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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1898. 
von Hoch- und Niederdruckgebieten sind, die zwischen den geographischen 
Breiten von 40° bis 70° cirkuliren. Diese 5$Hoch« und »Tief« sind so mit- 
einander verknüpft, dafs sie bald als ganze Cyklonen und Anticyklonen, bald als. 
ibwechselnde Wellenthäler und -kämme, bald als kleinere Episoden gleich den 
Strudeln in einem schnellen Wasserstrome angesehen werden können. Im letzteren 
Falle spricht man von der Cyklone als von einem »von der Strömung getriebenen 
Wirbel«, obwohl nach der Hydraulik diese Wirbel als Ganzes mit nur der 
Hälfte von der mittleren Geschwindigkeit ihrer inneren Bewegung sich fort- 
pflanzen.(?) Die internationalen Karten zeigen ferner, dafs, wenn sich ein Gebiet 
niederen Luftdrucks bezw. ein cyklonisches Windsystem der Küste von Britisch 
Kolumbien und Alaska nähert, es gewöhnlich in einer Bewegung von SW nach 
NO begriffen ist, und dafs bald danach ein Gebiet niedrigen Luftdrucks sich 
südlich und östlich vom ursprünglichen Centrum, nämlich in Alberta und 
Saskatchewan, auf der Ostseite der Rocky Mountains, entwickelt. Für diesen 
Procefs, durch den eine Depression auf der Westseite des Gebirges abstirbt und 
eine neue auf seiner Ostseite sich entwickelt, sind mehrere Tage erforderlich. 
Allgemein gesprochen, wird der wohl ausgebildete Wirbel, der die ur- 
sprüngliche Depression kennzeichnete, in seinen unteren Schichten gänzlich zer- 
stört, gerade wie Orkanwirbel oft zerstört werden beim Uebergang über die 
Appalachen. Während dieses Stadiums wird das ursprünglich runde »Tief« 
zunächst zu einem Oval oder einer Furche oder einer V-förmigen Depression, 
deren Spitze südwärts bis nach Arizona und Mexiko reicht, während ihr breiteres 
Ende sich nach dem Polarkreis öffnet. Es hat dann vorübergehend das Aus- 
sehen und den Bau einer Welle, und zwar einer kleinen Welle, die der grofsen 
barometrischen Depression der arktischen Gegenden oder sonst einem grofsen 
Gebiet niedrigen Druckes, einer »Meiobare«, aufgesetzt ist. Unter diesen Um- 
ständen strömt Luft von den nächsten Gebieten hohen Druckes hinein, aber 
diese einströmende Luft wird nothwendig unter dem Einfluß der Erdumdrehung. 
nach rechts abgelenkt, wobei sich die Furche niederen Druckes vertieft und süd- 
wärts verlängert. Der Betrag dieser Druckverminderung ist grofs und ist durch 
Ferrel 1857, Peslin 1869, Colding 1871 und noch eingehender durch Guld- 
berg und Mohn 1872 erklärt worden. Das südliche Ende der Furche zeigt 
fast stets die gröfsten Gegensätze in Bezug auf Wind, Temperatur und Luft- 
druck und wird sehr bald das Centrum eines wohl ausgebildeten cyklonischen 
Wirbels, während das nördliche Ende sich ausfüllt. Auf diese Weise ruft eine 
Cyklone, die auf der Westseite des Gebirges ankommt, eine Cyklone auf dessen 
Dstseite weiter im Süden hervor; die Furche ist der Uebergangszustand. 
Die ursprüngliche Cyklone war kräftig wegen ihrer Lage auf dem glatten 
Ocean und hatte eine lange Lebensdauer wegen ihrer Feuchtigkeit und ihrer 
Wolken. Die neue Cyklone ist weit schwächer wegen ihrer Lage im Innern 
des trockenen Kontinents und wird absterben, wenn ihr keine Feuchtigkeit zu- 
geführt wird. Bei ihrem Fortschreiten ostwärts trifft sie auf die Appalachen- 
Kette und unterliegt in der Regel ganz ähnlicher Umbildung in Ovale und 
Furchen und der Neubildung eines Centrums auf der Atlantischen Küste; in 
dieser neuen Lage wird sie reichlich mit Feuchtigkeit im Osten und trockener 
Luft auf der Westseite gespeist, welche Bedingungen außerordentlich günstig für 
ihr weiteres Wachsthum durch die Bildung von Wolken und Regen sind. 
Im Allgemeinen verhindern die Unregelmäfsigkeiten der HKrdoberfläche 
eine lange Dauer von stehenden Wellen in der unteren Atmosphäre; dieselben 
begünstigen aber die Bildung permanenter lokaler Gebiete hohen und niederen 
Druckes. Sollten die letzten Ursachen des niedrigen und hohen Luftdrucks 
Wellen sein, die durch die Schwere erzeugt sind, so können diese nur in der 
aberen Atmosphäre bestehen; in manchen Fällen mögen diese so andauernd sein 
wie die sogenannten stehenden Wellen hinter einem Hindernifs im Flusse,.“
	        
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