Annalen der Hydrographie und Märitimen Meteorologie, Januar 1896,
zrofser Eisberg. Wind NW bis WSW, stürmisch mit Hagelböen. Bark „Visurgis“,
Kapt. Bohlmann.
Dezember 16 auf 40° 46‘ S-Br und 15° 51’ O-Lg ein Eisberg von ungefähr
3 bis 9 m Höhe und 90 m Länge. Wasserwärme 13,2°. Schiff „Drehna“, Kapt.
Haesloop, von Hamburg nach Rangun.
Dezember 27 auf 44° 15 S-Br und 17° 48' O-Lg. „Um 8" 30“ a passirten
einen Eisberg, 50 m hoch und 100 bis 120 m lang. Als derselbe WSW 6 Sm
peilte, war das Wasser am kältesten, 6,4°, dann stieg die Temperatur wieder.
Wind NW 5, trübe Luft.“
Dezember 28 auf 44° 17’S-Br und 23°45' O-Lg. „Um 9"30”a ein Kis-
berg im Norden, 4 Sm entfernt, 60 m hoch und 120 bis 150 m lang. Während
der Eisberg von gestern schneeweifs und glasig aussah, war dieser an vielen
Stellen schmutzig grau und nur an der Basis hell und glitzernd. Aufsergewöhn-
lich wenige Seevögel,“ Schiff „Rigel“, Kapt. A. Leopold, von Geestemünde
nach Rangun,
Kapt. Leopold ließ, während er in den höheren südlichen Breiten nach
Osten segelte, sehr oft, wenigstens jede Stunde die Temperatur des Oberflächen-
wassers messen. Die im Journal aufgeführten, augenscheinlich sehr zuverlässigen
Angaben darüber lassen nun sehr deutlich den Kinflußs der Kisnähe erkennen.
So betrug die Wasserwärme am 27. Dezember um 6"a noch 8,7°, um 7a 85°,
um 813 8,1° und sank dann um 8" 30” a in der Nähe des Eises auf 6,4° C, Bis
Mittag war sie wieder auf 7,9° gestiegen und blieb in der Zunahme, bis sie um
10° p 11,4° erreicht hatte. Am 28. Dezember wurde um 7*a noch 10,5° beob-
achtet, um 8' a war das Thermometer aber schon auf 7,1° gefallen und hielt sich
nun auf diesem niedrigen Stande, bis um 9"30”a der zweite Eisberg passirt
war. Dann ging abermals eine Zunahme der Wassertemperatur bis 9,6° C um
3b pn vor sich. Die Fahrt des Schiffes war 10 bis 13 Knoten.
1894 Februar 10 und 14. Kapt. Christians von der Bark „Anna“
schreibt: „Auf der Reise von Barry nach Port Pirie, woselbst die „Anna“ am
17. März nach 90tägiger Reise ankam, passirten wir am 10. Februar auf 43° 24’ S-Br
and 10° 20‘ O-Lg einen Eisberg, der ungefähr 30 m über dem Wasser hoch, 1 Sm
lang und !/2 Sm breit war, Unter Wasser schien derselbe sich aber noch viel
weiter zu erstrecken, da die See schon auf eine halbe Seemeile Entfernung vom
Berge furchtbar brandete.!) Wir passirten denselben in einem Abstande von
atwa 3 Sm und maßen hier die Temperatur des Meerwassers zu 10°C. In der
Figur hatte die Eismasse grofse Aehnlichkeit mit der Insel Helgoland.
Am 14. Februar um 5"p auf 43° 37‘ S-Br und 28° 51‘ O-Lg sichteten wir
soch weitere zwei Eisberge. Dieselben trieben Nord und Süd voneinander, in
etwa 15 Sm Entfernung. Der südliche war nach meiner Schätzung 80 m hoch,
3 Sm lang und 1 Sm breit. Wir passirten denselben an der Nordseite auf 3 Sm
Abstand und hatten hier wieder eine Wassertemperatur von 10° C. Der nörd-
liche war an Umfang bedeutend größer. Er sah aus wie zwei Berge, von der
Marsraa konnte man aber erkennen, daß die beiden Erhebungen eine Insel
bildeten. Auf dem nördlichen Theile stand eine Pyramide von ungefähr 100 m
Höhe, Das Ganze gewährte einen prächtigen Anblick. Ohne weiter Eis anzu-
treffen, gelangten wir dann an unseren Bestimmungsplatz.“
Februar 15 auf 43° 15‘ S-Br und 24° 27’ O-Lg sichteten um 9"a einen
Eisberg von 76 m Höhe und 260 m Länge. In Lee desselben trieben vier HEis-
schollen, von denen eine 6 m hoch und 80 m lang und 3 Sm von dem grofsen
Berge entfernt war. Die Oberfläche des Berges erschien weiß. Wassertempe-
A 3 Sm vom Eise 10,2°, eine Stunde vorher 11,3°, drei Stunden nachher
12,8° C.
Februar 16 auf 43° 44‘ S-Br und 31° 16‘ O-Lg. Passirten um 5" p vier Eis-
schollen, davon eine auf etwa 200 m Entfernung. Schätzten die Höhe derselben
über Wasser auf 3 m und die Länge auf 80m. Schiff „Robert Rickmers“, Kapt.
H. Bandelin, von Barry nach Singapore.
1) Auch unter den früher veröffentlichten finden sich einzelne Berichte, worin bemerkt wird,
dafs der hohe Eisberg von weit ausgedehnten, eben über oder unter dem Wasser liegenden Kisriffen
amgeben gewesen sei. Siehe die Berichte im Jahrgang 1893, S. 155 und 157 von „Neptun“ und
Jahrgang 1894, S. 133 von „Urania“,