Eine Rundreise in der Marschall-Gruppe, E
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Es, wurde mit dem Schiffe gegenüber der Mille-Insel auf 25 m Wasser
yeankert. Hier in Mille wurden die höchsten Bodenerhebungen mit 5 bis 6. m
über mittlerem Wasserstand angetroffen. 2 2.
Während auf den meisten der anderen Atolle keine Schweine, gehalten
wurden,: um Bananen etc, zu schonen, konnten hier eine Anzahl Thiere angekauft
werden.“
Um 4* 30” p dampfte ich wieder durch die Port Rhein Passage hinaus
und gelangte am 28. 12 Uhr mittags auf Jabor-Rhede an.‘ nn
. Liekieb. Auf der Reise nach Liekieb trat eine merkliche Aenderung
des Wetters ein. Dasselbe wurde klar, schön und beständig; auch wurden nördlich
von 8° nördliche und nordwestliche Winde angetroffen. Vom äquatorialen Gegen-
strom wurde nichts bemerkt. nn VA Ve .
Die Ansegelung zur südlichen Passage in Liekieb wird durch eine recht
vor derselben liegende mit weißem Korallensande eingesäumte kleine Insel sehr
erleichtert. Se Se ; ;
, Die Lagune selbst ist mehr als andere durch viele .Riffe, Blöcke eto,
zum Befahren- unbequem; der beste Weg nach dem in der .Ostecke liegenden
vorzüglichen Ankerplatz geht hart am Randriff längs; es wurde am 31, Juli 11" a
querab der de Broom’schen Bootsbauerei auf 19 m Wasser mit 50 m Kette
geankert. Se . ,
Dieser Ankerplatz ist einer der besten, die von S. M. S. „Möwe‘“ während
des zweimonatlichen Aufenthaltes in der Marschallgruppe angetroffen wurden. Durch
mehrere kleine Kegelriffe wird jegliche See abgehalten; der Grund ist reiner
Sand. mit kleinen Korallenblöcken. Die 10 m-Tiefen gehen bis hart an den
Strand. (ca 20 m) heran; innen an der Westseite tritt aus dem sandigen Strande
der braune Korallenstein des Randriffes hervor.‘ .
Der am Fufsende der steinernen Anlegebrücke beim Koprahause erbaute
Steinpfeiler wurde am selbigen Tage errichtet und die geographische Lage vom
Astronomen Dr. Hayn bestimmt zu: N
@= 9° 49 320 N-Br.
5 4A = 169° 19° 15“ O-Lg. Ve W
_ Der bei der Pfeilerecke befindliche Durchgang nach See zu über das Rand-
riff ist nur bei Hochwasser für gröfsere Boote. (Dampfkutter) passirbar... _ ;
Utirik. S. M. S. „Möwe“ lief auch dieses Atoll an. ;
Die Entfernung der an St. B. passirten Insel Jemo wurde kleiner geschätzt
als in der Karte Tit. XI: 409 angegeben.
Das in den „Nachr. f. Seef.“ 1893, No. 1803, gemeldete Riff an der Nord-
westkante von Ailuk-wurde von dem Lootsen:. sowohl wie von. anderen dort mit
dem Fahrwasser Vertrauten als nicht vorhanden bezeichnet; auch ist die Fassung
der in der bezüglichen Nachricht gegebenen Notiz unklar.‘ Schliefslich sei noch
erwähnt, dafs die Nordwestecke der Insel Ailuk, der sich die.beiden Riffe vor-
legen, die Bezeichnung „Kapeniur“ trägt. „Kapeniur‘“ heifst aber „Ende“ und
wird von den Eingeborenen als. Bezeichnung. von Inselspitzen etc. stets nur dort
angewendet, wo thatsächlich das Land zu Ende ist bezw. das tiefe Wasser an
das Atoll herantritt. a . 7
‚S. M. S. „Möwe“ passirte bei hellem Mondschein zweimal, wenn auch
nicht gerade über die Stelle, so doch hart daran vorbei; es wurde nicht das
geringste Anzeichen entdeckt, das auf das Vorhandensein des genannten Riffes
hätte schliefsen lassen. Utirik selbst besitzt keine Passage für Schiffe von mehr
als 3 m Tiefgang; mit den Booten wurde über eine Einsenkung im Südrandriff
gesteuert und nach der Hauptinsel Utirik gefahren. Letztere ist sehr schwach
bevölkert und mangelhaft bepflanzt. , nn Sn
Am 2. August trat S. M, S. „Möwe“ die Rückreise nach Jaluit an und
ankerte dort am 4. August 1"p.. X ; .
Namorik. Das Atoll Namorik besitzt eine von See aus nicht zugängliche
Lagune. Schiffe und Fahrzeuge müssen meist an- und abstehen, ‚da kein guter
Ankerplatz vorhanden. a
Der Landung mit Schiffsbooten mit plattem Heck ist selbst bei stillem
Wetter abzurathen. a 2
.. Die Brandung und der: Sog werden deshalb unbequem, weil erstere an
dem steinernen Riff nicht hoch genug aufläuft, um. aus dem Bereich der nächsten