Albrecht von Stosch,
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leistung: erstarkten Einrichtungen des Hydrographischen Bureaus anlehnen, daraus
Vortheil ziehen‘ konnte. ‘Dies findeß im Besonderen seine Anwendung mit Bezug
auf die Anschaffung tüchtiger Instrumente, namentlich auch der Kompasse. Die
gemeinsame einheitliche Leitung beider Institute bildete hier die wesentlichste
Bedingung für den Erfolg, so dafs sich auch hier die Klugheit und tiefe Einsicht
des Chefs der Admiralität bekundeten; es konnte dies den Einrichtungen zum
Zwecke der Navigation im Deutschen Reich nur zu Nutz und Frommen gereichen.
Von dem Senat der Freien und Hansestadt Hamburg war die Anregung
zur Errichtung eines Instituts zur Pflege der Chronometerkunde für das Reich
ausgegangen; es sollte diese Einrichtung als eine Ergänzung der bereits in Kiel
und Wilhelmshaven bestehenden Einrichtungen dieser Art aufgefalst werden. Die
Anlehnung eines solchen Instituts an die Sternwarte in Hamburg schien zweck-
mäfsig und ökonomisch zugleich, und Excellenz von Stosch widmete dieser
wichtigen Angelegenheit eingehende Beachtung und förderte die Sache so durch-
greifend, dafs im Januar des Jahres 1877 auf dem Grund und Boden der Ham-
burger Sternwarte und in Verbindung mit den Arbeiten derselben ein Chrono-
meter-Institut als Abtheilung IV der Deutschen Seewarte ins Leben trat. Die
unmittelbare Leitung wurde dem Direktor der Sternwarte anvertraut. Auch
bekundete sich in dieser mit vergleichsweise geringen Mitteln unter Benutzung
des Vorhandenen zu einer grofsen Vollkommenheit entwickelten Schöpfung
der scharfe, organisatorische Sinn des Chefs der Admiralität. Wie in der Reihe
der Jahre das Institut auf der gegebenen Grundlage als integrirender Theil der
Seewarte zu einer grofsen Bedeutung für die Pflege der Chronometrie im deutschen
Reiche sich herausbildete, erhellt aus der fortschreitenden Erhöhung der Güte
der in den alljährlichen Konkurrenz-Prüfungen eingelieferten Chronometer zur
vollen Genüge. Die veröffentlichten Berichte über diese Konkurrenz-Prüfungen
gestatten in dieser Hinsicht ein gründliches Urtheil.
Die Sorge des Chefs der Admiralität war ununterbrochen darauf gerichtet,
die sämmtlichen Organe des neubegründeten Instituts immer weiter auszubilden.
Durch persönliche Inaugenscheinnahme der Einrichtungen, durch Besprechungen
mit den Persönlichkeiten, die an dem Institute zu wirken berufen waren, wurde
die Arbeitsleistung der Organe in einem solchen Mafse erhöht, dafs die Räumlich-
keiten in dem Seemannshause schon sehr bald nicht mehr für die Bedürfnisse
der Seewarte genügten und daran gedacht werden mufste, derselben ein eigenes
Heim zu gründen. Wenn auch die Unterbringung des Instituts im Seemanns-
hause von Beginn an nur als eine provisorische aufgefaßfst worden war, so bedurfte
e8 doch der äufsersten Anstrengung aller Kräfte, um durch hervorragende
Leistungen die erheblichen Geldmittel, die für einen Neubau gefordert werden
mufsten, zu rechtfertigen. Im Laufe des Jahres 1878 wurden die Vorarbeiten
für die Errichtung eines eigenen. Seewarte - Gebäudes unter der persönlichen
Leitung des in seiner Sorge für das Wohl des Instituts nie erlahmenden Chefs
ausgeführt, so dafs im Herbst des darauf folgenden Jahres der Grund und Boden
auf dem Stintfange für den zu errichtenden Prachtbau bereitgestellt werden
konnte. Schon am 15. Juni 1880 wurde der Grundstein zu demselben gelegt;
die Einweihung erfolgte in Gegenwart Seiner Kaiserlichen und Königlichen
Majestät des Kaisers Wilhelm I. am 14. September 1881. Excellenz von Stosch
hatte seinen ganzen Einflufs aufgeboten, damit diese Einweihung in so feierlicher
and .würdiger Weise geschehen konnte, wie es nur immer die Stellung und die
Bedeutung der Seewarte forderten. Wie in allen seinen Mafsnahmen, 8o sprach
sich auch in diesen Anordnungen das warme Interesse des Herrn von Stosch
am Gedeihen der Seewarte aus.
Es ist bei dem mit mancherlei Schwierigkeiten umgeben zgewesenen Bau des
neuen Dienstgebäudes besonders beachtet worden, dal der Chef der Admiralität
sich persönlich in eingehendster Weise während der. verschiedenen Stadien des
Baues davon überzeugte, dafs den mit Umsicht getroffenen Anordnungen strengstens
nachgekommen wurde. Man konnte in Fällen besonders wichtiger Entscheidung
es erfahren, wie der damals schon in der Mitte der sechziger Jahre seines
Lebens stehende Mann auf Leitern bis zu den Dachräumen hinaufstieg, um sich von
der Gediegenheit der Ausführung des Baues zu überzeugen und Zeugnifs abzu-
legen für das Verständnifs, womit er die Entstehung des Instituts in seinen einzelnen
Theilen verfolgte. ;