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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

Knipping: Die Ausrüstung des Vermessungsdampfers „Blake“, 
283. 
der‘ Wassertiefe, dem Strom und der Tiefe, die der -Strommesser später einnehmen 
soll, geschätzt werden mufs. Das andere Ende. der Abstandleine wird am Anker- 
kabel befestigt, und dann werden beide, Kabel und Gleitdraht — mit Abstand- 
Jeine dazwischen —, gleichzeitig soviel gefiert, wie nöthig ist. Gelingt es nicht 
gleich, den Gleitdraht auf und nieder zu bekommen, so nützt kein weiterer 
Versuch, es muß beiderseits wieder eingehiewt und der Versuch von vorn an 
wiederholt werden, bis er gelingt. Bei einer Wassertiefe von 550 bis 750 m und 
starkem‘ Strom hat man 180 m Abstandleine nöthig, um den Strommesser bis 
270 m fieren zu können; in 2700 m Wassertiefe und starkem Strom genügen für 
dieselbe Tiefe des Strommessers 45 bis 55m Abstandleine. Zeigt der Gleitdraht 
auf und nieder, so wird er zwischen die zwei Gleitrollen eines bisher nicht 
erwähnten horizontalen Armes eingelegt, der, genügend gestützt vom Gestell des 
Strommessers, seitlich ausgeht. Ist so Alles vorbereitet, so wird mit den Strom- 
messungen begonnen, erst in 6, dann 27 m, 55, 120, 240 und 360 m Tiefe, wobei 
der Strommesser auf jeder Station 30 Minuten hängen bleibt. Für jede Station 
mul, wie schon angedeutet, ganz von oben gefiert und auch wieder bis an Bord 
{Stelling aufsenbords) geheißt werden, immer die Uhr dabei. Bei 5 Knoten Strom 
muß man 355 m Draht am Strommesser fieren, um 240 m Tiefe zu erreichen; 
360 m Tiefe kann man bei 5 Knoten und den geschilderten Mitteln überhaupt 
nicht mehr erreichen. 
Der Gleitdraht ist galvanisirt, der Strommesserdraht blank. Die Kauschen- 
drahtenden am Strommesser werden täglich erneuert, die Enden des Gleitdrahtes 
nach jedesmaligem Ankern. Das einzige Schmiermittel war das sogenannte 
„Cosmic“-Fett; Kalkwasser und Oelbäder wurden nie gebraucht, auch nicht für 
den Lothungsdraht. 
Von den Ergebnissen Pillsburys können hier nur einige Proben mit- 
getheilt werden. ; 
. Mittlere Geschwindigkeit 
an. allen Stationen des Querschnittes A. des Golfstromes zwischen den Fowey-Felsen, Florida und 
Gun Cay, Bahama. 
Geschwindigkeit in Seemeilen die Stunde 
Tiefen in Metern 
27m ' 55m ! 119m | 238m 
“Lo 
2 
A 
8 
111/2 
15 
22 
29 
36 
Sm 
2,661 
3,461 
3,156 
2,727 
2,123 
1,707 
Sm 
2,346 
2,895 
3,062 
2,667 
2,099 
1,572 
Sm 
2,252 
2,936 
3,182 
2,695 
2,116 
1.489 
Sm 
1,590 
2,421 
2,947 
2.5038 
1,975 
1,565 
Sm 
D,634 
1,611 
2,202 
1,860 
1,450 
1,449 
Wenn man die Einzelwerthe vergleicht und z.B. sieht, dafs die Geschwindigkeit 
än den mittleren Stationen, No. 1!/ bis 4, von 27m Tiefe .bis 55 m wieder zu- 
nimmt, während sie bei den Hnd- oder Uferstationen, No. 1 und 5,. von 27 bis 
55 m noch abnimmt, so kann man sich dem Eindruck nicht entziehen, dafs man 
88 hier. mit so genauen Beobachtungen zu thun hat wie sie bisher in. See 
unbekannt waren. ; 
__-.."In einem Falle wurde in See ein Wachsen der Stromgeschwindigkeit von 
33 bis 4,6 Sm innerhalb 50 Minuten gemessen. en . 
Die. in der Florida-Straße in einer Stunde vom Golfstrom mitgeführten 
Wassermassen. berechnet er zu 90 Milliarden Tonnen. Dies ist keine Schätzung 
mehr, sondern eine ziemlich genaue Rechnung, ; 
_ Andere für die Praxis und Theorie gleich wichtige allgemeine Ergebnisse 
findet der Leser in diesen Annalen 1894, Seite 336, sowie in '„Petermanns 
Mittheilungen“ 1892, Lit.-Ber. 1167, und 1896, Seite 26. 
_ Am Schlufs der kurzen Betrachtung über dies Kapitel aus dem Golfstrom von 
Pillsbury‘ wird man nicht umhin können, ihn.als erfolgreichen Bahnbrecher, der 
hydrographischen Forschung zu ‘bezeichnen, Am meisten Bewunderung verdient 
die Einfachheit seiner Mittel, die deshalb selbst ohne Zeichnung, wie hier, ‘ für 
den Seemann verständlich sein dürften. (Das Original hat 11 Tafeln.) 
BR
	        
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