
Das Ansteuern dieser kleinen Ocean-Insel wird häufig durch starken West- 
strom erschwert; es empfiehlt sich, den Ausguck 80 hoch wie möglich aufzustellen, 
um nicht an der Insel vorbeizulaufen. 
Die in der Gruppe gemachte Angabe, dafs auch Nauru in der Länge 
nicht richtig läge, wurde durch eine Längenbestimmung des Astronomen Dr. Hayn 
dahin bestätigt gefunden, dafs für Nauru Südwestseite, Haus des Bezirksbeamten, 
166° 57,5‘ O-Lg (vorläufig) berechnet wurde. 
Die Landung in Nauru wird jetzt dadurch erleichtert, dafs ein beim 
Bezirksamt stationirtes Brandungsboot, mit Kanaken besetzt, den anlaufenden 
Schiffen entgegenkommt und den Verkehr übermittelt; sonst gilt das über 
Namorik Gesagte über das Landen an dieser Insel. 
Im Laufe des 3. September wurden an der Süd- und Südostseite bis zur 
Anybodybay vom Schiff aus Tieflothungen vorgenommen, um zu entscheiden, ob 
hier eine Festmacheboje gelegt werden könnte, um dadurch dem schon häufig 
vorgekommenen Abtreiben von Fahrzeugen und Booten abzuhelfen. 
Es wurde jedoch bis 200 m an das Riff heran nicht unter 200 m gelothet. 
Doch sind diese Lothungen noch weiter auszudehnen; vielleicht ist auf 100 m an 
das Riff heran eine brauchbare Ankertiefe mit Booten festzustellen. 
Um 5"p trat S. M. S. „Möwe“ die Weiterreise nach Matupi an, wo am 
8. September 1595 im Greet-Hafen geankert wurde. 
Kapstadt — Angra Pequena — Walfisch -Bai — Mossamedes — 
St. Mary -Bai — Benguela — Loanda — Kap Lopez — Kamerun. 
Aus dem Reisebericht S. M. S. „Hyäne“, Kommandant Kapt.-Lieut. BACHEM. 
1. Kapstadt — Angra Pequena. 
Wind und Wetter. Die Tafel-Bai wurde bei Stille am 23. Juli 1895 
nachmittags verlassen. In See ‚setzten zunächst leichte nordnordwestliche bis 
nördliche Winde ein, welche‘ in der Nacht vom 23. zum 24. bis Stärke 6 auf- 
frischten und erst am Vormittage des 25. wieder abflauten. Um Mittag des 25. 
in 31° S-Br ging der leichte Nordwind schnell über Ost und Süd auf SW herum, 
frischte auf bis Stärke 6 und blieb, in der Richtung von SW bis SSE wechselnd, 
bis zum Eintreffen in Angra Pequena wehen. Während der nördlichen Winde 
war das Wetter bedeckt und regnerisch. Bei den südlichen Winden klarte es 
zunächst schnell auf, dann setzte jedoch am 26. nachmittags starker Nebel ein, 
welcher bis zum Eintreffen in Angra Pequena am 27. nachmittags anhielt. 
Das Barometer verhielt sich steigend während der nördlichen Winde und 
erreichte seinen höchsten Stand von 773,6 mm am Mittag des 25., als die nörd- 
lichen Winde abflauten. Mit dem Herumgehen des Windes auf Ost und dann 
Süd begann das Barometer langsam zu fallen. Die Lufttemperatur war während 
der Nordwinde durchschnittlich 15° C, fiel aber nach Einsetzen des Südwindes 
bis auf 11° C. 
Stromverhältnisse. Zwischen '"Tafel-Bai und Angra Pequena wurde 
eine N 40° O0 setzende Strömung von 0,45 bis 0,8 Sm in der Stunde beobachtet.
	        
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